Wohnungsbau

„Bergedorf braucht auch Einfamilienhäuser“

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Ulf-Peter Busse
Aktueller Wohnungsbau in Bergedorf: Blick vom Südrand des 2019 fertiggestellten Gebiets „Glasbläserhöfe“ über den Schleusengraben zum Wohnungsbau an der Straße Am Schilfpark, der 2020/21 entstanden ist. Genau in der Verlängerung des kleinen Asphalt-Wegs unten soll demnächst übrigens der Bau der Fußgänger- und Radfahrer-Brücke über den Schleusengraben beginnen.

Aktueller Wohnungsbau in Bergedorf: Blick vom Südrand des 2019 fertiggestellten Gebiets „Glasbläserhöfe“ über den Schleusengraben zum Wohnungsbau an der Straße Am Schilfpark, der 2020/21 entstanden ist. Genau in der Verlängerung des kleinen Asphalt-Wegs unten soll demnächst übrigens der Bau der Fußgänger- und Radfahrer-Brücke über den Schleusengraben beginnen.

Foto: Anne Strickstrock / BGZ / Anne Strickstrock

Bergedorfer CDU übt scharfe Kritik am Vertrag für Hamburg: Der Bezirk gibt die Planungshoheit auf. Die Mieten werden noch teurer.

Hamburg. Die Begeisterung von Bergedorfs Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann (SPD) für die Neuauflage des „Vertrags für Hamburg – Wohnungsneubau“ mag auf die Opposition in der Bezirksversammlung nicht so richtig überspringen: „Bergedorf gibt mit diesem Vertrag seine Eigenständigkeit in der Stadtplanung für weitere fünf Jahre auf“, ärgert sich CDU-Fraktionschef Julian Emrich. „Im allgemeinen Jubel des Senats ging vergangene Woche unter, dass die Bezirksversammlungen keinesfalls geschlossen hinter der dritten Verlängerung stehen.“

Wohnungsbau in Bergedorf: Verlängerung des "Vertrags für Hamburg - Wohnungsneubau"

Tatsächlich votierte in Bergedorf nur die Koalition aus SPD, Grünen und FDP für den Vertrag. CDU, Linke und AfD stimmten in nicht öffentlicher Sitzung geschlossen dagegen. „Wer sich vertraglich verpflichtet, in Bergedorf weiterhin 800 Wohnungen im Jahr zu genehmigen, läuft Gefahr, den Charakter unserer Stadt in der Metropole aufs Spiel zu setzten“, so Emrich, dessen CDU-Fraktion mit elf Abgeordneten zweitgrößte in der Bezirksversammlung hinter der SPD (12) ist.

Sorgen macht sich der Christdemokrat etwa um die Definition einer „angemessenen Nachverdichtung“ vorhandener Quartiere: „Da müssen die Bergedorfer Verhältnisse gewahrt bleiben, also vielleicht eine Aufstockung von drei auf vier Etagen. Aber ganz sicher nicht das Ausreizen aller Möglichkeiten, die die Bauordnung vorgibt.“

Fördert der Vertrag die Abwanderung nach Schleswig-Holstein?

Zudem sieht der 36-Jährige, der privat junger Familienvater ist, die Erhöhung des sozialen Wohnungsbaus von 30 auf 35 Prozent bei Projekten auf privatem Grund als Problemfall. „Das ist nur auf den ersten Blick eine Maßnahme, die den Anteil bezahlbarer Mietwohnungen fördert“, argumentiert Emrich. „Tatsächlich lässt sich für die auf 6,50 Euro pro Quadratmeter festgeschriebene Miete nichts bauen. Also müssen das die weiteren Mietwohnungen eines Projekts mit tragen. Und deren Quadratmeter-Preise liegen dann nicht etwa bei noch bezahlbaren 10 Euro, sondern bei 14 bis 16 Euro kalt.“ Suche eine Familie eine Vier-Zimmer-Wohnung und habe keine Berechtigung für den Sozialen Wohnungsbau, würden schnell 2000 Euro Warmmiete im Monat fällig.

Die CDU sorgt sich deshalb, dass der ,Vertrag für Hamburg’ samt dahinter liegendem Bündnis für Wohnen die Abwanderung in die Nachbargemeinden in Schleswig-Holstein weiter fördert. Emrich: „Um mit ihnen mithalten zu können, braucht Bergedorf viel Grün und auch Platz für Reihen-, Doppel- und auch Einfamilienhäuser. Dass das auch im Hamburger Rathaus so gesehen wird, wage ich doch sehr zu bezweifeln.“

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