Pilgerreise

Nach 2000 Kilometern: Bergedorferinnen erreichen Rom

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Christina Rückert
Erschöpft, aber glücklich und um unzählige Erfahrungen reicher: Die Pilgerinnen Julia Weissenhorner und Janka Davids am Ziel ihrer dreimonatigen Reise zu Fuß – auf dem Petersplatz im Herzen von Rom.

Erschöpft, aber glücklich und um unzählige Erfahrungen reicher: Die Pilgerinnen Julia Weissenhorner und Janka Davids am Ziel ihrer dreimonatigen Reise zu Fuß – auf dem Petersplatz im Herzen von Rom.

Foto: Privat

Die Pilgerinnen haben nach drei Monaten ihr Ziel erreicht. Sie sind überglücklich. Montag geht es zurück nach Hamburg.

Hamburg/Rom. Sie haben Berge erklommen, Täler durchschritten und Regen, Wind oder Hitze erduldet. Nun sind die Bergedorferinnen Julia Weissenhorner (54) und Janka Davids (49) erschöpft, aber glücklich am Ziel: Die beiden Pilgerinnen haben Rom erreicht – nach etwa 2000 Kilometern auf der „Via Romea Germanica“ von Stade bis in die Ewige Stadt. Die Pilgerreise war ein voller Erfolg.

Pilgerreise: Bergedorferinnen erreichen zu Fuß ihr Ziel

Auf der letzten Etappe ihrer Strecke vor Rom hatten die Frauen ihr Ziel bereits fest vor Augen. Und nicht nur sie: Immer wieder trafen sie auf andere Pilger, die gen Rom wollten. Jens aus Dänemark, das Ehepaar Francesca und Maurizio aus Italien und Sue aus England folgten einer anderen Pilgerroute, aber mit demselben Ziel und am Ende auf ähnlichen Pfaden. „Wir haben uns immer wieder getroffen und auch manchen Morgen-Cappuccino zusammen getrunken“, erzählt Janka Davids.

Kurz vor Rom trafen sie fast alle wieder aufeinander und gingen den Rest gemeinsam. Nur Sue trafen sie erst auf dem Petersplatz wieder. Im Petersdom holten sich die Frauen ihren letzten Pilgerstempel. „Es war sehr, sehr bewegend“, sagt Julia Weissenhorner.

Pilgerreise der beiden Bergedorferinnen dauerte drei Monate

Nun also Rom. Für die beiden Bergedorferinnen ein emotionaler Moment. „Es ist einfach ohne Worte“, stellt Janka Davids fest. „Wir sind gerade so unfassbar dankbar, auch, dass wir gesund geblieben sind.“ Manchmal betrachten sie nun den Brief, den Janka Davids Pastor ihnen im Juli in Bergedorf mit auf den Weg gegeben hat, ein Brief mit guten Wünschen und Segen. Drei Monate lang hatte vielleicht auch dieser Brief einen Anteil am Guten, das ihnen begegnete.

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Nun wollen die beiden Bergedorferinnen die Ewige Stadt entdecken. Das Pilgern bleibt Bestandteil der Stadterkundung: Sie wollen den Petersdom genauer erkunden und auch den Friedhof für deutsche Pilger besuchen. Untergebracht sind sie bei den deutschen Missionsschwestern der Pallottinerinnen, die ein Gästehaus in Rom betreiben. Aber auch das italienische Dolce Vita wollen die Frauen genießen, „gut essen und viele Cappuccini trinken“, wie sie sagen. Und sie wollen viele, viele Postkarten verschicken, an all jene, die „uns auf dem Weg geholfen haben oder die uns ein kurzes Stück in irgendeiner Form begleitet haben“, sagt Julia Weissenhorner. 48 Adressen haben sie auf ihrem Weg gesammelt.

"Willst du schnell gehen, geh allein. Willst du weit gehen, geh mit anderen"

Bis Montag werden die Frauen in Rom sein, dann geht es zurück nach Hause. Die Zugfahrt wird zwei Tage dauern, in München wollen sie auf der Hälfte übernachten. „Wir freuen uns sehr auf unsere Lieben daheim und wandern dann mal weiter“, sagen beide Frauen, die ein bis zwei Tage pro Woche ein Stück ihrer Arbeitswege Richtung Hamburger Innenstadt zusammen gehen. Ihr Motto gemäß einem afrikanischen Sprichwort sei stets: „Willst du schnell gehen, geh alleine. Willst du weit gehen, geh mit anderen.“

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