Flüchtlinge

„Mittelmeer-Dialoge“ als Theaterstück im Haus im Park

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Zugunsten der Organisation ResQship, die Flüchtlinge auf dem Mittelmeer aufnimmt, werden die „Mittelmeer-Dialoge“ in Bergedorf gezeigt.

Zugunsten der Organisation ResQship, die Flüchtlinge auf dem Mittelmeer aufnimmt, werden die „Mittelmeer-Dialoge“ in Bergedorf gezeigt.

Foto: Thorsten Kliefoth / ResQship

Zitate von Flüchtlingen setzt Michael Ruf mit seinen „Mittelmeer-Dialoge“ zu einem Theaterstück zusammen. Zu sehen im Haus im Park.

Bergedorf. Mal flüstern sie. Oder schweigen. So ist das im dokumentarischen Theater, dessen vier professionellen Schauspieler kein prächtiges Bühnenbild brauchen, sondern wortgetreu aus dem Leben berichten. Und menschliche Schicksale beschreiben. Mit seinem Verein „Bühne für Menschenrechte“ hat der Autor und Regisseur Michael Ruf, Jahrgang 1976, bereits die Asyl-Monologe (2011) und die NSU-Monologe (2016) inszeniert. Mit seinem neuen Stück, den Mittelmeer-Dialogen, kommt er nun nach Bergedorf: Die Aufführung im Haus im Park am Gräpelweg 8 beginnt am Freitag, 27. August, um 19 Uhr.

Michael Ruf, der einen Mix aus Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaften studiert hat, will „die anhaltende europäische Abschottungspolitik und die zunehmend feindliche Politik gegenüber Geflüchteten“ thematisieren. Da gibt es zu viele gekenterte Boote, lautlos ertrunkene Geflüchtete und beschlagnahmte Rettungsschiffe von Hilfsorganisation.

Körber-Stiftung unterstützt die Aufführung über Flüchtlinge im Mittelmeer

Die Mittelmeer-Dialoge erzählen von der politisch widerständigen Naomie aus Kamerun, die auf Yassin aus Libyen trifft, auf einem Boot nach Europa. Es geht um „brutale Küstenwachen“, zweifelhafte Seenotrettungsstellen und von Aktivisten, die menschliches Leben retten wollen.

Die Körber-Stiftung unterstützt die Aufführung im Rahmen der Hamburger Aktionswoche #zu-recht-kommen. Zudem wird sie wird vom Bergedorfer Verein für Völkerverständigung gefördert, von Fluchtpunkt Bergedorf, #unteilbar Bergedorf und den hiesigen Kirchengemeinden, die dazu aufrufen, sich zu engagieren.

Spenden zugunsten des Lohbrügger Vereins Resqship

Der Eintritt ist frei, wohl aber wird um eine Spende gebeten zugunsten der Seenotrettung im Mittelmeer durch den Verein Resqship. Dessen Lohbrügger Kapitän Ingo Werth war erst kürzlich wieder zur Rettungsmission auf dem Mittelmeer und wird – wie auch eine Geflüchtete und der in Berlin lebende Regisseur Michael Ruf – nach dem Theaterstück für ein Publikumsgespräch zur Verfügung stehen.

Wer dabei sein will, muss sich vorab mit Adresse und Telefonnummer anmelden, per E-Mail unter info@fluechtlingshilfe-bergedorf.de. Es erfolgt eine Rückbestätigung mit Sitzplatznummer. Zudem bringen die Theatergäste einen Nachweis mit, dass sie geimpft, genesen oder aktuell getestet sind.

Telefon-Performance: Schauspieler rufen an und erzählen eine Geschichte

Im Übrigen will sich das Theater von Corona nicht unterkriegen lassen und bietet eine Telefon-Performance an: Wer mag, kann sich von einem Schauspieler der Bühne für Menschenrechte anrufen lassen, der „nur für Dich persönlich“ eine der Geschichten aus den Mittelmeer-Monologen darbietet. Näheres unter theater@wort-und-herzschlag.de.

( stri )

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