Fahrradboom

Radreparaturen sind sehr begehrt in Bergedorf

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Anne K. Strickstrock
Im „bike & store“ an der Alten Holstenstraße freuen sich Geschäftsführer Peter Bakker und Daniela Erhard auch über Kunden, die ein altes Fahrrad spenden wollen, damit es repariert und verkauft werden kann. Durch den Fahrradboom kann die gemeinnützige Gesellschaft neue Jobs für Langzeitarbeitslose schaffen.

Im „bike & store“ an der Alten Holstenstraße freuen sich Geschäftsführer Peter Bakker und Daniela Erhard auch über Kunden, die ein altes Fahrrad spenden wollen, damit es repariert und verkauft werden kann. Durch den Fahrradboom kann die gemeinnützige Gesellschaft neue Jobs für Langzeitarbeitslose schaffen.

Foto: strickstrock / BGZ

Neue Jobs für Langzeitarbeitslose in Bergedorf kann der Laden „bike & store“ dank des Fahrradbooms bieten.

Lohbrügge.  Seitdem im März „bike & store“ an der Alten Holstenstraße 17 eröffnete, können sich die Mitarbeiter des Beschäftigungsträgers Sprungbrett gGmbH kaum vor Aufträgen retten: „Der Andrang ist groß, das ist eine riesige Marktlücke hier“, freut sich Geschäftsführer Peter Bakker. Statt zwei Tage öffnet er ab sofort fünf Tage pro Woche und kann damit die Zahl der ehemaligen Langzeitarbeitslosen, die nun eine zweijährige Qualifizierung erhalten, auf vier verdoppeln.

Mindestens 30 reparaturbedürftige Fahrräder werden wöchentlich vorbeigebracht. „Hinterlicht kaputt“ steht auf einem Zettel am Lenker, auch „platte Reifen“ oder „Sattel prüfen“. Alles Mechanische, also kein E-Bike, wird unter die Lupe genommen. Mal muss eine Gangschaltung oder die Bremse neu eingestellt werden, zu günstigen Preisen, verspricht Daniela Erhard in der Annahme. Die Montage neuer Bremsklötze kostet 12,50 Euro, plus 3,95 Euro Material. Einen Komplettcheck zur Verkehrssicherheit berechnen wir mit 21,50 Euro.

Dank des Fahrradbooms sind auch ältere Zweiräder wieder zu verkaufen

Gern seien auch Spenden willkommen: Auf Wunsch werden alte Räder daheim abgeholt, damit sie instandgesetzt und je nach Reparatur-Aufwand für mindestens 35 Euro wieder abgegeben werden können.

Auch in Altona betreiben Sprungbrett und die Tochtergesellschaft FIT mit insgesamt 80 Beschäftigten einen Fahrradladen, zudem auf der Veddel, wo es zudem Arbeit im Garten- und Landschaftsbau gibt, im Bauhandwerk und in der Textilwerkstatt. Letztere fertigt hübsche Einkaufstaschen aus Jeansstoff, gerade im Angebot für 5 statt 12,90 Euro, Getränketaschen, Türstopper und „Utensilo-Büdel“ samt aufgenähtem Segelschiff und Leuchtturm – alles auch im Onlineshop „plietsch & clever“ zu erwerben.

Gemeinnützige Gesellschaft arbeitet an neuen Angeboten im Textilbereich

„Wir würden gern mehr Beschäftigungsplätze für Frauen anbieten, denn das Textil-Recycling läuft gut“, meint Bakker, der allein in der Kleiderkammer am Weidenbaumsweg wöchentlich 100 Kunden zählt. Neue Ideen sind also gefragt: „Wir erproben gerade den richtigen Leim, damit wir aus geschredderten Textilien auch Hocker, Deko-Wände oder Lampenständer herstellen können.“ Wenn es klappt, wären zehn neue Arbeitsplätze möglich.

Die neuen Öffnungszeiten des Ladens sind montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs bis 17 Uhr und freitags bis 15 Uhr. Übrigens wolle man keinesfalls eine Konkurrenz für die Radstation am Bergedorfer Bahnhof sein, aber: „Bei uns klappt es ohne Voranmeldung und lange Wartezeit“, wirbt Bakker, der den Kunden zur Not auch ein Ersatzrad anbieten kann.

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