Ein Haus für alle

Zwei Kulturvereine in Bergedorf fusionieren

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Ulf-Peter Busse
Gruppenbild vor dem Kulturhaus SerrahnEINS am Bergedorfer Hafen: Ingrid Saalfeld-Köster (l.) und Therese Moll-Schneck (r.) rahmen den Vorstand des Kultur-Forums ein: Ernst Heilmann, Peri Arndt und Bernhard Nette (v.l.). Ihr zukünftiges Motto: Ein Haus für alle.

Gruppenbild vor dem Kulturhaus SerrahnEINS am Bergedorfer Hafen: Ingrid Saalfeld-Köster (l.) und Therese Moll-Schneck (r.) rahmen den Vorstand des Kultur-Forums ein: Ernst Heilmann, Peri Arndt und Bernhard Nette (v.l.). Ihr zukünftiges Motto: Ein Haus für alle.

Foto: Ulf-Peter Busse

Einst in Abneigung zugetan, wollen Kultur-Forum und Kulturhaus-Verein jetzt im SerrahnEINS in Bergedorf gemeinsame Sache machen.

Bergedorf. Freitag ist große Premiere am Bergedorfer Hafen: Mit siebenstündigem Fest, Live-Musik, Snacks und Getränken feiert das Kulturhaus SerrahnEINS von 15 bis 22 Uhr seinen Neustart nach eineinhalb Jahren Corona-Zwangspause. „Es ist an der Zeit, endlich wieder ein Zeichen für Bergedorfs Vielfalt zu setzen“, sagt Ernst Heilmann vom Kultur-Forum, das neben dem Kulturhaus-Verein Betreiber des Hauses an der Serrahnstraße 1 ist.

Für das Fest werden vor dem 170 Jahre alten Fachwerkhaus zwei große Zelte mit Bühnen aufgebaut, zudem drinnen der Saal samt Begegnungscafé geöffnet. Bei freiem Eintritt – und strikten Corona-Vorschriften – treten „Rock die Straße“, „Achim and Friends“ und Bergedorfs Friedenschor „Chora Mixta“ auf. Es gibt Tango-Tanzvorführungen und stilecht Shantys von Bord des historischen Ewers, der für das Fest an der Serrahnstraße anliegt. An Bord: die „Fleetenkieker“.

Unter dem Motto „Ein Haus für alle“ will der neue Verein im SerrahnEINS arbeiten

Mit dem großen Fest sollen neben der Kultur auch alle Beratungsangebote des Hauses wieder starten, die teils ausgesetzt waren. Darunter so verschiedene wie etwa für Senioren, Mieter, Menschen mit Migrationshintergrund oder Gewerkschaftsmitglieder. Schließlich versteht sich das SerrahnEINS als „Haus für alle“, sieht sich im Herzen Bergedorfs als zentraler Integrationspunkt für alle Bergedorfer.

Von so viel Miteinander haben sich auch die beiden Trägervereine anstecken lassen: Das Kultur-Forum und der Kulturhaus-Verein haben sämtliche alten Querelen überwunden und ihre Verschmelzung eingeleitet. „Auf den Entwurf der gemeinsamen neuen Satzung konnten sich beide Vorstände schon einigen“, sagt Kultur-Forum-Chefin Peri Arndt. Und Kollegin Ingrid Saalfeld-Köster vom Kulturhaus-Verein ergänzt: „Es wird ein Zusammengehen auf Augenhöhe, bei dem alle 300 Mitglieder mitgenommen und die Rechtsnachfolge beider Vereine mit allen ihre vertraglichen Verpflichtungen angetreten wird.“

Neuer Vereinsname: „SerrahnEINS – Zentrum für Kultur und Gesellschaft“

Der Name der so verschmolzenen Institution wird „SerrahnEINS – Zentrum für Kultur und Gesellschaft“ lauten, wobei die Silhouette des betagten Stammhauses wie ein Dach über dem Schriftzug thront. Wird das alles von den beiden Hauptversammlungen abgesegnet, ist voraussichtlich zum Jahreswechsel 2021/22 ein nicht immer einvernehmliches Nebeneinander beider Vereine beendet: Das Kultur-Forum hatte sich vor 19 Jahren im damals von der IG Metall betriebenen Gewerkschaftszentrum am Serrahn gegründet, um das Haus auch für Kultur zu öffnen.

Als die Gewerkschaft ihren Mietvertrag für das Haus 2015 kündigte, drohte auch die Kultur vor die Tür gesetzt zu werden. Das wollte der eilig gegründete Kulturhaus-Verein verhindern – aber auch das Kultur-Forum blieb aktiv und wollte weitermachen. Ein unglückliches Nebeneinander, auch weil beide mit dem Eigentümer der Immobilie verhandelten.

Gespräche über die Vereinsfusion hatten schon 2018 begonnen

Die heute absehbare Verschmelzung ist indes keine Folge der Corona-Pause. Vielmehr hatten die Gespräche schon 2018 begonnen. Mit dem Neustart ist jetzt übrigens auch das Anmieten der Räume für private Feiern wieder möglich.

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