SPD Bergedorf

Freude bei Bergedorfs Genossen – doch ohne Überschwang

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Christina Rückert
Freude bei der Prognose um 18 Uhr: Im SPD-Haus Vierlandenstraße trafen sich  einige SPD-Mitglieder – darunter Schulsenator Ties Rabe (3. von links) und Direktkandidat Metin Hakverdi (2. von rechts).

Freude bei der Prognose um 18 Uhr: Im SPD-Haus Vierlandenstraße trafen sich einige SPD-Mitglieder – darunter Schulsenator Ties Rabe (3. von links) und Direktkandidat Metin Hakverdi (2. von rechts).

Foto: Christina Rückert

Eine große Wahlparty gab es nicht. Der Vorsprung ist zu knapp. Die Genossen sind aber überzeugt: „Wir sind klarer Wahlsieger.“

Hamburg. Ein paar Gläser mit Crackern, dazu Kekse und ein paar Flaschen Sekt: Eine große Party hatten Bergedorfs Sozialdemokraten für diesen Wahlabend ohnehin nicht geplant. Ein knappes Dutzend Genossen versammelte sich diesmal coronabedingt im SPD-Haus an der Vierlandenstraße, um gemeinsam die ersten Ergebnisse zu verfolgen.

Und so blieb der Jubel um 18 Uhr, als die erste Prognose über die Leinwand flimmerte, auch eher verhalten: Mit Freude, aber ohne enthusiastischen Überschwang registrierten die Bergedorfer Sozialdemokraten den Vorsprung ihrer Partei vor der Union – und ahnten wohl zugleich, dass es noch eine lange Nacht werden könnte.

„Mit den Grünen und der FDP, das würde ich gut finden“

Gleichwohl zeigte sich Schulsenator Ties Rabe, 19 Jahre lang SPD-Kreisvorsitzender Bergedorf, „mehr als glücklich“ über das Ergebnis. Und meinte damit vor allem die „fulminante Aufholjagd“ des Olaf Scholz: „Wir standen bei 14/15 Prozent – wie festgemauert“, und das jahrelang, stellte Rabe fest. Nun habe Scholz der SPD das jetzige Ergebnis beschert.

Für Rabe ist die SPD deshalb „klarer Wahlsieger“ – und auch eine Lieblingskoalition hätte er bereits: „Mit den Grünen und der FDP, das würde ich gut finden.“

Hakverdi will sich nicht „in Koalitionsfragen verheddern“

So klar mag sich in Koalitionsfragen Metin Hakverdi noch nicht äußern. Der SPD-Bundestagsabgeordnete für Bergedorf-Harburg, der wieder das Direktmandat erringen möchte, fände es schwierig, sich bereits jetzt „in Koalitionsfragen zu verheddern“. Hakverdi freute sich zunächst einfach darüber, dass die SPD vor der Union lag: „Das ist großartig!“ Im Wahlkreis habe er eine ähnliche Stimmung für die SPD ausgemacht, „sie war sehr positiv“. Auch für Hakverdi persönlich stehen die Chancen gut: Gegen 20.30 Uhr lag er im Wahlkreis Bergedorf-Harburg mit über 39 Prozent sehr deutlich vor seinen Mitbewerbern.

Auf Bundesebene könnte der SPD-Vorsprung hingegen noch etwas schmelzen. „Es war klar, dass es knapp werden würde. Aber so knapp – das habe ich nicht unbedingt erwartet“, sagte Bergedorfs SPD-Kreisvorsitzender Paul Kleszcz kurz nach der ersten Prognose. Dennoch habe die SPD ein „gutes Ergebnis“ geholt – dank Olaf Scholz und in Bergedorf dank Metin Hakverdis „fantastischer Wahlkreis-Arbeit“. Es sei gut gewesen, dass die Partei sich geschlossen gezeigt habe. Auch eine Wunsch-Koalition hat Kleszcz: die Ampel. „In Bergedorf haben wir ja auch Erfahrung damit, und es funktioniert gut.“

„Die Menschen wählen trotz allem ja auch regional“

Ein klein wenig rechnet Katja Kramer, SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksversammlung, deshalb das gute Ergebnis der Hamburger SPD auch der regionalen Arbeit zu. „Die Menschen wählen trotz allem ja auch regional. Und deshalb gibt uns das Ergebnis auch etwas Rückwind.“

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