Fünf Verhaftungen

Hellwacher Arbeiter lässt großen Drogenschmuggel platzen

| Lesedauer: 3 Minuten
André Zand-Vakili
Die Hamburger Polizei hat einen mutmaßlichen Drogenring zerschlagen (Archivbild).

Die Hamburger Polizei hat einen mutmaßlichen Drogenring zerschlagen (Archivbild).

Foto: Daniel Bockwoldt / picture alliance/dpa

Mehrere Männer wollen geschmuggelte Ware von einem Güterbahnhof wegschaffen. Die Polizei ertappt sie – und findet noch viel mehr.

Hamburg. Ein aufmerksamer Arbeiter hat einen großen Drogenschmuggel platzen lassen. Er beobachtete in der Nacht zum Montag im Bereich des Billwerder Güterbahnhofs Neue Feldhofe, wie mehrere Männer sich an einem Container zu schaffen machten und dann Kartons über eine Zaun warfen. Alarmierte Polizisten stellten 41 Kartons und drei Sporttaschen mit Marihuana sicher. Es gab mehrere Festnahmen.

Der Schmuggel steht im Zusammenhang mit der erst vier Tage zuvor zerschlagenen siebenköpfige Drogen-Connection um Mario V. (46) und Erdogan C. (44). Sie hatte im großen Stil Marihuana aus Spanien nach Deutschland geschmuggelt.

Polizei Hamburg unterbindet weiteren Drogenschmuggel

Es ist wieder einmal die Soko HHammer, die mithilfe geknackter Nachrichten aus EncroChat die Drogenbande auffliegen ließ. Bereits seit Monaten hatten Beamte gegen die Gruppierung ermittelt, die mindestens mehr als 600 Kilogramm Marihuana, aber auch Haschisch und Kokain nach Hamburg schaffte, um es hier zu verdealen.

Noch während die Aktion lief, war ein neuer Drogentransport auf dem Weg nach Hamburg. Es handelte sich um 342 Kilogramm Marihuana, versteckt in einem Zug.

Als die Drogen vom Bahnhof weggeschafft werden sollten, kamen die von dem Arbeiter alarmierte Polizei sowie die Bundespolizei. Die Täter flüchteten. Einsatzkräfte konnte im Umfeld drei 19, 33 und 61 Jahre alte Männer festnehmen sowie einen VW Polo und einen Sprinter sicherstellen, mit denen die Drogen abtransportiert werden sollten.

Drogenbande gilt als hochgefährlich – fünf Verhaftungen

Im Anschluss ermittelte die Polizei sechs weitere Beteiligte, darunter zwei Frauen. Bei den Durchsuchungen von zwölf Wohnungen in den Stadtteilen Wandsbek, Langenhorn, Altona-Altstadt, Altona-Nord, St. Pauli, Bahrenfeld, Osdorf und in der Neustadt wurden weitere Drogen, gut 26 Kilogramm Marihuana sowie rund 120 Gramm Kokain und mehr als 8000 Euro sichergestellt werden. Außerdem fand die Polizei zwei scharfe Schusswaffen, eine Walther PPK und eine Browning 9mm und passende Munition.

Die Gruppierung gilt als hochgefährlich. Vier Männer – neben den drei in Billwerder Festgenommenen noch ein 27-Jähriger – und eine Frau (33) kamen vor den Haftrichter.

Bundeswehrsoldat gehörte zur Drogenbande

Schon bei dem Zugriff vier Tage zuvor war das SEK eingesetzt worden, weil die Täter als bewaffnet galten. Bei Mario V., der als einer der Haupttäter angesehen wurde, hatte die Polizei zwar keine Waffe, dafür eine verräterische Ausrüstung gefunden. Neben kugelsicheren Westen waren ein Blaulicht und Uniformen sichergestellt worden, auf denen der Schriftzug „Zoll“ prangte. Offenbar hatten die Täter die Drogenlieferungen als Zöllner getarnt aus Containern abgeholt.

Unter den Bandenmitgliedern ist auch ein Bundeswehrsoldat. In der Neustadt stellte die Polizei in der Wohnung des zweiten möglichen Haupttäters, der in Wilhelmshaven stationiert war.

Mutmaßlicher Haupttäter wohnt luxuriös am Rathaus

Dass die Geschäfte der Drogenbande gut liefen, zeigt auch die Höhe der Arrestbeschlüsse von fast sieben Millionen Euro, die die Staatsanwaltschaft erwirkte, um kriminelle Gewinne abzuschöpfen.

So residierte einer der als Haupttäter geltenden Männer nahe dem Hamburger Rathaus in einer Luxuswohnung von fast 200 Quadratmetern Größe, für die er über 5000 Euro Miete zahlte. Dort wurden auch neben knapp 15.000 Euro auch Schmuck und drei Luxusuhren beschlagnahmt.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf