Skulptur

Neuer Bojenmann kehrt auf den Serrahn zurück

| Lesedauer: 3 Minuten
Christina Rückert
Der neue Bojenmann im Bergedorfer Serrahn wurde bereits von einer Möwe erobert.

Der neue Bojenmann im Bergedorfer Serrahn wurde bereits von einer Möwe erobert.

Foto: Foto / Alexandra Schrader

Die neue Figur im Bergedorfer Hafen ist jetzt wetterbeständiger als der Vorgänger. Doch was wird aus dem Original?

Hamburg.  Manchmal war sein Ponton auf dem Serrahn wochen- oder sogar jahrelang verwaist. Nun aber kehrt der Bojenmann hoffentlich für sehr lange Zeit in den Bergedorfer Hafen zurück: Im Auftrag der Kulturbehörde ist die hölzerne und reparaturanfällige Skulptur jetzt durch ein ganz neues Exemplar ersetzt worden. Der wetterbeständige Bojenmann aus Aluminium kann nun über den Hafen wachen, ohne dass ihm Regen und Sturm allzu viel ausmachen.

Eigentlich waren die Figuren 1993 nur als temporäres Projekt gedacht

Die insgesamt „Vier Männer auf Bojen“ – von der es auch noch je eine in Övelgönne, auf der Außenalster sowie auf der Süderelbe gibt – wurden im Jahr 1993 als temporäres Projekt des Künstlers Stephan Balkenhol aufgestellt. „Sie waren eigentlich nie für eine längere Lebensdauer gedacht“, sagt Anja Bornhöft aus der Kulturbehörde. Auf Wunsch der Hamburger Bürger wurden sie aber nach Ende des Projekts stehengelassen – und gehören für viele Menschen seit nunmehr fast drei Jahrzehnten zum Stadtbild.

Doch der Zahn der Zeit nagte heftig an den hölzernen Kunstwerken: Alljährlich mussten sie über den Winter eingeholt werden, um die ärgsten Witterungsschäden zu beseitigen. Das dauerte manchmal: Der Bergedorfer Bojenmann blieb einmal sogar jahrelang, zwischen 2017 und 2019, in der Werkstatt, da der Restaurator zu viele andere Aufträge hatte. Und es kostete jeden Winter ein paar Zehntausend Euro, die stummen Männer zu reparieren. Irgendwann zeigten sich die Folgen der Materialermüdung so deutlich, dass die aus Eichenstämmen gehauenen und auf Flachwassertonnen montierten Holzfiguren mancherorts nicht wieder zu Wasser gelassen werden konnten.

Der Künstler verzichtete auf sein Honorar

Deshalb folgte die Kulturbehörde schon vor einigen Jahren einem Vorschlag des Künstlers, die vier Bojenmänner wetterbeständig in Aluminium nachbauen zu lassen. Insgesamt kostete das jetzt 100.000 Euro, sagt Anja Bornhöft aus der Kulturbehörde. „Das sind die reinen Produktionskosten für alle Figuren – der Künstler selbst hat auf sein Honorar verzichtet.“

Die erste der vier neuen Figuren, die aus Aluminium gegossen und mit Lack bemalt sind, war bereits vor einem Jahr in Övelgönne zu Wasser gelassen worden. Der Bergedorfer Bojenmann ist nun der vorletzte, der ersetzt wird – es fehlt nur noch der wohl prominenteste auf der Außenalster.

Ganz ohne Aufwand ist die Pflege der neuen Bojenmänner allerdings auch nicht, heißt es aus der Kulturbehörde. Denn auch die Aluminium-Exemplare sollen im Winter eingeholt werden – allerdings eher, um mögliche Kälteschäden an der Tonne zu vermeiden. Größere Reparaturen an den Skulpturen werden nicht mehr erwartet.

Die Originale sollen vermutlich verkauft oder versteigert werden

Bleibt die Frage, was mit den vier ursprünglichen, hölzernen Bojenmännern geschehen soll. Sie sind derzeit zwischengelagert und sollen auf keinen Fall verschrottet werden, heißt es. Vielmehr gibt es Überlegungen, sie zu verkaufen oder versteigern zu lassen. Das werde jetzt mit dem Künstler besprochen, heißt es aus der Kulturbehörde.

Stephan Balkenhol selbst hatte sich schon vor einem Jahr, als die erste der neuen Skulpturen zu Wasser gelassen wurde, gefreut, dass die Bojenmänner nun eine lange Zukunft haben: „Die Bojenmänner sind nicht nur in den Seekarten verzeichnet, sondern haben sich auch im visuellen Gedächtnis der Hamburgerinnen und Hamburger eingeschrieben.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf