Haus im Park

Spielzeit in Bergedorf startet später – aber mit Schwung

| Lesedauer: 3 Minuten
Christina Rückert
Mit „Hair“ startet das Bergedorfer Theater Haus im Park am 17. Oktober schwungvoll in die neue Saison. Das Kult-Musical verspricht viele tanzbare Hits.

Mit „Hair“ startet das Bergedorfer Theater Haus im Park am 17. Oktober schwungvoll in die neue Saison. Das Kult-Musical verspricht viele tanzbare Hits.

Foto: G2 Baraniak

Corona wirbelt die Pläne durcheinander und der Auftakt am 1. Oktober fällt aus. Es ist die letzte Theatersaison im Haus im Park.

Hamburg. Wenn sich in diesem Jahr der Vorhang für die neue Spielzeit im Haus im Park hebt, dann ist das fast ein Moment lokaler Zeitgeschichte. Denn es wird wohl – sofern alles läuft wie geplant – die letzte Theatersaison im Haus im Park nach vielen Jahrzehnten sein. 2022 soll die Bühne ins neue Körber-Haus an der Holzhude umziehen.

Umso größer ist derzeit die Vorfreude auf die letzte Spielzeit am Gräpelweg 8. Coronabedingt muss sie allerdings später starten: Da die Tourpläne verschiedener Theater durcheinandergeraten sind, fällt die Auftaktproduktion „Glücklich in 90 Minuten“ (1. Oktober) aus.

Haus im Park startet mit Musical-Klassiker in die neue Saison

„Es sind Auswirkungen von Entscheidungen anderer Häuser“, stellt Gastspielmanager Peter Offergeld (Altonaer Theater/Kammerspiele) fest. Wer Tickets für die ausgefallene Produktion hatte, kann diese zurückgeben oder umtauschen. Start der Saison ist nun am Sonntag, 17. Oktober, mit dem Musical „Hair“, das gerade Premiere am Altonaer Theater hatte.

Offergeld geht davon aus, dass der verspätete Saisonstart der Lust aufs Theater keinen Abbruch tut. Denn die Nachfrage nach Tickets sei inzwischen gut, „der Andrang ist da“, sagt er. Auch in den Hotlines, über die vorrangig die Tickets verkauft werden, sei zeitweise so viel los, dass es Wartezeiten gebe.

Ticketnachfrage ist gut, „der Andrang ist da“

Zwar sei das auch der Tatsache geschuldet, dass von jedem Käufer die Kontaktdaten erfasst werden müssten. Doch der Spaß an Unterhaltung sei überall spürbar. „Da war so eine riesige Euphorie bei der Premiere von ,Hair’ am Altonaer Theater, es war toll“, freut sich der Gastspielmanager. „Und diese Euphorie, die wollen wir nun mit nach Bergedorf nehmen!“

Das Musical „Hair“ ist ein Klassiker auf den Bühnen der Welt. Es spielt in den 1960er-Jahren in den USA. In Vietnam herrscht Krieg, wehrpflichtige Amerikaner werden eingezogen, junge Hippies protestieren und suchen abseits etablierter Bürgerlichkeit nach einem anderen, friedvolleren Leben ohne Krieg, Gewalt und Rassismus.

Programmmacher rechnet nicht mit weiteren Absagen

Seinen Kultstatus gewinnt das Musical auch aus der nicht nachlassenden Aktualität seiner Themen: Dem Traum von einer gerechten Welt ohne Rassismus oder Sexismus und mit mehr Menschlichkeit. „Hair“ ist Lebensbejahung und Aufbruchsstimmung – und tanzbare Musik. Drei Vorstellungen sind geplant: 17. Oktober, 18 Uhr, 19. Oktober, 19.30 Uhr, 20. Oktober, 16 Uhr (Ticketinfos: Telefon 72 57 02 65, dienstags bis freitags, 14 bis 18 Uhr).

Für die weitere Saison rechnet Gastspielmanager Peter Offergeld nicht mit weiteren Ausfällen im Spielplan. „Da sind wir zuversichtlich, die Verträge sind geschlossen.“ Und so können sich die Bergedorfer Zuschauer auf Gastspiele mit Elke Winter, Walter Sittler, Rüdiger Hoffmann, Gitte Haenning und vielen anderen Stars freuen.

Im Bergedorfer Theater bleibt es vorerst bei 3G

Der Bergedorfer Theatersaal wird sich dabei nur etwa zur Hälfte füllen, denn das federführende Altonaer Theater mit den Kammerspielen und eben auch Bergedorf bleibt bei 3G – es haben neben Geimpften und Genesenen also auch Getestete Zutritt. So kann das Theater derzeit nur etwa die Hälfte aller Plätze verkaufen. Offergeld: „Unsere Erfahrung ist aber, dass die Besucher derzeit sowieso gern noch auf Abstand sitzen.“ Mindestens bis zur zweiten Saisonhälfte soll 3G wohl beibehalten werden.

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