Giftbelastung

Fisch aus Neuallermöhes Fleeten darf wieder gegessen werden

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Thomas Voigt
Fleetreinigung in Neuallermöhe.

Fleetreinigung in Neuallermöhe.

Foto: Ulf-Peter Busse

Neue Lebensmittelproben ergeben geringere Vinylchlorid-Belastung. Behörde rät: Den Fisch am besten heiß zubereiten.

Hamburg. Die Belastung des Fischbestands in den Fleeten von Neuallermöhe mit der krebserregenden Chemikalie Vinylchlorid ist offenbar geringer als befürchtet. Das hat eine erneute Beprobung von Fischen durch Hamburgs Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft ergeben, die im November vorgenommen wurde und nun ausgewertet ist.

Die jetzt ermittelten Werte sind deutlich niedriger als bei einer Beprobung vom November 2019 und liegen bei 7,6 Mikrogramm Vinylchlorid je Kilogramm rohes Fischfilet. Bei der Untersuchung ein Jahr zuvor waren es 22 Mikrogramm gewesen.

Fisch aus Neuallermöhes Fleeten weniger stark belastet

„Neben dem rohen Fischfilet wurde diesmal zusätzlich das Filet im zubereiteten Zustand analysiert“, berichtet Behördensprecher Jan Dube. Durch die Erhitzung reduziere sich die Belastung noch einmal deutlich. Die auf 60 Grad Celsius erhitzten Filets enthielten im Schnitt weniger als 2 Mikrogramm Vinylchlorid je Kilogramm.

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Was bedeutet: Wenn der Fisch heiß zubereitet wird, muss der Fischverzehr aus den Fleeten nicht mehr wie bisher empfohlen auf acht Portionen pro Jahr reduziert werden. Ein bis zwei Portionen pro Woche können gegessen werden. Dube: „Daher kann auch der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gefolgt werden, die den ein- bis zweimaligen Verzehr von Fisch in der Woche für eine gesunde Ernährung empfiehlt.“

Vorsorglich sollten Kleinkinder bis zwei Jahre keinen vinylchlorid-belasteten Fisch verzehren und größere Kinder ab 20 Kilogramm Körpergewicht nur 100 Gramm die Woche.

Maschinenbau nutzte einst die Chemikalie

Das Vinylchlorid tritt mit dem Grundwasser in die Fleete ein. Es stammt von der Hauni und ist ein Überrest der Entfettung von dort gebauten Maschinenteilen. Bis in die 80er-Jahre hatte der gesamte Maschinenbau die Chemikalie genutzt, ohne zu ahnen, dass sie durch den Betongrund ins Grundwasser sickerte.

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