Corona

Ab heute Drittimpfungen im Bethesda Krankenhaus

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Jan Schubert und Anne Strickstrock
Das Agaplesion Bethesda Krankenhaus in Bergedorf bietet ab sofort auch Drittimpfungen für Ü60-Jährige sowie das eigene Personal an.

Das Agaplesion Bethesda Krankenhaus in Bergedorf bietet ab sofort auch Drittimpfungen für Ü60-Jährige sowie das eigene Personal an.

Foto: Andreas Rieß

Am Mittwoch und Donnerstag gibt es lange Impfstrecken im Bergedorfer Krankenhaus. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bergedorf. Das Agaplesion Bethesda Krankenhaus in Bergedorf bietet ab sofort auch Drittimpfungen für Ü60-Jährige sowie das eigene Personal an. Schon am heutigen Mittwoch (10 bis 18 Uhr) und am morgigen Donnerstag (10 bis 17 Uhr) werden im Haus freie Impfmarathons ohne Anmeldung und mit aufgestocktem Personal absolviert. Denn es wird auch Erst- und Zweitimpfungen geben.

Hintergrund ist, dass die Sozialbehörde nun dem Bethesda die Genehmigung für Drittimpfungen erteilt hat, nachdem zuvor die ständige Impfkommission (Stiko) die Booster-Impfung grundsätzlich empfohlen hatte. Prof. Dr. Martin Keuchel, verantwortlicher Impfarzt am Glindersweg: „Bisher war unser Hauptauftrag, Ungeschützte zu impfen. Nun haben wird die Freigabe für Drittimpfungen.“ Das passe auch zur Zunahme der Nachfrage nach Drittimpfungen.

Biontech-Impfbooster im Bethesda Bergedorf

Das Angebot ist ausschließlich für Personen gedacht, die 60 Jahre oder älter sind und deren zweite Schutzimpfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Gespritzt wird Biontech. Der Impfbooster eignet sich laut Stiko für alle, die zuvor AstraZeneca oder Moderna verabreicht bekamen ebenso wie für diejenigen, deren Impfung mit dem Wirkstoff von Johnson&Johnson bereits vier Wochen zurückliegt-

Zuletzt war im Bethesda eine Bergedorferin (86), deren Sohn (54) ­damals noch über die Telefonnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung einen Dritttermin gebucht hatte, abgewiesen worden. Der Sohn wandte sich verärgert unter anderem an Ärztekammer und Gesundheitsamt. Nun konnte seiner Mutter für den 20. Oktober der dritte Piks zugesichert werden – „mit bevorzugter Behandlung“. „Unglücklich gelaufen“, analysiert Keuchel, „wir hatten aber damals schon gesagt, dass wir uns melden, wenn wir die Freigabe haben.“

Bereits 80 Bethesda-Mitarbeiter bekamen Drittimpfung

Die langen Impfstrecken in dieser Woche sollen laut Keuchel die Ausnahme bleiben: „Das werden wir auf Dauer nicht durchhalten können“, sagt er mit Blick auf das nicht immer verfügbare Personalvolumen. Parallel läuft die eigene Auffrischungskampagne: Bereits 80 Bethesda-Mitarbeiter bekamen eine Drittimpfung.

„Die Auffrischung ist ein großer Wurf“, freut sich Vera Lütke Wissing, die das Georg-Behrmann-Stift leitet. Schon am Montag haben an der Justus-Brinckmann-Straße 300 Menschen eine Drittimpfung bekommen. Auch ein Großteil der 180 Mitarbeiter inklusive des ambulanten Pflegedienstes war dabei: „Ich bin froh, dass das so schnell entschieden wurde, damit wir alle gut durch den Winter kommen. Letztlich haben doch alle Angst vor Impfdurchbrüchen“, sagt die Chefin der Senioren-Einrichtung.

Genau einen solchen hat ein vollständig geimpfter 70-Jähriger, einer von aktuell vier männlichen Corona-Patienten im Bethesda Krankenhaus, erleiden müssen. Als einziger von zwei Intensivpatienten wird der Mann beatmet. Die drei anderen Corona-Patienten sind nicht geimpft. Derweil zeigt sich die Corona-Lage für den Bezirk Bergedorf leicht entspannt: Vergangene Woche lag die Inzidenz bei 78,3, jetzt fiel sie auf 49,1 (64 Neuinfektionen) nach Angaben der Sozialbehörde.

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