Pandemie

Corona-Testbus in Bergedorf: 250 Schnelltests am Tag

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Thomas Voigt
Täglich bis zu 250 Schnelltests: Geschäftsführer Nikolas Rajkovic (l.) und Labormediziner Jürgen Rohwer bitten zum Testbus auf dem Frascatiplatz. Allein am Montag kamen 120 Bergedorfer.

Täglich bis zu 250 Schnelltests: Geschäftsführer Nikolas Rajkovic (l.) und Labormediziner Jürgen Rohwer bitten zum Testbus auf dem Frascatiplatz. Allein am Montag kamen 120 Bergedorfer.

Foto: Thomas Voigt

Der mobile Testdienst von GoTestMe steht auf dem Frascatiplatz. Antigen-Schnelltests und PCR-Tests im Angebot. Wie kostet das?

Hamburg.  „Unser Angebot ist eingeschlagen wie der Blitz“, sagt Nikolas Rajkovic, Gründer und Geschäftsführer der Firma GoTestMe. Seit Ende vergangener Woche steht einer von insgesamt drei Corona-Testbussen des jungen Unternehmens auf dem Frascatiplatz und bietet Antigen-Schnelltests und bei Bedarf auch die aussagekräftigeren PCR-Tests an. Anmeldung im Internet unter GoTestMe.de

„Wir haben Tag um Tag mehr Zulauf“, sagt Rajkovic, „am Montag haben sich 120 Personen hier testen lassen.“ Täglich bis zu 250 Probennahmen schafft das Team auf den beiden Untersuchungsplätzen im Bus. Das Ergebnis beim Schnelltest liegt dann etwa zehn Minuten später vor und wird den Probanden per E-Mail oder per SMS zugeschickt. „Manche warten aber auch am Bus auf ihr Ergebnis.“

Corona-Testbus steht auf dem Frascatiplatz in Bergedorf

Sollte dies nämlich positiv ausfallen – und das war auf dem Frascatiplatz an den ersten Tagen schon mehrfach der Fall –, sind Patient und GoTestMe verpflichtet, einen zweiten Abstrich zu machen und diesen einem PCR-Test im Labor zu unterziehen. Dessen Ergebnis steht in der Regel innerhalb von 24 Stunden fest. „Wer beim Schnelltest ein positives Ergebnis hat, erhält den PCR-Folgetest kostenlos“, erklärt der Geschäftsführer.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Wer dagegen aus freien Stücken einen PCR-Test vornehmen lässt – etwa weil er ein Land bereisen will, das diesen mit negativem Ergebnis als Bedingung für die Einreise stellt –, bezahlt 69,90 Euro dafür. Den Schnelltest bekommt nach gegenwärtiger Rechtslage jeder Bundesbürger einmal pro Woche kostenlos. Wer innerhalb derselben Woche weitere Schnelltests machen will, bezahlt jedes Mal 19,90 Euro dafür.

Gratis-Tests werden mit der kassenärztlichen Vereinigung abgerechnet

„Mogeln lohnt dabei nicht“, sagt Rajkovic. „Wer zum zweiten Mal zu uns kommt, den erkennt natürlich unsere Datenbank.“ Aber auch ein zweiter Test bei einem anderen Anbieter fliegt nach seinen Worten irgendwann auf. „Dann bekommt man irgendwann Post von seiner Krankenkasse mit unangenehmen Fragen.“ Denn GoTestMe und alle anderen Anbieter rechnen ihre Gratis-Tests mit der kassenärztlichen Vereinigung ab. Rund 9 Euro zahlt die für jeden Test.

Corona: Diese Testverfahren gibt es

  • PCR-Test: Weist das Virus direkt nach, muss im Labor bearbeitet werden – hat die höchste Genauigkeit aller Testmethoden, ist aber auch die aufwendigste
  • PCR-Schnelltest: Vereinfachtes Verfahren, das ohne Labor auskommt – gilt als weniger zuverlässig als das Laborverfahren
  • Antigen-Test: weniger genau als PCR-(Schnell)Tests, dafür zumeist schneller und günstiger. Laut RKI muss ein positives Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden, ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn die Viruskonzentration noch gering ist.
  • Antigen-Selbsttest: Die einfachste Test-Variante zum Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus. Wird nicht von geschultem Personal, sondern vom Getesteten selbst angewandt. Gilt als vergleichsweise ungenau.
  • Antikörper-Test: Weist keine akute, sondern eine überstandene Infektion nach – kann erst mehrere Wochen nach einer Erkrankung sinnvoll angewandt werden
  • Insgesamt stellt ein negatives Testergebnis immer eine Momentaufnahme dar und trifft keine Aussagen über die Zukunft

Den Auftrag hat das Unternehmen von Hamburgs Sozialbehörde, ein Professor der Labormedizin trägt die fachärztliche Verantwortung. Die Busse stammen von Rajkovics Geschäftspartner, der in Neumünster ein Reisebusunternehmen betreibt und derzeit coronabedingt keine Aufträge hat. „So ein Umbau zum Testbus kostet aber rund 20.000 Euro“, erklärt Rajkovic. „Wir sind also richtig mit Kosten eingestiegen und haben von der Kassenärztlichen Vereinigung bisher noch keinen einzigen Cent erhalten.“

Bergedorfer Testzentrum am Billwerder Billdeich lauft auch sehr gut

Gleichwohl möchte der Geschäftsführer seinen bis Ende März terminierten Vertrag für den Frascatiplatz gern verlängern – am liebsten gleich bis zum Jahresende.“ Dann könnten wir statt Testbus einen Container aufstellen und einen Drive-In-Service anbieten.“

Auch das andere Bergedorfer Testzentrum beim TSG am Billwerder Billdeich 607 läuft laut Boris Schmidt sehr gut. „Täglich kommen 250 bis 300 Personen“, sagt der TSG-Geschäftsführer. Termine gibt es unter tsg-bergedorf.de.

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