Corona-Maßnahmen

Zwei Kids skaten illegal: Bußgeld für Chef der TSG Bergedorf

| Lesedauer: 2 Minuten
Vor der Corona-Pandemie ein beliebter Treffpunkt für junge Street-Sportler: der TSG-Skaterpark in Neuallermöhe (Archivbild).

Vor der Corona-Pandemie ein beliebter Treffpunkt für junge Street-Sportler: der TSG-Skaterpark in Neuallermöhe (Archivbild).

Foto: Michael Rauhe / Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Innenbehörde eröffnet Bußgeldverfahren gegen Boris Schmidt. Der Bürgerschaftsabgeordnete Dennis Gladiator (CDU) findet das „grotesk“.

Hamburg. Boris Schmidt traute seinen Augen nicht, als er den Brief in Händen hielt: Hamburgs Innenbehörde hat gegen den Geschäftsführer der TSG Bergedorf ein Bußgeldverfahren eröffnet. Ihm drohen nun bis zu 5000 Euro Strafe, weil er am 19. März 2020 trotz Corona-Sperre zwei Jugendlichen erlaubt haben soll, auf der Skate-Anlage am Sophie-Schoop-Weg in Neuallermöhe zu skaten.

„Ich habe das überhaupt nicht erlaubt, ganz im Gegenteil“, entrüstet sich Boris Schmidt. Bereits zwei Tage vor der von Hamburg verfügten Schließung aller Sportanlagen hatte die TSG ihren Skaterpark geschlossen und mit Schildern auf das Nutzungsverbot hingewiesen. Zwei Jugendliche kamen trotzdem, setzten sich über das Verbot hinweg und wurden von der Polizei erwischt.

Bußgeldverfahren: TSG-Chef hat Anwalt eingeschaltet

Damals war die Anlage nicht eingezäunt. „Wir können doch nicht auch noch einen Wachdienst engagieren, der das Verbot durchsetzt“, sagt Schmidt, der inzwischen einen Bauzaun um den Skaterpark hat ziehen lassen. Dass er nun tatsächlich als Verantwortlicher des TSG-Vorstands für den Regelverstoß der beiden Minderjährigen bestraft werden soll, mag er nicht glauben:

„Schauen Sie sich doch mal auf den städtischen Sportanlagen in Hamburg um. Da wird gebolzt und geturnt und gespielt, als hätten wir keinen Lockdown. Gibt es da auch immer vierstellige Bußgelder für die zuständigen Bezirksamtsleiter? Das ist doch wohl ein schlechter Witz.“ Gleichwohl hat der TSG-Chef einen Anwalt mit der Angelegenheit betraut.

CDU-Abgeordneter zieht Vergleich zum Innensenator

Schützenhilfe bekommt Schmidt vom Bergedorfer CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Dennis Gladiator: „Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind – auch wenn ich sie nicht alle teile – leider erforderlich.“ Deshalb sei es auch wichtig, diese Regeln einzuhalten. Wo das nicht passiert, seien auch Kontrollen richtig. „Aber hier läuft wirklich etwas schief, und das kann auch im Rahmen der Verhältnismäßigkeit nicht richtig sein.“

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Er erinnert an den Juni 2020: „Da hat Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy Grote eine verbotene Party mit 30 Gästen gefeiert. Bußgeld: 1000 Euro. Gegen die Teilnehmer der illegalen Party wurde nicht ermittelt. Und nun soll der TSG-Chef 5000 Euro Bußgeld zahlen, weil zwei Jugendliche die gesperrte Skateanlage benutzt haben?“ Das findet Gladiator grotesk: „So beschädigt der Senat das Vertrauen in den Staat und belastet die Pandemiebekämpfung.“

( tv )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf