Umwelt

Hamburg bekommt zehn Ranger für beliebte Ausflugsziele

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Jan Schubert
Umweltsenator Jens Kerstan (2.v.l.) zwischen Hamburgs neuen Rangern für Naturschutzgebiete.

Umweltsenator Jens Kerstan (2.v.l.) zwischen Hamburgs neuen Rangern für Naturschutzgebiete.

Foto: Marcus Brandt/dpa

Die Hamburger Umweltbehörde stellt einen Großteil des Teams in der Boberger Niederung vor. Ranger bieten Naturfrevlern Paroli.

Hamburg. Die Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (Bukea) setzt ab sofort auf die Dienste von zehn Rangern, die sich hauptsächlich um Pflege und Schutz der 36 Naturschutzgebiete Hamburgs kümmern sollen.

Im Beisein von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) präsentierten sich am Donnerstag die ersten acht Naturschutz-Ranger in der Boberger Niederung.

Wie die Ranger in Hamburg arbeiten

Gerade das 350 Hektar große Areal im Bezirk Bergedorf soll laut Christian Walte, Leiter des Ranger-Teams, neben der Fischbeker Heide, dem Duvenstedter Brook und dem Höltigbaum eines der Gebiete sein, die hohe Priorität im Ranger-Alltag genießen – „wobei wir nicht so offensiv kommunizieren möchten, wo wir an welchen Tagen genau sind“. Denn: Die Ranger bekommen kein festes Gebiet zugewiesen, alle kommen überall zum Einsatz – an unterschiedlichen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten. Sie treten stets in Zweier-Teams auf, die verstärkt auch an Wochenenden im Dienst sein werden.

Die Ranger, allesamt geprüfte Natur- und Landschaftspfleger, sollen laut Umweltsenator Kerstan „für die Besucher der Naturschutzgebiete als Ansprechpartner dienen, sie auf die Regeln hinweisen und gegebenenfalls auch Ordnungswidrigkeiten ahnden“. Es gelte auch mal, die Gäste „mit sanftem Druck“ aufmerksam auf ihre sensible Umgebung zu machen. Weiterhin fallen auch Pflegearbeiten, beispielsweise in den Biotopen, oder kleinere handwerkliche Tätigkeiten wie das Reparieren eines Zauns in das Aufgaben-Portfolio.

Eine Rangerin menschlich gesehen:

Als Teil der Volksinitiative „Hamburgs Grün erhalten“ will der Senat die Qualität der Naturschutzgebiete erhalten und zum Teil auch verbessern. Die Boberger Niederung könne in Zukunft gar erweitert werden.

Hamburg mahnt zu mehr Naturschutz

In jedem Fall: Das Aufgebot an mobilen Naturschützern passt in die Zeit. Angesichts eines zuletzt feststellbaren und regelrechten Ansturms auf die grünen Oasen Hamburgs mahnte Kerstan mit deutlichen Worten: „Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Naturschutzgebiete nicht zu Tode lieben.“

Denn während der Corona-Pandemie hätten die Menschen die Naturschätze in der eigenen Stadt mehr als jemals zuvor lieben gelernt. Was nicht immer nur vorteilhaft sein kann: „Freilaufende Hunde, Menschen, die sich außerhalb der Wege bewegen, zurückgelassener Müll nach Grillabende und Open-Air-Partys sind die Klassiker an Fehlverhalten gerade hier in Boberg“, weiß Janice Kauert, eine der bisher vier weiblichen Ranger.

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Hamburgs erste vier Naturschutz-Ranger sind bereits seit Jahresbeginn 2021 aktiv, drei weitere kamen im Juli 2021 hinzu, um ihre Arbeitsgebiete besser kennenzulernen. Die Besetzung der letzten drei Stellen folgt schließlich am 1. Dezember 2021. Die neuen Mitarbeiter der Umweltbehörde kommen aus vielen Berufen, arbeiteten zuvor zum Beispiel als Biologen, Tischler, Landwirte, Tierpfleger oder auch Laboranten.

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