Hamburg

So soll das Bergedorfer Tor aussehen

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Jan Schubert
Der Technische Leiter Matthias Müller (vorn links) und Projektleiter Jean-Marc Furrer (vorn rechts, beide vom Baudienstleister Implenia) mit ihrer Delegation vor den Musterfassaden des Bergedorfer Tors.

Der Technische Leiter Matthias Müller (vorn links) und Projektleiter Jean-Marc Furrer (vorn rechts, beide vom Baudienstleister Implenia) mit ihrer Delegation vor den Musterfassaden des Bergedorfer Tors.

Foto: Jan Schubert / BGDZ

Bei diesem Neubauprojekt wird besonderer Wert auf die Optik gelegt. Baufachleute begutachteten Fenster und Fassadensteine.

Hamburg. Sollen die Schrauben wirklich silberfarben sein? Ist die Position der Halterung beim Sonnenschutz so korrekt? Und sieht das wirklich gut aus mit dem anthrazit-besandeten Farbton als Fugenfarbe? Die Runde aus Architekten, Bauverantwortlichen und den beteiligten Gewerken am Riesenprojekt Bergedorfer Tor betrachtet die möglichen Fassaden der Gebäude in Baufeld 2, 3 und 4 genau.

Mal anfassen, drüberstreichen, mit den Bauplänen vergleichen. Und später alle Details zu den Materialien schriftlich fixieren. So könnten die Fassaden bald am Büroturm, Medizinischen Zentrum und Seniorenpflegeanlage angebracht werden.

Schuppenartig angebrachte Fassade für den Büroturm

Der vermeintliche Hingucker des 140-Millionen-Euro-Bauprojekts im Herzen Bergedorfs wird der neun Stockwerke hohe Büroturm im Baufeld 4. Er bekommt einen ganz besonderen Anstrich: 600 Fensterteile der Firma Van Sanden bilden sowohl funktional als auch optisch das Gebäudeäußere zur Bergedorfer Straße und dem Bahnhof am Weidenbaumsweg hin.

Karl-Friedrich Konietzky, Chef der Projektgesellschaft, führt aus: „Die schuppenartig angebrachte Fassade ist eine sehr aufwendige Konstruktion für den Büroturm.“

Steine von der Unterelbe für den Hingucker des Projekts

Der in eloxalfarben gebrannte Stein kommt übrigens aus der Nähe des Unterelbe-Kleinstädchens Glückstadt und ist benannt nach der Gemeinde Blomesche Wildnis. „Dieser Stein ist sehr hart, aber auch sehr teuer“, weiß Konietzky. Beispiel: Kostet der Stein für eine Fassade eines Einfamilienhauses im Durchschnitt 80 Cent, so sind es für das Bergedorfer Tor 1,80 Euro pro Stein.

Vor allem in Sachen Lärmschutz muss der Büroteil des Bergedorfer Tors eine Menge aushalten, denn nebenan verläuft die viel befahrene B 5. Im Büroturm soll für die Beschäftigten eine zusätzliche Prallscheibe vor der eigentlichen Doppelverglasung vor Störgeräuschen schützen.

Schallschutz, energetische und technische Aspekte bilden eine Einheit

„Das ist nicht nur aufgrund des Schallschutzes, sondern auch vom energetischen und dem technischen Aspekt sehr wichtig. Und wir wollen ja auch eine optische Wirkung erzeugen“, sagt er.

Nebenan in Baufeld 3, dem Sitz des medizinischen Zentrums, wird auf eine Prallscheibe verzichtet. Die Firma Deppe wird dort 60 Vollklinkersteinteile mit farblich deutlich dunkleren Fensterteilen einsetzen.

Fenster der Seniorenpflegeanlage müssen dreifach verglast sein

240 weitere Vollklinkerelemente sind auch für die Seniorenpflegeanlage von Pro Seniore in Baufeld 2 vorgesehen. Doch auch hier ist der Lärmschutz ein elementares Thema, schließlich liegt der Bahndamm am Weidenbaumsweg vis-à-vis des Medizinerzentrums. Die Fenster werden dreifach verglast sein.

Die Musterfassaden des Bergedorfer Tor stehen zurzeit direkt an der Bergedorfer Straße, sind aber aufgrund des Bauzauns schwer für Passanten und Vorbeifahrende einzusehen. Davor stehen bleiben geht auch nicht, denn die Baustelle reicht bis an die Bundesstraße heran.

Nach der Besprechung ist vor dem „Deckenfest“

Was bei der Bemusterung verabredet wurde, wird aber bald sichtbar sein. Matthias Müller (Technischer Leiter Implenia) sagt: „Wenn es die Witterung zulässt, dann können wir mutmaßlich ab Ende Oktober oder Anfang November mit der Fassadensetzung starten.“

Weiterer wichtiger Schritt: Nach der Fassaden-Debatte wurde gemeinsam mit Rohbauern und Baubeteiligten das „Deckenfest“ gefeiert. „Das ist keine Belohnung für die Besprechung, sondern dafür, dass im Baufeld 2 die letzte Tiefgaragendecke geschüttet wurde“, erklärt Karl-Friedrich Konietzky die Hintergründe des Freiluftevents. Gegenwärtig arbeiten 45 bis 50 Stahlbetonbauer auf der Baustelle der Projektgesellschaft plus zehn Maurer. Ab Herbst, wenn die Fassaden gesetzt werden, kommen 30 weitere Verblendmaurer hinzu.

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