Bildung

Streit um Bergedorfs sechste Stadtteilschule geht weiter

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Ulf-Peter Busse
Die Schule Leuschnerstraße soll von 2025 an die sechste Bergedorfer Stadtteilschule beherbergen.

Die Schule Leuschnerstraße soll von 2025 an die sechste Bergedorfer Stadtteilschule beherbergen.

Foto: Ulf-Peter Busse

Die Bildungsbehörde weigert sich beharrlich, die Bezirksversammlung über die Planung an der Leuschnerstraße zu informieren.

Hamburg. Die Bildungsbehörde spielt auf Zeit, wenn es um die geplante sechste Stadtteilschule für Bergedorf geht. Auch am Montag hat sie trotz der erneut ausgesprochenen Einladung keinen Referenten in den Schulausschuss der Bezirksversammlung geschickt. Begründung: Das für 2025 in den Gebäuden der Schule Leuschnerstraße in Lohbrügge geplante Projekt sei noch in einem so frühen Stadium, dass die Behörde keinerlei Fragen beantworten könne.

Das sorgte für scharfe Kritik der CDU: „Es ist jetzt schon das zweite Mal, dass die Behörde die Einladung in den Ausschuss ignoriert. Zudem war es im vergangenen Jahr auch Thema in der Bezirksversammlung“, ärgerte sich Lars Dietrich. Das sei doch Zeichen genug, dass das Thema die Bergedorfer beschäftige. „Wieso ist trotzdem keiner der Verantwortlichen aus der Behörde in der Lage, sich in die digitale Sitzung unseres Gremiums einzuwählen? Das mindeste wäre eine schriftliche Stellungnahme gewesen. Aber nicht mal die gibt es.“

Streit um Bergedorfs sechste Stadtteilschule geht in die nächste Runde

Ausschuss-Chefin Frauke Rüssau - als Grünen-Fraktionsvorsitzende Teil der Bergedorfer Koalition aus SPD, Grünen und FDP - hätte das Thema derweil am liebsten kommentarlos auf die nächste Sitzung vertagt. Durch den CDU-Vorstoß wird das nun aber mit einer klaren Botschaft an die Adresse des Hauses von Senator Ties Rabe versehen, der nebenbei Bergedorfs SPD-Vorsitzender ist: „Mit Nachdruck“ fordert der Ausschuss, dass dann ein Referent den Politikern Rede und Antwort steht. Zudem soll es vorher eine schriftliche Mitteilung zum Planungsstand geben. „Das sollte nun wirklich möglich sein“, machte Lars Dietrich deutlich, während Frauke Rüssau ergänzte: „Zwingen können wir die Behörde natürlich nicht.“

Tatsächlich ist die zusätzliche Stadtteilschule schon seit über einem Jahr ein politisches Streitthema zwischen Koalition und Opposition in Bergedorf. Unstrittig ist, dass angesichts der rasant wachsenden Einwohnerzahl des Bezirks eine weitere Stadtteilschule dringend erforderlich ist - ebenso wie perspektivisch ein sechstes Gymnasium.

Neue Stadtteilschule in Bergedorf kann frühestens in vier Jahren eröffnen

Um die bestehenden weiterführenden Schulen nicht noch größer werden zu lassen, hatte die Opposition gefordert, die mittlerweile geräumte Handelsschule an der Wentorfer Straße mindestens vorübergehend zur Stadtteilschule zu machen, um sie hier aufwachsen zu lassen, während parallel ihre dauerhafte Bleibe gebaut werden könnte. Doch die Bildungsbehörde winkte ab und präsentierte schließlich die gerade erst frisch renovierte Schule Leuschnerstraße als Standort.

Dieser Vorstoß konnte die erhitzten Diskussionen aber nicht entschärfen. Hintergrund: Die neue Stadtteilschule kann dort frühestens in vier Jahren eröffnen. Und zudem liegt sie nur wenige Hundert Meter entfernt von den Stadtteilschulen am Ladenbeker Weg, am Richard-Linde-Weg und am Binnendfeldredder. Damit liegen künftig gleich vier Schulen dieses Typs in Lohbrügge und weiterhin keine einzige - wie es eigentlich gefordert war - im Stadtteil Alt-Bergedorf.

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