Verkehr

Neue Ideen für klimafreundliche Fortbewegung in Bergedorf

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Bergedorfs Klimaschutzexpertinnen Annika Hanke (li.) und Lea Bienhaus.

Bergedorfs Klimaschutzexpertinnen Annika Hanke (li.) und Lea Bienhaus.

Foto: Jan Schubert

Die Teilnehmer haben viele Ansätze für Bergedorf zusammengetragen. Wie aber könnte Mobilität künftig auf dem Land aussehen?

Hamburg. Es war ein spannender Ideenaustausch: Vertreter aus Politik, Polizei, Verwaltung, Vereinen, Initiativen, Bildungseinrichtungen und mehr schmiedeten im Zeighaus der Stadtteilschule Bergedorf viele Ideen für die emissionsverminderte Fortbewegung der Zukunft. Fünf Workshops gab es, in denen die 30 Gäste über Parkplätze, Freizeit-, S-Bahn- oder Car-Sharing-Angebote debattierten. Bergedorfs Klimaschutzmanagerin Lea Bienhaus und Mobilitätsmanagerin Annika Hanke, beide aus der Stabsstelle Klimaschutz des Bezirksamts, sind mit dem ersten Teil der Mobilitätskonferenz für Bergedorf-West sehr zufrieden. Am Wochenende folgt Teil zwei für Curslack.

Verkehr Bergedorf: Rege Beteiligung bei der Mobilitätskonferenz

„Konkrete Ergebnisse“ habe es zum Auftakt etwa im Fahrrad-Workshop gegeben, berichtet Annika Hanke: Zum Beispiel wären farblich orientierte Wegweiser für Radler eine schnell umsetzbare Maßnahme. Rot folgen, und es geht in Richtung S-Bahn, Orange zeigt die Route zum Sportplatz, Grün wiederum zum Markt und so weiter. „Inmitten der Siedlung verliert man zumindest als weniger Ortskundige leicht die Orientierung“, findet Hanke die Farbelemente hilfreich.

Es seien viele Ideen zusammengetragen worden, meint auch Kollegin Bienhaus. Sie nennt aus dem ÖPNV-Workshop das „Mobilitätsbudget“ für jedermann, was beispielsweise die Nutzung des Stadtrads oder der S-Bahn genauso wie Stellzeiten auf Parkplätzen ausweisen könnte. Ob als App oder einfach auf der individuellen Scheckkarte verfügbar – das bleibt eine Überlegung der Zukunft.

Kommendes Jahr soll ein Konzept erarbeitet werden

Auch interessant war die Idee der „Schlüsselstellen“: Durch unterschiedliche Farben sollten die Ortskenner Erreichbarkeit, Mobilitätsangebote und weiteres an bestimmten Positionen markieren – überwiegend wurde der Bereich westlich des Ladenbeker Furtwegs sowie die S-Bahn-Station Nettelnburg bewertet.

Interessant bei der Haltestelle sei die breite Skala von „Grün“ bis „Rot“ gewesen, die Kommentare reichten von „hervorragender Anbindung“ bis hin zum „unattraktiven, unangenehmen, bisweilen furchteinflößendem Ort“.

Was bleibt also? Aus all den Vorschlägen und Wünschen soll nun voraussichtlich im nächsten Jahr ein Mobilitätskonzept entstehen, in dem bestehende Netzwerke genutzt und Ideen auch mit Bürgerhilfe weiter vertieft werden. Ohne Genaueres zu verraten, möchte Lea Bienhaus in 2022 „auch ein bis zwei Tests aus dem Diskussionsmaterial ausprobieren“.

Anforderungen ländlicher Mobilität sind Thema in Curslack

Was wohl fürs Landgebiet herauskommt? Am Sonnabend, 13. November, stehen in der Aula der Grundschule Curslack-Neuengamme (Gramkowweg 5) von 9 bis 14.30 Uhr vergleichbare Diskussionsthemen zur Mobilität von morgen an. „Wir haben dort andere Akteure“, weiß Annika Hanke, die einen Impulsvortrag zu den „Anforderungen ländlicher Mobilität in Curslack und Neuengamme“ vorbereitet hat. Entsprechend gestaltet sich das Programm: Die Situation der Rad- und Fußwege, der sichere Schulweg, die Nachhaltigkeit von Wirtschaftsverkehren, Sharing-Angebote und auch das Thema Freizeit und Tourismus werden von 23 Teilnehmern diskutiert.

( jhs )

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