Vorteile für Radler

Neue Bahn-App soll Bergedorfer aufs Rad locken – mit Prämien

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Lohnt sich: mit der App DB Rad+ zum Bergedorfer Bahnhof radeln.

Lohnt sich: mit der App DB Rad+ zum Bergedorfer Bahnhof radeln.

Foto: Jan Schubert / BGDZ

Das neue System soll zur umweltfreundlichen Fortbewegung motivieren. Gewertet werden alle Kilometer innerhalb des Bezirks.

Hamburg. Für zehn Kilometer gibt es eine Postkarte. Für 25 Kilometer einen Cappuccino. Und bei 200 geradelten Kilometern gibt es einen Rad-Check gratis: Die Deutsche Bahn startet ab sofort in den Bezirken Bergedorf und Harburg ihre neue App DB Rad+. Die App soll Pendlern Anreize liefern, vom privaten Pkw auf das Fahrrad und die Schiene umzusteigen.

Das sei doch mal „eine witzige, sinnvolle und klimafreundliche App“, findet Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte der DB für Hamburg und Schleswig-Holstein, die dann gleich noch die „Anschlussmobilität nachhaltiger“ und die Bahn als Verkehrsmittel grundsätzlich attraktiver mache. Das Prinzip ist kinderleicht: App runterladen, in die Pedale treten und von jedem gefahrenen Kilometer profitieren. Es entstehen keine Kosten, persönliche Daten werden nicht gespeichert, auch ein Kundenkonto muss nicht angelegt werden.

Deutsche Bahn bietet im Bezirk Bergedorf neue App Rad+ an

Bei eingeschaltetem GPS auf dem Smartphone erkennt das System, dass sich jemand auf dem Rad fortbewegt. „Die App rechnet die geradelte Strecke in Guthaben um, das bei Partner-Unternehmen an den Bahnhöfen und in den Aktionsgebieten gegen Rabatte und Prämien eingelöst werden kann“, sagt Bahnsprecherin Franziska Hentschke.

Wichtig ist bei DB App Rad+ auch der Gemeinschaftsgedanke: Wenn alle Radler in den Bezirken Harburg und Bergedorf zusammen die 50.000-Kilometer-Grenze knacken, gibt es für die Communitys neue Angebote wie etwa eine Fahrrad-Service-Station oder einen kostenlosen Check für jedes Rad. Gewertet werden alle Kilometer innerhalb des Bezirks.

Etwa 1000 Radfahrer nutzen regelmäßig die App in Ahrensburg

Die Bahn möchte mit dem Radlerangebot zu einer umweltfreundlichere Fortbewegung motivieren, der oft zitierten Verkehrswende weiteren Antrieb verleihen. Seit Juni 2020 gibt es DB Rad+ in Ahrensburg, und das Modell entwickelte sich dort nach Ansicht von Dr. Inga Schlichting, Leiterin Produktentwicklung DB Station&Service, extrem gut. Etwa 1000 Radfahrer nutzen regelmäßig die App, kommen seit Einführung auf 93.474,1 geradelte Kilometer. Auch Wiesbaden, das bayerische Freising sowie Renningen in Baden-Württemberg sind bei DB Rad+ dabei. Kilometerstand aller Standorte: fast 187.000.

„In Ahrensburg haben wir etwa drei Prozent der Einwohner erreicht“, weiß App-Entwicklerin Schlichting, die sich dieses Ziel auch für Bergedorf mit seinen gut 130.000 Einwohnern wünscht und in Pendlerzahlen anteilig einen Wert zwischen zehn bis 15 Prozent anstrebt. Bergedorf und Harburg seien als „Pendlerbezirke“ durchaus gezielt ausgewählt worden.

Entwickler wünschen sich kleinere, regionale Händler

Bisher machen aus Bergedorf fünf Läden mit: bike+store an der Alten Holstenstraße, Buchhandlung Heymann im CCB, Onkel Emma (Unverpackt-Laden am Reetwerder), Schreibkultur Hamburg und Weltladen im Sachsentor. Es sollen mehr werden: „Wir stecken mitten im Lockdown, viele Ladengeschäfte sind geschlossen“, sagt Inga Schlichting. Die App-Entwickler wünschen sich kleinere, regionale Händler wie etwa Hofläden oder Radgeschäfte und zukünftig auch städtische Angebote wie Schwimmbäder, Theater und Büchereien.

( jhs )

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