Serrahnstraße

Startschuss: Bau der neuen Hafenpromenade in Bergedorf

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Jan Schubert
Kräftig zugepackt: Cathrin Bröcker (v. l.), Michael Wenk, Dorothee Stapelfeldt und Ulf von Krenski beim offiziellen Spatenstich auf der Serrahnstraße, die auf insgesamt 135 Metern zu Bergedorfs Vorzeige-Flaniermeile werden soll.  

Kräftig zugepackt: Cathrin Bröcker (v. l.), Michael Wenk, Dorothee Stapelfeldt und Ulf von Krenski beim offiziellen Spatenstich auf der Serrahnstraße, die auf insgesamt 135 Metern zu Bergedorfs Vorzeige-Flaniermeile werden soll.  

Foto: Jan Schubert / BGDZ

Das Projekt kostet 1,9 Millionen Euro. Die neue Flaniermeile wird in vier kurzen Bauabschnitten entstehen. Die Details.

Hamburg. Die ersten Arbeiter sind schon vor zehn Tagen angerückt: Beim Bodenausschachten überprüften sie diverse Leitungen und den unterirdischen Zustand der Kaimauer, entdeckten dabei auch gleich einen vergammelten Schieber an einer Wasserleitung.

Es geht also voran mit dem Umbau der Serrahnstraße zur neuen Vorzeige-Promenade Bergedorfs: „In 14 Tagen wollen wir an dieser Stelle mit der Asphaltierung starten“, sagt Tiefbauamtschef Lars Rosinski zum Fortschritt der ersten von vier Bauphasen.

Flaniermeile ein Teil der umfassende Aufwertung des alten Hafens

Nun gab es am Donnerstag den obligatorischen Spatenstich des 1,9 Millionen-Euro-Projekts, mit dem an der Serrahnstraße wieder Hafencharakter einziehen soll. Der kommissarische Bezirksamtsleiter Ulf von Krenski, Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Dorothee Stapelfeldt (SPD), die Leiterin des Verbraucherschutzamts, Cathrin Bröcker, sowie Michael Wenk vom Verein Bergedorfer Hafen, griffen beherzt zur Schaufel und schippten den obligatorischen Sand.

Von Krenski erinnert sich noch mit Entsetzen an das Jahr 2015, als er mit seiner Familie nach Bergedorf zog: „Da stand auf dieser Serrahnseite eine Betonladerampe für das damalige Kaufhaus. Das hatte mehr das Ambiente einer Industrieanlage,“ erinnert er sich. Bald nun sollen die alten Bausünden vergessen sein. Die neue Promenade ist ein Bestandteil des Konzepts „Serrahn 2030“ für eine umfassende Aufwertung des alten Hafens und seiner Umgebung.

Senatorin prophezeit, dass dies der neue „Lieblingsort“ der Bergedorfer wird

Der Siegerentwurf des Architekturbüros Ando Yoo sieht mehrere Zonen auf der Serrahnstraße vor: An den Häusern entlang eine vier Meter breite Gastrofläche, daneben eine 3,50 bis 5,50 Meter breite Fußgängerfläche, auch für Lieferverkehr und als Notfallgasse geplant, sowie eine drei Meter breite Aufenthaltszone am Wasser, gespickt mit zahlreichen maritimen Elementen. Gastro- und Flanierbereich werden durch neu angepflanzte Bäume voneinander abgetrennt.

Michael Wenk gefällt der Begriff „Lieblingsort“ ungemein, den Senatorin Stapelfeldt in ihrer kurzen Ansprache einige Male wiederholt, die künftige Serrahnstraße dabei in einem Atemzug mit Alster, Michel oder Elphi nennt.

Probleme bei der Eröffnung eines Tex-Mex-Restaurants

„Dieser unverwechselbare Ort wird Bergedorf prägen“, meint Dorothee Stapelfeldt, und Michael Wenk vom Verein Bergedorfer Hafen nickt zustimmend: „Wir haben drei große Vorhaben, die Kupferhofterrassen, die Serrahnstraße – und wir haben jetzt schon die Alte Holstenstraße im Blick.“ Zunächst aber sei auf der Hafenpromenade künftig darauf zu achten, „dass die Außengastronomen einheitliches Mobiliar mit maritimen Anstrich“ aufstellen.

Apropos Gastronomie: Im Neubau auf dem früheren Woolworth-Gelände hatte die Tex-Mex-Cocktail-Kette „Sausalitos“ eigentlich die Eröffnung ihres Lokals für die zweite Hälfte 2021 angekündigt. Doch im Erdgeschoss des Neubaus tut sich nichts. In den Stockwerken darüber zieht das Design-Hotel „Ninety-Nine“ ein. Immerhin geht es mit der Ausstattung der Zimmer voran.

Prachtpromenade soll April 2022 fertig sein

Von Krenski geht davon aus, dass spätestens zum Bauende im Frühjahr 2022 „auch das Sausalitos“ öffnen wird. Unter Corona-Gesichtspunkten und mit der Einführung der 2G-Regelung sei eine Eröffnung momentan wohl „eine wirtschaftliche Entscheidung“.

Im April 2022 könnte die Prachtpromenade fertig sein. Von Krenski freut sich bereits: „Bergedorf wächst weiter, und ein wachsender Organismus braucht ein kräftiges Herz wie hier am Serrahn.“ Gleichzeitig verteidigte er das viel kritisierte Abholzen der 19 Platanen im Frühjahr als richtig, weil die unterirdischen Wurzeln die Stabilität der Kaimauer beeinträchtigt hätten. Er gab gleich noch die entsprechende Reiseempfehlung: „Dann müssen sie nach Paris fahren, wenn sie Platanen sehen wollen. Auf der Serrahnstraße waren sie fehl am Platze.“

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