Bergedorf

CDU in Bergedorf setzt auf „Kanzler Laschet“

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Der CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis 23, Uwe Schneider: „Die Wahl ist ein klares Votum gegen Rot-Grün-Rot, und das ist gut für Deutschland.“

Der CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis 23, Uwe Schneider: „Die Wahl ist ein klares Votum gegen Rot-Grün-Rot, und das ist gut für Deutschland.“

Foto: Lüttke

Der Schock sitzt tief. Die CDU in Bergedorf setzt aber weiter auf „Kanzler Laschet“ und eine Jamaika-Koalition.

Hamburg. Die Wahlparty der CDU in Bergedorf fiel dieses Mal aus, allerdings coronabedingt. Aber vielleicht auch ein bisschen, weil der absehbare Absturz in der Wählergunst auf das Niveau der SPD nicht gerade das christdemokratische Herz erfreut. Auch wenn Olaf Scholz und seine Sozialdemokraten seit Wochen einen erstaunlichen Aufschwung genommen haben.

„Wir haben trotzdem Chancen, wieder stärkste Kraft im Bundestag zu werden“, übte sich CDU-Kreischef Dennis Gladiator schon am Nachmittag in Zweckoptimismus. Von den ersten Hochrechnungen wurde das bestätigt: Die CDU blieb den Abend über im Rennen um den Titel, könnte als stärkste Kraft vielleicht doch weiter den Kanzler stellen.

Christdemokraten in Bergedorf setzen nach der Bundestagswahl auf Jamaika

Allerdings mit einem von 32,9 auf unter 25 Prozent abgeschmolzenen Ergebnis, das neben einer Neuauflage der Großen Koalition – aber jetzt auf Augenhöhe mit der SPD – auch wieder das Thema Jamaika mit Grünen und FDP auf den Tisch bringt.

CDU-Direktkandidat Uwe Schneider gab sich in einem ersten Statement optimistisch: „Die Wahl ist ein klares Votum gegen Rot-Rot-Grün und das ist gut für Deutschland.“ Er sei sicher, dass die CDU wieder Regierungsverantwortung übernehmen werde „und zwar mit einem Kanzler Armin Laschet“. Schneiders Begründung: „Bei einer Jamaika-Koalition unter Führung der CDU gibt es deutlich mehr politische Überschneidungen als bei der Ampel von FDP und Grünen mit der SPD.“

Schonungslos Aufarbeitung des Wahlergebnisses gefordert

Für Dennis Gladiator zeigt das Ergebnis „ganz klar herbe Verluste, deren Ursachen wir nach der Wahl schonungslos aufarbeiten müssen“, sagt Bergedorfs CDU-Chef. Er hatte sich beim Machtkampf um die Kanzlerkandidatur im Sommer klar für Markus Söder ausgesprochen, will jetzt aber nicht alles auf Armin Laschet schieben: „Es braucht eine grundlegende und umfangreiche Analyse, warum wir mit unseren Themen nicht beim Wähler angekommen sind.“ Einer Neuauflage der Großen Koalition erteilt er eine Absage, „weil das nicht der Normalfall für Deutschland sein darf“.

Gladiator setzt auf Jamaika: „Alle daran zu beteiligenden Parteien spüren die Verantwortung, das jetzt wirklich umzusetzen. Denn auch wenn unser Wahlergebnis schlecht sein wird: Es ist gelungen eine linke rot-grüne-rote Regierung zu verhindern. Jetzt müssen wir das nur noch in einer Koalition unter Führung der CDU/CSU umsetzen.“

Christdemokraten wollen nicht alles auf Armin Laschet schieben

Gladiators Stellvertreterin im CDU-Vorsitz, Birgit Stadermann aus Neuallermöhe, berichtet von Erfahrungen in den letzten Tagen des Wahlkampfs am CDU-Stand: „Die Menschen suchen nach Orientierung in einer von Corona über den Klimawandel bis zu Konflikten wie in Afghanistan immer komplexeren Welt. Dafür stand Angela Merkel. Ohne sie konnten wir das als CDU nicht ausreichend liefern.“

Allerdings sei ein Ergebnis mit rund 25 Prozent der Wählerstimmen aber „trotzdem ein starkes Votum“. Die CDU in der Opposition kann sie sich nicht vorstellen.

( upb )

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