Stadtplanung

Neues Konzept: Der Curslacker Neue Deich als Boulevard

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Christina Rückert
Der Curslacker Neue Deich könnte als Einfallstor Bergedorfs schöner gestaltet und zum „Innovationsboulevard“ werden.

Der Curslacker Neue Deich könnte als Einfallstor Bergedorfs schöner gestaltet und zum „Innovationsboulevard“ werden.

Foto: Karres en Brands / ADEPT

Bergedorfs Zentrum wächst stetig Richtung A 25. Das Gebiet soll attraktiver werden. Ein Baustein: Umbau der Einfallsstraße.

Bergedorf. Wie schön Bergedorf im Inneren ist, mit seinem Schloss, dem Sachsentor, dem Serrahn, das erschließt sich Ortsunkundigen nicht sofort. Denn wer mit dem Auto die A 25 in Bergedorf verlässt, passiert am Curslacker Neuen Deich zunächst ein Kuddelmuddel aus Gewerbebauten, knallroten Hinweistafeln von Bauhaus und Co. sowie Parkplatzbuchten.

Dabei könnte der Curslacker Neue Deich als Einfallstor Bergedorfs doch viel mehr sein – ein „Innovationsboulevard“ zum Beispiel. So zumindest lautet eine Idee der Planer, die derzeit einen Rahmenplan für ganz Bergedorf-Süd entwerfen.

Neues Konzept: Der Curslacker Neue Deich als Boulevard

Sie haben eine Fülle an Ideen für das gesamte Gebiet vom Weidenbaumsweg bis zum Pollhof und zur Holtenklinker Straße gesammelt. 125 Seiten umfasst ein Booklet, das die Planer von Karres en Brands mit anderen Experten für Bergedorf-Süd zusammengestellt haben. Und weil es so umfangreich ist, stellte Bart Brands dem Stadtentwicklungsausschuss nun zunächst nur grobe Züge der Ideen vor. Im nächsten Ausschuss soll dann konkret diskutiert werden.

Es geht darum, Bergedorf-Süd als Ganzes zu betrachten und weiterzuentwickeln. Grob haben die Planer mehrere Achsen als Vision entworfen. Sie tragen Namen wie „Campus Park“ oder „Biotop Park“. Der Curslacker Neue Deich könnte der „Innovationsboulevard“ sein, denn „er ist das Entree zur Innenstadt“, erklärte Bart Brands.

Experte: Erdgeschoss aktivieren durch Läden und Gastronomie

Kurz gesagt soll die Straße schöner werden. Das kann gelingen, wenn zum Beispiel „die Erdgeschosse aktiviert werden“, erklärte Bart Brands. Vielerorts gilt das als Schlüssel zur Belebung: Wo die Erdgeschosse nicht hinter weißen Bürolamellen verschwinden, sondern ein schöner Laden oder ein nettes Café lockt, entsteht gleich ein anderer Eindruck. Das muss nicht überall der Fall sein, aber „an ausgewählten Orten“. Auch könnte es an einigen Gebäuden vielleicht schönere Fassaden geben.

Ein heißes Eisen dürfte zudem das Thema Parkplätze sein. Die Planer schlagen vor, dass an der Straße gar nicht mehr geparkt werden soll – sondern hinter den Gebäuden. So könnte mehr Platz für Geh- und Radwege sowie Bäume sein. Was abweisend wirkt, wie etwa Zäune, soll nach Möglichkeit weg. Auch die Bahngleise an der Vierlandenstraße sind den Planern ein Dorn im Auge. Sie würden wie „eine Barriere“ in Richtung City wirken.

Großes Lob von der Bezirkspolitik für die ersten Ideen

Doch wo, wie hier, die Umsetzung gar nicht in bezirkliche Zuständigkeit fallen würde, könnte es wohl schwierig werden, die Ideen zu realisieren. Jedoch soll der Rahmenplan zunächst eher die Vision und Grundlage sein, anhand derer dann die künftigen Planungen entwickelt werden.

Für die ersten Ideen gab es großes Lob von den Bezirkspolitikern des Stadtentwicklungsausschusses. Sonja Jacobsen (FDP) sorgte sich jedoch, was denn wohl aus dem Frascatiplatz werden soll. „Er ist ja kein Schmuckstück“, stellte sie fest.

Schon länger wünsche sich die Politik eine Aufwertung. Doch wie soll das gelingen, ohne die dringend benötigten, kostenfreien Parkplätze zu opfern? Dass der „Fras“ das Herz von Bergedorf sein könnte, meinte Planer Bart Brands. Bisher gibt es aber nur die Idee, dort mit einem „Mobility Hub“ die oft wirre Parksituation zu verbessern.

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