Fussball-Oberliga

Ein Stinkstiefel trübt die Freude des VfL Lohbrügge

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Hanno Bode
Lieferte sich nach dem Abpfiff eine laute Diskussion mit seinem Trainer: Der eingewechselte Marc Oldag wird in dieser Szene von Gerret Grage festgehalten. Rechts: Marvin Karow.

Lieferte sich nach dem Abpfiff eine laute Diskussion mit seinem Trainer: Der eingewechselte Marc Oldag wird in dieser Szene von Gerret Grage festgehalten. Rechts: Marvin Karow.

Foto: Bode / BGZ/Hanno Bode

Der VfL Lohbrügge feierte mit dem 3:0 gegen Barmbek-Uhlenhorst seinen ersten Saisonsieg. Marc Oldag mit Reservistenrolle unzufrieden.

Lohbrügge. Unverhofft früh war das Reservisten-Dasein von Marc Oldag im Oberliga-Heimspiel seines VfL Lohbrügge gegen Barmbek-Uhlenhorst beendet. Bereits nach 35 Minuten wurde der technisch hochveranlagte Fußballer für den verletzten Narek Abrahamyan eingewechselt. Als der 29-Jährige dann kurz vor der Halbzeit mit einem direkt verwandelten Eckstoß zum 1:0 traf (43.), hätte er seinen Ärger über die Nichtberücksichtigung in der Startelf eigentlich runterschlucken können.

Doch in dem Mittelfeldakteur brodelte es weiter. So sehr, dass er sich nach dem Schlusspfiff trotz seines Traumtors und des 3:0-Erfolgs der „Wild Boyz“ einen verbalen Schlagabtausch mit Elvis Nikolic lieferte, der das Team gemeinsam mit Sven Schneppel trainiert.

Lohbrügges Trainer Elvis Nikolic kündigt Geldstrafe an

Mit „Du Stinkstiefel“ versuchte Nikolic Oldag zunächst noch im Mannschaftskreis zur Räson zu bringen. Als dieser sich aufgelöst hatte, setzte sich der Disput aber fort. Lohbrügges Coach wurde immer ungehaltener und beendete den – freundlich ausgedrückt – Gedankenaustausch mit einer klaren Ansage: „Es geht hier um die Mannschaft, nicht um dich. Das gibt eine Geldstrafe!“

Es war das Wort zum Sonntag an einem für den VfL eigentlich sehr schönen Sonnabendnachmittag, der durch den Zank getrübt wurde, auch wenn Nikolic versuchte, diesen herunterzuspielen. „Es war eine normale Diskussion. Er hätte gerne von Anfang an gespielt, wir haben uns anders entschieden“, erklärte der Trainer.

Geniestreich von Marc Oldag zwei Minuten vor der Pause

Ein fader Beigeschmack blieb nach einer Partie, die aus Sicht der Hausherren ebenso begonnen hatte: fade. Im ersten Abschnitt tat sich Lohbrügge sehr schwer, gescheite Angriffe gegen die sehr gut verteidigenden und im Umschaltspiel immer mal wieder gefährlichen Gäste zu initiieren. Eine Chance von Pascal Bäker, die Keeper Rene Heide vereitelte (17.), war die beste VfL-Gelegenheit bis zu jenem Geniestreich von Oldag zwei Minuten vor der Pause.

BU konnte sich für das Traumtor allerdings wenig begeistern. Die Gäste monierten, dass Jonas Holz Torwart Heide mit dem Ellenbogen an der Abwehr des Kunstschusses gehindert habe. Die blutige Nase des Schlussmanns zeugte zumindest von einer Berührung mit dem Verteidiger. Schiedsrichter Björn Friedsch (SV Börnsen) sah aber keinen Anlass, dem Treffer die Anerkennung zu verweigern.

„Der erste Saisonsieg ist immer der schwerste“

Nach dem Seitenwechsel stand der Unparteiische ein weiteres Mal im Mittelpunkt, als er Barmbeks Tom Jahnke nach einem sehr ungeschickten, aber nicht böswilligen Einsteigen gegen Marcel Walter die Rote Karte zeigte (56.). Nun hatten die Gastgeber alle Trümpfe in der Hand, taten sich trotz Überzahl aber weiter schwer, Chancen zu kreieren. Erst ein von Andreas Metzler verwandelter Foulelfmeter – Martin Schauer war mit unlauteren Mitteln gestoppt worden – führte zum 2:0 (85.). Der eingewechselte Mert Akkus sorgte nach einem Konter für den Endstand (90.+1).

Hernach gab es mit Ausnahme der beiden „Motzkis“ Oldag und Nikolic nur glückliche Lohbrügger Gesichter. Und auch bei Letzterem entspannten sich die Gesichtszüge bald wieder. „Der erste Saisonsieg ist immer der schwerste“, sagte der Coach und freute sich, dass eben dieser nun gelungen ist.

VfL: Braun (2); Holz (2), Metzler (2), Weber (3), Pallasch (3); Karow (3), Keisef (4) ab 74. Akkus (-), Brkic (3), Abrahamyan (3) ab 35. Oldag (3), Walter (4-5) ab 56. Löw (3-4); Bäker (4-5) ab 74. Schauer (-).

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