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Bethesda zieht sich aus den Corona-Impfungen zurück

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Ulf-Peter Busse
Ein Bild aus dem Sommer: Lange Schlange beim Impfen ohne Termin im Bethesda.  

Ein Bild aus dem Sommer: Lange Schlange beim Impfen ohne Termin im Bethesda.  

Foto: Jan Schubert / BGDZ

Der Aufwand für die Klinik ist hoch. Allein diese Woche wurden 500 Menschen geimpft. Was Gesundheitsbehörde und Kassenärzte sagen.

Bergedorf.  Es ist der wichtigste Impfstützpunkt in Bergedorf: Allein in dieser Woche hat das Team vom Agaplesion Bethesda Krankenhaus mehr als 500 Menschen gegen Corona geimpft, darunter 222 Erstimpfungen. Doch die Klinik hat entschieden, den Vertrag mit der Gesundheitsbehörde zum Jahresende auslaufen zu lassen.

„Wir wollen uns wieder auf unsere eigentliche Zuständigkeit konzentrieren, nämlich die stationäre Behandlung für alle Menschen im Hamburger Osten sicherzustellen“, sagt Bethesda-Sprecher Matthias Gerwien. „Das Impfen ist originäre Aufgabe der niedergelassenen Mediziner. Das betont ja auch die Kassenärztliche Vereinigung immer wieder. Wir haben seit Anfang Mai gern geholfen, weil die pandemische Lage das aus unserer Sicht erfordert hat.“ Aber mittlerweile gehe es vor allem um Zweit- und Drittimpfungen, was den bürokratischen Aufwand deutlich verringere, weil keine Folgetermine geblockt werden müssen.

Bethesda zieht sich aus den Corona-Impfungen zurück

Tatsächlich bedeutet das Impfen einen erheblichen personellen Aufwand für die Klinik: Mehr als zehn Mitarbeiter müssen immer mittwochs und donnerstags ab 14 Uhr für das Impfen bereitstehen. Hinzu kommen etliche Ehrenamtliche, darunter viele der „Grünen Damen“, die eigentlich Patientenbetreuer sind, nun aber auch die langen Warteschlangen vor dem Impfzentrum des Krankenhauses am Glindersweg organisieren müssen.

Hamburgs Gesundheitsbehörde gibt keine Antwort auf die Frage unserer Zeitung, wie sie das Ausscheren ihres einzigen klinischen Vertragspartners für das Impfen im Bezirk Bergedorf bewertet. Dafür gibt sie das Versprechen: „Wir werden auch künftig sicherstellen, dass es ein Impfangebot in Bergedorf gibt.“

Impfaktionen in Vereinsheimen oder sozialen Einrichtungen

Erste Anlaufstelle seien die Arztpraxen. Aber auch darüber hinaus werde es weiterhin Impfaktionen etwa in Vereinsheimen oder sozialen Einrichtungen geben, realisiert von Ärzten der Behörde in Kooperation mit dem DRK. „Allein in den vergangenen sechs Wochen sind so in Bergedorf über 2500 Menschen geimpft worden“, schreibt Sprecher Martin Helfrich.

Aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung wird der Rückzug des Bethesda Krankenhauses keinen Impf-Engpass in Bergedorf zur Folge haben: „Nach unseren Abrechnungen impfen in Bergedorf 61 Praxen. Damit steht der Bezirk im Verhältnis zur Bevölkerung besser da als Hamburgs Durchschnitt“, sagt Sprecher Dr. Jochen Kriens. Die Erfahrungen im Bethesda sind andere: „Wir hören regelmäßig, dass Menschen von ihrem Arzt zu uns geschickt wurden, weil der gar nicht impft“, sagt Matthias Gerwien.

Letzte Erstimpfung im Bethesda am 1. Dezember

Konkret bedeutet der angekündigte Rückzug, dass das Bethesda nur noch bis einschließlich 1. Dezember immer mittwochs von 14 bis 16 Uhr Erst- und bis 23. Dezember donnerstags von 14 bis 17 Uhr Zweitimpfungen mit dem Vakzin von Biontech anbietet. Beides jeweils ohne Terminabsprachen.

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