Bergedorf

Planungen für neuen Innovationspark an A25 starten

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Christina Rückert
Das Gelände des künftigen „Innovationsparks“ an der A 25-Abfahrt Bergedorf: Auf den Flächen der Kleingärten am Curslacker Neuen Deich (unten) sowie auf den angrenzenden Wiesen soll Platz für Logistik, Gewerbe und Forschung sein.

Das Gelände des künftigen „Innovationsparks“ an der A 25-Abfahrt Bergedorf: Auf den Flächen der Kleingärten am Curslacker Neuen Deich (unten) sowie auf den angrenzenden Wiesen soll Platz für Logistik, Gewerbe und Forschung sein.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Der Stillstand auf dem Areal am Curslacker Neuen Deich soll enden. Noch sind Kleingärtner vor Ort – was das für sie bedeutet.

Hamburg. Seit Jahren sitzen sie ­gedanklich auf gepackten Koffern. Denn bereits im Jahr 2011 war den Kleingärtnern des Bergedorfer Schrebergartenvereins 609 am Curslacker Neuen Deich/Autobahnabfahrt Bergedorf angekündigt worden, dass sie wohl weichen müssen, wenn ihr Gelände an der A 25 bebaut wird. Zunächst war von Logistik die Rede.

Später vom „Innovationspark“ mit Gewerbe, Forschung und womöglich einem Neubau der Unfallklinik Boberg. Nun werden die Karten neu gemischt: Denn nachdem das Unfallkrankenhaus im Dezember dem Standort eine Absage erteilte, können die Pläne für das 20 Hektar große Areal nun vorangetrieben werden – ohne die Klinik.

Innovationspark an A25: Areal in Bergedorf wird weiterentwickelt

Mit der Entscheidung des BG Klinikums werde „die Bearbeitung des Innovationsparks durch die Hamburg Invest wieder aufgenommen“, bestätigt Bergedorfs Bezirksamtssprecher Lennart Hellmessen. „Dies betrifft zunächst die Fortentwicklung eines Funktionsplanes.“ Das ist, kurz gesagt, ein genauer Plan darüber, wo Platz für Gebäude wäre, wo die Straßen verlaufen sollen, welche Unternehmen sich dort wo genau ansiedeln sollen und ähnliches.

Weil das sehr grundsätzliche und langwierige Entscheidungen sind und danach der dazugehörige Bebauungsplan 99 entwickelt wird, können die Kleingärtner zunächst aufatmen. „Ihnen jetzt zu kündigen, würde keinen Sinn ergeben“, sagt Andreas Köpke vom Vorhabenträger Hamburg Invest (HIE). Da noch viel Planungsarbeit anstehe, rechne er auch nicht allzu bald damit.

Seit 2007 wird um das Gelände an der A25 herumgeplant

Das 20 Hektar große Grundstück ist eines der letzten großen, unbebauten Areale im Bezirk und hat durch seine Größe schon um 2007 enorme Begehrlichkeiten geweckt. Die Stadt Hamburg wollte dort wegen der verkehrsgünstigen Lage zunächst Logistik ansiedeln, der Bezirk pochte aber auf Gewerbe und Forschung.

Doch alle Pläne wurden vorerst ausgebremst: Erst durch die Entdeckung der geschützten „Zierlichen Tellerschnecke“, die kostenaufwendig in die Vier- und Marschlande umgesiedelt werden musste. Dann durch das BG Klinikum, das während seiner zweieinhalbjährigen Prüfungsphase etwa zehn von 20 Hektar besetzte und damit konkretere Planungen ausbremste.

Innovationspark in Bergedorf: Platz für Logistik, Gewerbe und Forschung

Nun kann an lang festgelegte Eckdaten angeknüpft werden. Auf dem Areal soll Platz für etwas Logistik, vor allem aber für Gewerbe (Handwerk) und Forschung sein – als Fortsetzung des gegenüber­liegenden Areals am Schleusen­graben, wo Energie-Campus, Laserzentrum und Galab-Labor ihren Sitz haben.

Im Bebauungsplan soll das alles festgeschrieben werden, erst danach kann die Umsetzung beginnen. „Eine Erschließung wird erst nach Erstellung des Bebauungsplans möglich sein“, bestätigt Bezirksamtssprecher Lennart Helmmessen. „Einen aktuellen Zeitplan gibt es noch nicht, die Gespräche dazu werden aber jetzt geführt werden.“

Bergedorf: Ersatzflächen für die Kleingärtner entstehen

Dem Kleingartenverein werde im Zuge der Planungen „entsprechend fristgerecht vom Eigentümer (HIE, die Red.) gekündigt werden“, sagt er. „Entsprechende Ersatzflächen werden an der Rothenhauschaussee im Zuge des Bebauungsplanverfahrens Bergedorf 108 planerisch vorbereitet.“

Dort wäre allerdings kaum Platz für alle der etwa 100 Kleingärtner vom Curslacker Neuen Deich. Und Anspruch haben auch nur jene Laubenbesitzer mit Vertrag, nicht aber die „Grabeländer“, die es im Gebiet ebenfalls gibt.

So oder so wird der Kleingartenverein wohl schrumpfen. Doch dessen Vorsitzender Wolfgang Schütz mag sich an solchen Überlegungen derzeit noch nicht beteiligen. Das Thema sei immer präsent, sagt er. Doch die Zeit arbeitet für die Kleingärtner, die nach Kündigung bis Jahresende bleiben dürfen. Schütz: „Und eine Kündigung muss bis Februar erfolgt sein.“

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