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Bergedorfer Bahnhof: Neue Debatte um Sitzmöglichkeiten

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Thomas Pöhlsen
Der Platz vor dem Bergedorfer Bahnhof.

Der Platz vor dem Bergedorfer Bahnhof.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen wünschen sie, hat die CDU erfahren. Doch es gibt Sorge, unerwünschte Gruppen anzulocken.

Hamburg. Für die einen wäre es eine Aufwertung der Bergedorfer Innenstadt. Die anderen befürchten, dass es wie in der Vergangenheit hauptsächlich von wohnungslosen und Alkohol trinkenden Menschen genutzt würde: Ein neuer Anlauf, mit Sitzmöbel die Aufenthaltsqualität rund um den Bahnhof Bergedorf zu erhöhen, ist gescheitert. Der Hauptausschuss, in Corona-Zeiten das höchste politische Gremium des Bezirks, hat sich mehrheitlich dagegen ausgesprochen.

Der neuerlich Anlauf geht auf eine Initiative der CDU zurück. Der Auslöser für den Antrag seiner Fraktion seien Nachfragen von älteren und mobilitätseingeschränkten Mitbürgern, sagte Jörg Froh. Um sich auszuruhen oder die Wartezeit zu überbrücken, wünschten sie sich Einzelsitze in Abständen. Gegenüber Parkbänken oder größeren Sitzgruppen hätten Einzelsitze den Vorteil, dass sich dort keine Gruppen niederlassen könnten.

Sitzgelegenheiten am Bergedorfer Bahnhof?

Seine Recherche hatte ergeben, dass ein Prüfauftrag aus dem Jahr 2013 noch nicht abgearbeitet wurde, teilte Froh einen Seitenhieb in Richtung Verwaltung aus. Damals hatte sich die Bezirksversammlung erstmals mit dem Thema beschäftigt. Es waren Sitzmöglichkeiten in Form einer geschwungenen Mauer am Fuße des Bahndammes im Gespräch.

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Die Christdemokraten weisen in ihrem Antrag gleichzeitig darauf hin, dass bei den Planungen des Platzes Rücksicht auf die direkten Nachbarn genommen werden sollte. Lärmbelästigungen der Anwohner sollten unbedingt verhindert werden. Die Verwaltung sollte nach dem CDU-Antrag beauftragt werden, einen Plan zu machen und die Kosten zu ermitteln.

Für eine politische Mehrheit reicht es noch nicht

Oliver Roßborg von der SPD verwies auf zwei öffentliche Veranstaltungen, während derer Anwohner ihre Skepsis gegenüber den ursprünglichen Plänen geäußert hatten. „Ihnen tut man damit keinen Gefallen“, sagte der Genosse. Er möchte lieber „den Platz in Gänze angucken“. Seine Fraktion werde deswegen den CDU-Antrag ablehnen.

Maria Westberg von der Linken wünschte sich, dass es Doppel- statt Einzelsitze gibt und Grün in Form von Pflanzkästen auf die Fläche kommt. Froh zeigte sich offen für den Vorschlag der Linken, und veränderte seinen Antrag von Einzel- auf Zweiersitze. „Mit der Erweiterung können wir leben“, sagte der Christdemokrat. Doch für eine politische Mehrheit reichte es immer noch nicht.

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