Verkehr Hamburg

500 Menschen bezeugen Weiterfahrt des Mega-Schwertransports

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Der Mega-Schwertransporter setzte sich am Sonntagabend wieder in Richtung Bergedorf in Bewegung.

Der Mega-Schwertransporter setzte sich am Sonntagabend wieder in Richtung Bergedorf in Bewegung.

Foto: Dirk Schulz / HA

Hunderte Tonnen schwerer Koloss setzt sich wieder in Bewegung. Techniker schaffen Hindernisse aus dem Weg. Der weitere Zeitplan.

Geesthacht/Hamburg. Einen Artikel über den Mega-Schwertransport zu schreiben, hat ein bisschen etwas von der Verkündung der Lottozahlen: Alle Angaben sind ohne Gewähr.

So schnell und kurzfristig bereits die Genehmigung für die Überführung des ersten von vier um die 300 Tonnen wiegenden Transformatoren von Lauenburg ins Umspannwerk Oststeinbek erfolgte, so häufig musste auch der ursprüngliche Zeitplan für den Transport über den Haufen geworfen werden.

Mega-Schwertransport setzt sich in Bewegung

Sonntagabend dann aber die Gewissheit: Er ist unterwegs! Der 75 Meter lange Mega-Schwertransport beendete gegen 19.45 Uhr seinen Zwischenstopp in Geesthacht und machte sich somit auf den Weg in Richtung Bergedorf – unter den Augen von zahlreichen Schaulustigen.

Etwa 15 Minuten früher als geplant setzte sich das Gefährt vom Parkplatz an der Sportanlage in Bewegung. Allein das Ausparken dauerte etwa eine Viertelstunde. Während des Manövers drehten Techniker noch eine Fußgängerampel an der Berliner Straße, damit der 5,85 Meter hohe Koloss passieren konnte.

500 Schaulustige beobachten das Spektakel

Das nächste Hindernis wartete nur wenige Minuten später. Ein Baum verhinderte zunächst die Weiterfahrt, ein dicker Ast musste abgesägt werden. Das übernahm Maurice Neugebauer von der Fima RSV Verkehrstechnik.

Nach etwa zehn Minuten konnte der von zwei Bedienern per Fernsteuerung gelenkte Schwertransporter seine Fahrt fortsetzen. Allein auf dem ersten Kilometer der Strecke beobachteten rund 500 Besucher das Spektakel.

Koloss muss mehrere Engstellen in Bergedorf bewältigen

Der 75 Meter lange, 5,85 Meter hohe und 4,70 breite Koloss ist nur fünf Kilometer pro Stunde „schnell“. Auf der Strecke kommt es zu mehreren Engpässen, besonders in der Großbaustelle auf dem Sander Damm in Lohbrügge wird es eng.

Um 2 Uhr wird er in der Nacht von Sonntag zum Montag hier erwartet – sofern er zuvor unter der Eisenbahnbrücke der Bergedorfer Straße hindurch passt.

Nach dem Abladen in Oststeinbek fährt der leere Schwertransporter auf gleicher Strecke zurück – ebenfalls in der Nacht. Dieses Prozedere wird insgesamt dreimal wiederholt.

Mega-Schwertransport: Fahrt nach Bergedorf verzögerte sich

Schon vor der Weiterfahrt am Sonntagabend hatte der Weg von Lauenburg nach Geesthacht gezeigt, dass an vielen Stellen Probleme entstehen können. Der erste für Freitag vorgesehene Start musste aus personellen Gründen verschoben werden.

Im Netz kursierende Gerüchte, es läge ein technischer Defekt vor, verwies der Projektleiter ins Reich der Fabel. Gut 150 Schaulustige hatten am Donnerstagabend vergeblich auf die Weiterfahrt über Bergedorf nach Oststeinbek gewartet.

Bei der durchführenden Spezialfirma aus Moers war kurzfristig ein personeller Engpass entstanden. „Wir wollten nicht bei den schwierigen Passagen in Bergedorf mit zu wenig Mann fahren“, sagte Projektleiter Olaf Weltz.

>> Lesen Sie hier in unserem Newsblog, wie die Reise von Lauenburg nach Geesthacht abgelaufen ist. <<

Zuvor hatte sich bereits die Entladung der Transformatoren am Elbe-Lübeck-Kanal in Lauenburg verzögert, weil die Schleuse wegen einer Wartung nicht passierbar war. Außerdem gab es auf dem ersten Teilstück große Zeitverzögerungen.

Insbesondere die Einfahrt vom Buchhorster Weg auf die Bundesstraße 5 in Lauenburg erwies sich als schwieriger, als es die Firma nach vorher durchgeführter Computersimulation erwartet hatte.

Mega-Schwertransport steht noch bis Sonntag in Geesthacht

Eine Kuppe im Straßenprofil entpuppte sich als echtes Hindernis für das Gefährt, das so lang ist wie vier VHH-Gelenkbusse hintereinander. Während der Transformator in der Mitte auf den Selbstfahrer-Modulen fast aufsaß, hingen zwei Achsen an einem Ende schon in der Luft. „Versuchen Sie mal, mit einem Lineal über einen Berg zu fahren“, sagte Daniel Sobczynski von der Schwertransport-Firma als Vergleich. Erst als der Transport in der Mitte baulich so verändert wurde, dass er biegsamer war, konnte es weitergehen.

Der Zeitverzug war so groß, dass ein außerplanmäßiger Stopp in Schnakenbek eingelegte wurde. In Geesthacht traf der Trafo erst am Mittwochabend ein, wo die nächste Umplanung nötig war.

Die drei weiteren Transformatoren sollen übrigens jeweils an den Donnerstagen 18. und 25. November sowie 2. Dezember auf die Reise gehen.

( dsc/upb/isa )

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