Sachsentor-Buchhandlung

10.000 Bücher müssen jetzt in den Keller umziehen

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Jörg Johannsen, Ulrike Kirschner und Rita Wedler packen jetzt alle Literatur in Kartons.

Jörg Johannsen, Ulrike Kirschner und Rita Wedler packen jetzt alle Literatur in Kartons.

Foto: strickstrock / BGZ

Die Sachsentor-Buchhandlung wird modernisiert und bleibt zehn Tage geschlossen. Bücher kaufen, können Kunden trotzdem.

Hamburg. Es dürften Millionen sein, wenn jeder einzelne Buchstabe in einer Kiste verschwinden und sich im Keller verstecken muss – eine gute Wochen lang. Aber zum Glück sind sie schon gebündelt, als Romane, Reiseführer und Kinderbücher. „Es dürften 10.0000 Exemplare sein“, meint Jörg Johannsen, der am Sonnabend, 12. März, ein letztes Mal die Türen öffnet. Denn ab Sonntag wird die Sachsentor-Buchhandlung umgebaut und modernisiert.

„Wir sind seit 1986 hier und wollen endlich mal die Wände streichen, einen neuen Teppich verlegen und die Regale austauschen. Die neuen werden aus heller Birke sein und alles ein bisschen luftiger aussehen lassen“, sagt der Buchhändler, der das Ergebnis auf den 65 Quadratmetern seinen Kundinnen und Kunden am Mittwoch, 23. März, präsentieren will.

Sachsentor-Buchhandlung in Bergedorf baut um – Bücher gibt es nebenan

Bis dahin jedoch muss niemand auf Lektüre verzichten, denn alle sechs Mitarbeiter bleiben telefonisch im Einsatz: Unter der Nummer 040/724 68 51 werden täglich zwischen 9 und 14 Uhr Bestellungen angenommen. Die Bücher dürfen dann beim Nachbarn abgeholt und bezahlt werden: Bei Schuh Bode wird dafür ein kleiner Tisch aufgebaut.

Was ist denn gerade aktuell nachgefragt? Natürlich die „Kleine Geschichte der Ukraine“, „Das Putin-Syndikat: Russland im Griff der Geheimdienstler“ und das erst im Februar erschienene Buch von Catherine Belton mit dem Titel „Putins Netz – Wie sich der KGB Russland zurückholte und dann den Westen ins Auge fasste“.

Eine Empfehlung "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße"

Aber auch „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“, ein Buch von Maxim Leo (kiwi-Verlag, 22 Euro), wird empfohlen: „Es geht darum, dass jemand 1983 in Berlin eine S-Bahn aus der DDR in den Westen lenkte, wobei die Weichenstellung bloß ein Versehen war“, erzählt Buchhändlerin Ulrike Kirschner, die von Witz, Klugheit und einer „guten Beobachtungsgabe“ schwärmt. Wer lieber gedanklich nach Istanbul reist, sollte Fatma Aydemirs großen Familienroman „Dschinns“ lesen (Hanser Verlag, 24 Euro) und über die Weisheit der türkischen Großmutter staunen.

Eine Mutter steht im Mittelpunkt des Romans „Die Kinder sind Könige“ von Delphine de Vigan (Dumont, 23 Euro), denn die erfolgreiche Youtuberin ist mit den Videos und Posts von ihren Kindern erfolgreich – die indes schrecklich genervt davon sind, auf Schritt und Tritt gefilmt zu werden.

( stri )

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