Kürbis-Rezepte

Markthändler verraten Tipps rund um das Fruchtgemüse

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Martina Grabsch vom Gemüsehof Grabsch aus Kirchwerder präsentiert einen Spaghettikürbis (l.) und einen Hokkaido.

Martina Grabsch vom Gemüsehof Grabsch aus Kirchwerder präsentiert einen Spaghettikürbis (l.) und einen Hokkaido.

Foto: Alexandra Schrader

Als Suppe, im Kuchen oder als Nudel-Alternative: Das herbstliche Fruchtgemüse ist vielfältig – und dazu noch gesund.

Hamburg. Er strahlt in allen Farben und Formen – und sticht einem derzeit überall ins Auge: Ein Kilogramm Kürbis hat jeder Deutsche laut der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse im vergangenen Jahr vertilgt, davon 85 Prozent aus heimischer Produktion. Auch auf dem Bergedorfer Wochenmarkt ist das Fruchtgemüse im Oktober unentbehrlich. „Schließlich ist jetzt richtige Kürbiszeit, wir verkaufen meist 15 bis 20 Kürbisse am Tag“, sagt Hofbesitzer Rainer Albers aus Ochsenwerder. Je nach Sorte erstreckt sich die Saison von Juli bis Dezember.

Doch was können die farbenfrohen Schwergewichte, wenn es mal nicht die klassische Kürbissuppe sein soll? Die Bergedorfer Marktverkäufer haben da allerlei Tipps, denn zwischen den rund 850 Kürbissorten gibt es jede Menge Unterschiede. Und es gibt jede Menge Kürbis-Rezepte.

Kürbis-Rezepte: Hokkaido lässt sich süß-sauer einlegen mit Ingwer, Vanille und Chili

Einer der Klassiker: der dunkelorangene Hokkaido. Mit 500 Gramm bis 1,5 Kilogramm ist er vergleichsweise handlich. „Hokkaido esse ich am liebsten süß-sauer eingelegt mit Ingwer“, sagt Rainer Albers. Dafür sollte man zum Beispiel den Kürbis in Stücke schneiden, dann mit Essig, Apfelsaft und Wasser sowie Zucker, Salz, Zitronensaft und Zimt fünf bis sieben Minuten aufkochen. Anschließend mit Ingwer, Vanille und Chili in Gläser füllen. Die Gläser verschließen und noch heiß auf den Kopf drehen.

Hokkaido sei zudem sehr einfach zu handhaben, da man ihn mit Schale im Ofen backen und diese schließlich mitessen könne. „Die Kerne sollten aber entfernt werden. In die Mitte kann dann eine Füllung, etwa aus Hackfleisch“, sagt Albers. Auch für Risotto oder Püree eignet sich der Küchenklassiker.

Eine Marktkundin steuert ebenfalls Ideen bei. Kardamomkapseln gäben einer Kürbissuppe ein tolles Aroma: „Mitkochen und vor dem Essen herausfischen.“ Um die Suppe noch gesünder zu machen und eine sämige Konsistenz zu bekommen, seien Kartoffeln und Möhren unverzichtbar. Und noch ein Tipp: Vor dem Servieren etwas Kürbiskernöl auf die Suppe tröpfeln – das erfreut Auge und Gaumen.

Der Spaghettikürbis ist ein kalorienarmer Pasta-Ersatz

Martina Grabsch vom Gemüsebau Grabsch aus Kirchwerder hat den etwas unbekannteren Spaghettikürbis im Angebot. Er kann halbiert und ohne Kerne in den Ofen gelegt werden. Am besten noch mit Olivenöl bepinselt und mit Salz, Pfeffer, Knoblauch oder Kräutern gewürzt. Anschließend lässt sich das faserige Fruchtfleisch mit einer Gabel herauslösen, wobei die „Kürbis-Spaghetti“ entstehen. Sie haben wenig Kohlenhydrate und enthalten, wie alle Kürbisse, viele gesunde Nährstoffe wie Beta-Karotin, Kalzium, Eisen und Magnesium.

Warum Kürbis nicht nur für die Suppe taugt

Rezept für Kürbisrisotto mit Baconchips und Pinienkernen

Noch eine andere Sorte ist der mal dunkelgrüne, mal orangene Muskatkürbis. „Er eignet sich besonders gut für Kürbiskuchen und -brot“, sagt Marianne Drewes vom Gemüsehof Klingwort. Aber auch eingelegt oder für Marmelade sei diese würzige Sorte eine gute Wahl.

Kürbisse halten sich sogar im Gefrierfach

Wer einen Halloween-Kürbis sucht, sollte zum Feldkürbis greifen. Durch seine Größe und Stabilität kann er gut geschnitzt und mit einer Fratze verziert werden. Zum Essen ist er weniger gut geeignet – dafür lassen sich die Kerne rösten.

Hilfreich beim Einkauf: Wenn beim Klopfen gegen die Schale ein hohles Geräusch ertönt, bedeutet dies, dass der Kürbis reif ist. Gelagert werden sollte er an einem kühlen und trockenen Ort. Auch im Gefrierfach hält er sich – sowohl roh als auch gekocht.

( ajs )

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