Erste Bilanz

"Bergedorf bringt's" - bisher schon aus elf Geschäften

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Ulf-Peter Busse
Elia Brachvogel (li.), ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Lastenrad-Lieferservice des Vereins Bergedorf im Wandel, mit Elke Timm beim Verstauen der Ware zum Ausliefern.

Elia Brachvogel (li.), ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Lastenrad-Lieferservice des Vereins Bergedorf im Wandel, mit Elke Timm beim Verstauen der Ware zum Ausliefern.

Foto: Ulf-Peter Busse

Der Lastenrad-Lieferdienst bringt Waren aus Bergedorfs City bis an die Haustür. Noch sind Kapazitäten frei. So geht's.

Bergedorf. Es ist ein zäher Start für "Bergedorf bringt's": Auch einen Monat nach der Premiere des ersten Lastenrad-Lieferdienstes im Bezirk werden die ehrenamtlichen Radler vom Verein Bergedorf im Wandel nur zu zwei bis drei Touren pro Woche geordert. "Wir könnten weit häufiger ausliefern. Aber die Menschen scheinen noch in einer Art von Corona-Depression zu stecken", sagt Lieferdienst-Koordinator Rainer Schäferkordt. "Vielen ist gar nicht klar, dass trotz des Lockdowns nicht nur Supermärkte und Apotheken geöffnet sind. In vielen Geschäften können Waren jetzt bestellt und an der Tür abgeholt werden – oder eben von uns ausgeliefert werden."

Immerhin schon elf Geschäfte aus der Fußgängerzone Sachsentor und dem Einkaufszentrum CCB bieten den umweltfreundlichen Dienst von "Bergedorf bringt's" mittlerweile an. Darunter das Reformhaus Engelhardt, Kaffee Timm, der Herrenausstatter Willhoeft, das Café Chrysander, der Weltladen und die Büro-Experten von Schreibkultur Hamburg. Wer bei ihnen vormittags auf der Homepage oder telefonisch Waren bestellt, bekommt sie per Lastenrad-Service nachmittags bis an die Haustür geliefert. Bezahlt wird entweder bei der Bestellung oder auf Wunsch auch erst bei der Lieferung.

Ein Trinkgeld nimmt das ehrenamtliche Fahrerteam gern, sagt auch Elia Brachvogel (17), die ganz neu zum Quartett dazugestoßen ist: "Das ist für mich eine perfekte Ergänzung zu dem ganzen Online-Unterricht zu Hause – und natürlich gut zum Aufbessern des Taschengelds." Tatsächlich ist einiges an Muskelkraft gefragt, auch wenn Lastenrad "Emma" einen E-Motor zur Unterstützung hat: Neben den durchschnittlich drei bis fünf Kilometer langen Touren rund um die Bergedorfer City ist auch schon mal eine bis zum Süderquerweg in Kirchwerder darunter. Das sind dann 15 Kilometer – je Richtung.

Großes Lob für "Bergedorf bringt's" gibt es von Elke Timm: "Viele unser Kunden sind Senioren und bleiben jetzt ganz zu Hause. Der neue Lieferdienst per Lastenrad kommt bei ihnen sehr gut an – was sich bestimmt auch in der Höhe des Trinkgelds niederschlägt." Kaffee Timm gilt für Rainer Schäferkordt als Zugpferd des Projekts: "Wer wie sie einen Online-Shop betreibt und jetzt auch noch mit direktem Auslieferservice, ist in der Corona-Krise klar im Vorteil. Leider sind viele Bergedorfer Unternehmen noch nicht so weit. Vielleicht können wir dazu beitragen, dass sie nun nachziehen."

Die Lastenräder von "Bergedorf bringt's" sollen mindestens bis zum Ende des Lockdowns unterwegs sein. Möglichst aber darüber hinaus: "Wir wollen diesen Lieferdienst gern professionalisieren und suchen nach einem Träger. Die technische Betreuung der Lastenräder ist schon geklärt. Das übernimmt die Radstation im Bergedorfer Bahnhof", sagt Rainer Schäferkordt. Alle Details finden sich auf der Homepage des Vereins Bergedorf im Wandel. Wer das Projekt als Fahrer unterstützen oder den Lieferdienst für seinen Laden nutzen will, meldet sich per E-Mail: lieferdienst@bergedorf-im-wandel.de. upb

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