Gaming-Area

Im Rcadia mit 250 km/h über die virtuelle Rennpiste

| Lesedauer: 5 Minuten
Finn Fischer
Bei der Rennsimulation in der Rcadia Gaming Area in Bergedorf kann sich jeder ans Steuer eines Formel-1-Rennwagens setzen.

Bei der Rennsimulation in der Rcadia Gaming Area in Bergedorf kann sich jeder ans Steuer eines Formel-1-Rennwagens setzen.

Foto: Finn Fischer

Die Gaming-Area im Rcadia am Oberen Landweg bietet coole virtuelle Welten – jeder kann es ausprobieren. Wir haben es getan.

Bergedorf.  Virtual Reality-Lasertag, Rennsimulationen, digitaler Escape-Room, Highend-Rechner für Multiplayer-Spiele: Mit der neuen Gaming-Area wächst das Rcadia-Center im ehemaligen Tagungshotel der Telekom zur größten E-Sport- und Gaming-Attraktion Europas heran. Wir haben uns am Oberen Landweg einmal umgeschaut – und einiges ausprobiert.

Die Motoren brummen, Sitz und Lenkrad vibrieren. Der Geruch nach Kerosin liegt in der Luft. Okay, Letzteres ist wohl nur Einbildung. Dennoch: Ein bisschen fühlt es sich an wie in einem echten Formel-1-Wagen. Wir drehen ein paar Runden mit 250 km/h auf einer der Rennstrecken, bevor wir wieder in die Boxengasse kurven. Wäre es ein echtes Fahrzeug: Kupplung, Reifen und weite Teile der Karosserie wären wohl schrottreif...

Die Simulatoren werden auch im Motorrennsport eingesetzt

Weil nicht wirklich etwas kaputt gehen kann, sind die Rennsimulatoren von der Simulationstechnik Lingnau GmbH auch im Motorsport beliebt. Bis zu 50.000 Euro kann eine einzelne Actoracer-Anlage kosten, wie STL-Geschäftsführer Thorsten Lingnau erzählt: „Das hier ist die kleinste Ausführung, die wir haben. Es gibt auch noch größere, bei denen der Fahrer jede Bodenwelle merkt.“ Der Aufbau ähnelt sich jedoch. Es gibt ein dem Original nachempfundenes Lenkrad-Panel und einen ergonomischen Sitz, auf den sich die Vibrationen aus der Simulation heraus übertragen.

Gegenüber befindet sich einer der Professional Gaming Rooms. Insgesamt hat Rcadia elf Highend-PCs angeschafft und in zwei separaten Räumen untergebracht. „Wir haben die Rechner aufgeteilt, weil wir natürlich auf den Jugendschutz achten. Wenn jemand drüben einen Shooter spielt, der nicht für Minderjährige freigegeben ist, teilen wir jüngeres Publikum dem anderen Raum zu“, erklärt Unternehmenssprecherin Nathalie Haut. „Wir wollen, dass Eltern ihre Kinder hier mit ruhigem Gewissen herschicken können.“

Einfach mal so einen sonst unerschwinglichen Gaming-Rechner nutzen

Besucher können an den PCs allein oder im Multiplayer spielen. Zielgruppe sind Menschen, die als Gelegenheitsspieler mal einen sonst unerschwinglichen Gaming-Rechner nutzen wollen. Etwa, wenn der PC zu Hause nicht genug Leistung für eine Neuerscheinung hat. Wie das Angebot ankommt, war zum Start noch unklar. Erfahrungswerte gab es nicht. „Zuerst hatten wir nur fünf PCs“, sagt Nathalie Haut. Doch schnell habe sich gezeigt, dass eine große Nachfrage besteht. Deswegen seien die anfänglich fünf Rechner schnell aufgestockt worden.

Derzeit ist das Publikum oft männlich. Doch es kommen zunehmend auch Frauen. Nathalie Haut zockt selbst, ihr Lieblingsspiel ist Final Fantasy VII. „Wir versuchen, die Frauenwelt im E-Sport mit Events zu fördern“, sagt sie. Grundsätzlich sei hier jeder willkommen. Auch Inklusion ist ein großes Thema. Alle Räume sind barrierefrei zugänglich.

Mit einer Augmented-Reality-Brille eintauchen in eine Hologrammwelt

Insgesamt verfügt die neue Gaming Area auf 300 Quadratmetern über zunächst vier separate Räume. Neben Highend-Rechnern und Rennsimulation wartet auf die Besucher auch ein Escape-Room. Die Idee an sich ist nicht neu. Gruppen lassen sich in einen Raum einschließen und müssen innerhalb einer bestimmten Zeit einen Ausweg finden, indem sie gemeinsam Rätsel lösen.

Der neue Rcadia-Escape-Room ist rein digital aufgebaut und bietet mit Augmented-Reality-Brillen ein beeindruckendes Erlebnis. Besucher tauchen in atemberaubende Hologrammwelten ein. Die reale Welt ist dabei – anders als beim Virtual-Reality-Konzept – durch transparente Brillengläser noch vollständig sichtbar. Auf der Spielfläche erwartet die Teilnehmer dadurch eine atmosphärische Lichtshow aus Projektionsmapping und Raumbeleuchtung, ein intensiver Surround Sound und haptische Interaktionsmöglichkeiten.

Rcadia

20.000 Quadratmeter – ein Mekka für Gamer und E-Sportler

Nicht weniger beeindruckend die vierte neue Attraktion: Towertag. In dem Raum befinden sich acht Podeste mit leuchtenden Türmen darauf. Erst mit einer Virtual-Reality-Brille lässt sich das eigentliche Spielfeld sehen. Nachdem in der Lobby jeder Mitspieler einem Team zugewiesen ist, geht es los. Es braucht einige Minuten, um sich zurecht zu finden und seinem Team von Nutzen zu sein. Dann ist die reale Welt, der Raum mit den seltsamen gelben und blauen Türmen vergessen. Es geht darum, in der digitalen Arena möglichst viele gegnerische Plattformen zu erobern und dabei die gegnerischen Spieler mit einer Laserpistole unschädlich zu machen, beziehungsweise zur Startplattform zurückzuschicken.

Insgesamt verfügt Rcadia über 20.000 Quadratmeter Fläche und ist ein Mekka für Gamer und E-Sportler. Letztere können im Rcadia-Space für Events trainieren. Wer seine Fähigkeiten, egal ob Shooter oder Strategie, verbessern will, findet hier sogar Coaches und kann sich zu einem kostenlosen Probetraining anmelden. Infos unter www.rcadia.de.

Der Gaming-Freizeitpark ist täglich von 15 bis 21 Uhr geöffnet.

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