Bergedorfer Pilgerinnnen

Blasen an den Füßen auf dem Weg nach Rom

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Rast am Wegesrand: Die beiden Bergedoferinnen Janka Davids (Foto) und Julia Weissenhorner pilgern nach Rom.

Rast am Wegesrand: Die beiden Bergedoferinnen Janka Davids (Foto) und Julia Weissenhorner pilgern nach Rom.

Foto: Privat / BGDZ

Wunderbare Wanderwege, tolle Begegnungen – wenn nur die Blasen nicht wären. Die Bergedorfer Pilgerinnen mussten etwas schummeln.

Bergedorf/Gyhum. Endlich raus aus den Wanderstiefeln! Als wir unsere beiden Rom-Wanderinnen am dritten Abend ihrer rund 2000 Kilometer langen Wandertour von Stade nach Rom am Telefon erreichen, kühlen sie gerade ihre nackten Füße im weichen Moos des Pfarrgartens in Gyhum in der Nordheide. Die beiden Pilgerinnen quälen schmerzende Blasen an den Füßen.

„Das Problem kennen wir von unseren Alpentouren eigentlich nicht“, sagt Janka Davids. In der Sommerhitze und mit 16 Kilo Gepäck auf dem Rücken aber dehnen sich die Füße aus und scheuern an den Wanderstiefeln. „Wir wussten, die erste Woche wird hart. Man muss sich eingehen, der Körper muss sich erst an die neuen Distanzen gewöhnen“, sagt Weggefährtin Julia Weissenhorner aus Bergedorf.

Bergedorferinnen wandern auf Pilgerweg nach Rom

Dass sie aber schon nach 78 Kilometern und am vierten Tag ihrer drei Monate andauernden Wanderroute einen Tag Pause einlegen müssen, hat sie doch erschreckt. „Würden wir weiter gegen den Schmerz anlaufen, würden die Füße blutig, und wir müssten womöglich ganz abbrechen“, sagt Janka Davids.

Das aber wollen die beiden Frauen in jedem Fall vermeiden. Deshalb haben sie, nachdem die Blasen verarztet waren, noch einmal ihr Gepäck „ausgemistet“. Dinge, die sie jetzt nicht unbedingt brauchen wie wärmende Fleecejacken flogen raus. „Hier in der Sommerhitze reicht ein leichter Pulli, und bevor es in die Alpen geht, lassen wir uns die Sachen nachschicken“, sagt Janka Davids.

Eine Etappe mit dem Auto zurückgelegt

Auf andere Sachen, wie ein bequemes Paar Turnschuhe zum Wechseln, kann nicht verzichtet werden. Die bringt Ehemann Rüdiger Weissenhorner mit dem Auto vorbei. Und damit der Zeitplan nicht völlig aus den Fugen gerät, fährt er sie die 45 Kilometer bis zum nächsten Stopp nach Neuenkirchen. Von dort gehen die beiden erst einmal drei kürzere Etappen von bis zu 19 Kilometern bis nach Bergen, bevor am Sonnabend dann wieder eine lange Tagesstrecke von 38 Kilometern bis nach Celle auf dem Plan steht.

Trotz Blasen sind die Frauen zuversichtlich: „Wir wandern auf wunderbaren Feldwegen durch tolle Natur, werden überall freundlich gegrüßt und empfangen.“ In Zeven, wo sie im Gemeindegarten zelten durften, wurden sie zu Pizza und Pasta eingeladen, in Gyhum wartete frisch gebackener Kuchen auf sie. „Schon allein für diese Erfahrungen haben sich die Blasen gelohnt“, sind sich beide einig.

( ug )

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