Tierschutz Bergedorf

Looki-Tierschützer verärgert über Müllberge – was nun droht

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Jan Schubert
Illegale Entsorgung: Immer wieder wird Müll wie diese Ledercouch und alte Plastiksäcke auf dem Nachbargrundstück zur Wildtierstation von Looki abgeladen.

Illegale Entsorgung: Immer wieder wird Müll wie diese Ledercouch und alte Plastiksäcke auf dem Nachbargrundstück zur Wildtierstation von Looki abgeladen.

Foto: Looki e.V.

Seit vier Jahren beobachten die Mitarbeiter die illegale Entsorgung auf dem Nachbargrundstück. Jetzt werden Maßnahmen eingeleitet.

Hamburg. Eine durchgesessene Couch, ausrangierte Kinderwagen, kaputte Rasenmäher, abgerollte Kabeltrommeln und jede Menge Bauschutt: Eine Auswahl aus dem Unrat, der sich ständig in neuer Zusammensetzung auf dem verwilderten Grundstück neben der Looki Wildtierstation am Pollhof wiederfindet.

Die Tierschützer des Bergedorfer Vereins Looki nervt das achtlos weggeschmissene Zeug gewaltig. Und das bereits seit dem Frühjahr 2017, als sie ihre heute mit 300 „Bewohnern“ ausgestattete Wildtier­station eröffneten.

Wildtierstation Bergedorf: Seit 2017 wird illegal Müll entsorgt

„Die Leute fahren offenbar mit einem Laster oder Lieferwagen vor, denn eine Couch kannst du ja nicht ohne weiteres über den engen Weg tragen“, meint Looki-Chefin Vanessa Haloui.

Immer wieder beseitigen sie und ihre Mitstreiter der Looki-Wildtierstation den Müll, sammeln Scherben, Klamotten, Plastikreste und mehr auf, weil der Unrat Ungeziefer wie Ratten anlockt. Die könnten Tiere wie Hühner, Tauben oder sogar Schafe in der Station angreifen.

Vieles könnte zum Recyclinghof gebracht werden

Noch mehr Unverständnis erzeugt bei Haloui dieses: „Vieles, was hier hingeworfen wird, kann man doch kostenlos beim Recyclinghof entsorgen“, sagt die Tierliebhaberin. Nur die Bauabfälle wären kostenpflichtig – und diese Entsorgung ist für Looki besonders schmerzhaft.

Denn dafür braucht es Spezialsäcke, pro Stück kosten sie drei Euro und belasten den Vereinsetat. „Das übersteigt auf Dauer unsere finanziellen Mittel, und dafür wollen wir auch nicht unsere Spenden aufbrauchen“, meint Vanessa Haloui.

Was könnte das Dauerärgernis verhindern? Eine Kamera auf dem Privatweg zur Tierstation darf Looki aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht aufhängen. Mit dem Grundstücksverwalter Gladigau Immobilien ist der Looki-Vorstand schon länger im Austausch über die illegale Müllkippe.

Einzäunung oder eine Schranke könnten das Problem lösen

Gladigau soll laut Haloui angeboten haben, die Zufahrt zur Station, parallel zur A 25 verlaufend, sowohl vom Pollhof aus als auch vom Curslacker Neuen Deich einzuzäunen – wenn es die Stadt erlaubt. Looki plädiert für eine Schranke, „weil wir ja auch Material in unsere Station befördern müssen“, sagt Vanessa Haloui.

„Futtersäcke sind zum Teil 25 Kilogramm schwer, die trägt keiner von uns zu Fuß mal eben so über mehrere Hundert Meter.“ Zudem werde Müll auch manches Mal auf der Zuwegung, die sich mehrere Anlieger teilen, stehengelassen.

Tierschutz in Bergedorf: Lookiisten nutzen Müll

Die Schranken-Variante soll dem Grundstücksverwalter allerdings zu teuer sein. Sowohl Gladigau als auch der Grundstücksbesitzer wollten dies auf bz-Anfrage nicht kommentieren. „Bevor hier irgendwas errichtet wird, muss erstmal der ganze schwere Müll abtransportiert werden“, mahnt Bergedorfs bekannteste Tierschützerin. Wer übrigens bei der illegalen Müllentsorgung erwischt wird, kann bis zu fünf Jahre ins Gefängnis wandern, je nach Schwere des Umweltdelikts.

Doch der Müll vom Pollhof hat kurioserweise auch eine praktische Seite: Für den Weihnachtsbasar, den die Lookiisten für den 12. Dezember auf ihrem Pachtgelände vorbereiten, haben Vereinsmitglieder die Kabeltrommeln zu Stehtische für Gäste umfunktioniert.

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