Bergedorf

Ärger über wenig Parkraum Am Schilfpark

| Lesedauer: 3 Minuten
Anne K. Strickstrock
Parkverbote Am Schilfpark bringen Anwohner zur Verzweiflung

Parkverbote Am Schilfpark bringen Anwohner zur Verzweiflung

Foto: strickstrock / BGZ

Anlieger Am Schilfpark und Am Schleusengraben brauchen zeitnah eine Lösung. Denn auch mietbare Außenparkplätze gibt es nicht.

Hamburg.  „Wir stehen echt auf dem Schlauch, man mag abends gar nicht mehr losfahren“, sagt Andreas Binding bekümmert. Der 53-Jährige zog vor einem Jahr an den Schilfpark in Bergedorf – und weiß einfach nicht, wo er sein Auto abstellen soll. Verärgert schrieb er jetzt an Polizei, Bezirksamt und Politiker: „Hier muss zeitnah eine Lösung gefunden werden, sonst gründen wir eine Bürgerinitiative.“

Unerträglich sei die Situation geworden für die rund 400 Anlieger Am Schilfpark und Am Schleusengraben: Da fiel Parkfläche zugunsten von Müllcontainern weg, da werden Parkplätze wochenlang gesperrt, damit die Bauarbeiter Bürogebäude errichten können. Das Halteverbot wurde jetzt auch noch um gut drei Monate verlängert, bis Mitte Dezember.

Ärger um Parkplätze Am Schilfpark in Bergedorf

„Man kann doch auch nur tageweise sperren, wenn größere Baufahrzeuge erwartet werden“, meint Binding, dem zudem die Saga versprochen hatte, Außenparkplätze für monatlich 35 Euro anzubieten, denn die Tiefgaragen sind inzwischen alle voll: „Davon ist jetzt keine Rede mehr, dafür sei kein Grundstück mehr frei“, erfuhr Binding auf Nachfrage. Eine Fehlplanung sei das, kritisiert er im Namen seiner Nachbarn: „Das haben wir der neuen Stellplatzverordnung zu verdanken mit dem Schlüssel von nur 0,5 Stellplätzen für Neubauten.“

Unterdessen beobachtet er täglich 45 parkende Wagen auf der Sandfläche nahe der künftigen Brücke, die zum Jahresende gebaut werden soll: „Da soll ja für 300.000 Euro ein Spielplatz hin, aber es wäre gleichzeitig genug Platz für einen abgetrennten Parkplatz“, glaubt er.

Hinter den Handwerkergaragen ist Platz – aber nur für Gewerbetreibende

Zudem sprach Andreas Binding mit den umliegenden Unternehmern, die Parkraum frei haben, etwa hinter den Handwerkergaragen: „Die sagen aber, dass sie nur an Gewerbetreibende vermieten dürfen“, erfuhr der Privatmann. „Da ließe sich jedoch vorübergehend eine Umwidmung beantragen“, verrät Bergedorfs Baudezernent Uwe Czaplenski. Auch die Polizei hat umgehend geantwortet: Man wolle sich anschauen, ob man die Baustellen-Sperrungen reduzieren könne: „Wir haben das gestern sofort überprüft und konnten erreichen, dass das Halteverbot vor der Baustelle wenigstens nicht sonnabends gilt. Da kommen sowieso keine Anlieferungen“, sagt Axel Kleeberg, Chef der Bergedorfer Verkehrspolizei.

Lesen Sie auch:

CDU-Verkehrsexperte Jörg Froh schaltete sich ebenso ein und will den Bergedorfer Verkehrssauschuss mit der Problemlage beschäftigen. Der tagt wieder online am nächsten Montag, 13. September, 18 Uhr. Und da werden die Verkehrspolitiker deutlich die Worte von Andreas Binding im Ohr haben: „Der Autofahrer ist immer der Prügelknabe der Nation. Aber wir können nun mal nicht alle mit dem Lastenrad zur Arbeit fahren.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf