Polizei Bergedorf

Kugelsicheres Fenster stürzt ab – Polizist verletzt

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Christina Rückert
Sie tun Dienst im Wachraum des neuen Übergangskommissariates (v. l.): Daniela an der Leer, Mauricio Bolton Narbona und Kevin Buck. 

Sie tun Dienst im Wachraum des neuen Übergangskommissariates (v. l.): Daniela an der Leer, Mauricio Bolton Narbona und Kevin Buck. 

Foto: Christina Rückert

Der Umzug der Polizei Bergedorf ist bewältigt, alles ist nach Plan gelaufen – bis auf einen Zwischenfall.

Bergedorf/Lohbrügge.  Nun sind auch die letzten Möbel angekommen, die letzten Kartons ausgepackt und die Schränke eingeräumt. Zwölf Tage nach dem Umzug der Polizei Bergedorf vom Ludwig-Rosenberg-Ring in Lohbrügge in die alte Handelsschule an der Wentorfer Straße in Bergedorf haben sich die Beamten mit ihrem neuen Zuhause schon sehr gut arrangiert. „Alle fühlen sich wohl hier, auch die Technik funktioniert einwandfrei“, stellt Polizeihauptkommissarin und „Umzugsmanagerin“ Dorothea von Reden fest. „Nur die Wege über die alten Schulflure sind plötzlich deutlich weiter als in der beengten alten Wache. Und manchmal haben die Kollegen noch Probleme, zu finden, was sie suchen“, sagt sie augenzwinkernd.

Dramatische Zwischenfälle blieben bisher weitgehend aus. Bis auf eine spektakuläre Ausnahme in der vergangenen Woche: In einem hinteren Teil des Wachraums hatten Handwerker an jenem Donnerstag eine Sichtschutzfolie an einem der schusssicheren Fensterscheiben anbringen wollen. Diese Spezialscheiben sind mit einem Rahmen vor den eigentlichen, historischen Fenstern angebracht.

Polizei Bergedorf: Schusssichere Scheibe fällt plötzlich aus dem Rahmen

Das Wiedereinsetzen der Scheibe in den Rahmen gestaltete sich bereits schwierig. Doch kaum war die Arbeit getan, ereignete sich das Unglück. „Ein Beamter hörte ein Knackgeräusch – und ist zum Glück geistesgegenwärtig zur Seite gesprungen“, sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth. In dem Moment fiel die schwere Scheibe bereits aus dem Rahmen. Der Polizist konnte sich zwar retten, wurde aber an der Hand verletzt und kann deshalb noch nicht wieder arbeiten. „Offenbar war das schusssichere Glas zu schwer für den Rahmen“, stellt Dorothea von Reden fest. Die Fenster sind inzwischen aber wieder sicher.

Nur wenig läuft bisher nicht rund – und das betrifft eher den alten Standort. „Es wird dort noch immer viel geklingelt und geklopft. Nicht alle Bergedorfer Bürger wissen bereits, dass wir umgezogen sind“, sagt Dorothea von Reden. Sie hofft, dass mit dem bevorstehenden Abbau des „Polizei“-Schildes über dem Eingang in Lohbrügge ein klares Signal gesetzt wird. Zumal auch der neue Standort nun bald ein Schild bekommt und die neue Wache dann klar als Polizei erkennbar ist.

Polizei Bergedorf: Arbeiten liegen im Zeitplan

Alle weiteren Arbeiten liegen im Zeitplan. Derzeit wird die alte Wache entrümpelt: Alle Schränke, die den Umzug nicht mehr mitgemacht haben und fast oder ganz zusammengebrochen sind, werden entsorgt. Danach werden auch alle Leitungen gekappt, ehe es dann voraussichtlich im Juli an den Abriss des Hauses geht.

Schon bald, vermutlich in der kommenden Woche, werden die Fundamente für die künftigen Baukräne gelegt. Wie berichtet, wird ein Teil des alten Polizeikommissariates 43 – jener, der an der Johann-Meyer-Straße liegt – abgerissen und durch einen großen Neubau ersetzt. Die Bauzeit für das 24-Millionen-Euro-Projekt soll 18 Monate betragen.

Polizei Bergedorf: Die Zellen werden Freitag geliefert

Für die Dauer der Bauzeit bleibt die Polizei in der alten Handelsschule an der Wentorfer Straße, direkt am Villengebiet gelegen. Sorgen, dass es den Anwohnern dort schnell zu viel werden könnte, wenn täglich mehrmals Streifenwagen mit Martinshorn und Blaulicht vom Hof brausen, haben sich bisher nicht bestätigt: „Uns liegen keine Beschwerden vor“, sagt Bernd Kies, Vize-Chef des PK 43. Die Polizisten hoffen auch weiterhin auf gute Nachbarschaft.

Als eine der letzte Umzugsmaßnahmen wird voraussichtlich heute ein Container geliefert, in dem dann die Zellen untergebracht werden. Aktuell müssen Menschen, die unter Arrest stehen, noch nach Billstedt gefahren werden.

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