Agenda 2021

Diese Projekte werden Bergedorf prägen, aber auch verändern

Am 25 Oktober 2020 wurde die Brücke der Bundesstraße 5 (B5) über die Autobahn A1 abgerissen.

Am 25 Oktober 2020 wurde die Brücke der Bundesstraße 5 (B5) über die Autobahn A1 abgerissen.

Foto: Florian Büh

Viele Hauptstraßen bleiben oder werden Baustellen. Und es geht um das Bergedorf der Zukunft: im Stuhlrohrquartier und am Sachsentor.

Hamburg. Freie Fahrt für Radfahrer und weniger Platz für Autos: Die Agenda für das Jahr 2021 steht in Bergedorf an vielen Stellen im Zeichen von Ökologie und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig spielen Wohnungsbau und natürlich die Entwicklung der Innenstadt eine wichtige Rolle. Aus der Vielzahl der aktuellen Projekte im Bezirk haben wir hier 37 ausgewählt, die in diesem Jahr anstehen. Viele davon dürften für Diskussionsstoff sorgen, etwa die weiteren Vorbereitungen für den Zukunftsstadtteil Oberbillwerder, der Radschnellweg nach Geesthacht oder die künftige Nutzung der alten Hochschule in Lohbrügge.

  • 1. Einbau der zweiten B 5-Brücke über die Autobahn 1:

Noch bis Juli bleibt die Überführung der B 5 über die A 1 ein Nadelöhr. Das jetzt fehlende nördliche Brückenbauwerk wird voraussichtlich im Mai eingebaut. Dann erfolgen noch Anschlussarbeiten für die Fahrbahn, sodass mit der Freigabe dieser vor allem für Berufspendler Richtung Hamburg wichtigen Straße für Juli gerechnet wird. Dann werden auch alle Auf- und Abfahrten der A 1-Anschlussstelle Billstedt/Bergedorf wieder geöffnet.

  • 2. Verkehrsanbindung Neubaugebiete Tienrade/Hirtenland:

Für einige Wochen im Frühling wird es auf dem Reinbeker Redder eng. Dann stehen die letzten, 250.000 Euro teuren Arbeiten zum Anschluss der längst bezogenen Neubaugebiete Tienrade und Hirtenland nördlich der Straßen an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein an.

  • 3. Neubau Anschlussstelle Ladenbeker Furtweg/B 5:

Zumindest die Vermessungsingenieure werden in diesem Jahr schon rund um die Brücke des Ladenbeker Furtwegs über die B 5 zu sehen sein. Sie bereiten hier den neuen B 5-Zubringer für die Bewohner des Zukunftsstadtteils Oberbillwerder Richtung Bergedorf und Hamburg samt mehrerer Kreisverkehre vor. Gebaut wird aber wohl erst ab 2023.

  • 4. Oberbillwerder:

Auf den Wiesen nördlich der S-Bahn-Station Allermöhe herrscht 2021 noch Ruhe. Lediglich erste Aufmaße für die künftigen Straßenanbindungen des geplanten 15.000-Einwohner-Stadtteils Oberbillwerder könnten sichtbar werden. Denn sie werden auch als Lkw-Zubringer für die Sandaufschüttung genutzt, die spätestens 2023 beginnen soll.

  • 5. Sportplatz Bergedorf-West:

Die Vereine schlagen schon seit Jahren Alarm. Und jetzt ist der aus den späten 1960er-Jahren stammende Sportplatz Bergedorf-West so marode, dass er praktisch nicht mehr nutzbar ist. Im Frühjahr soll nun in enger Absprache mit den Menschen aus Bergedorf-West festgelegt werden, wie und wann Umkleiden, Flutlicht und natürlich der Platz selbst grundsaniert werden.

  • 6. Radschnellweg Geesthacht-Hamburg:

Unter der Eisenbahnbrücke wird es eng für Autofahrer auf dem Oberen Landweg. Vermutlich schon im Sommer müssen sie zwei ihrer vier Spuren hier an die Radfahrer abgeben. Denn die Unterführung wird Teil des Radschnellwegs zwischen Geesthacht und Hamburg. Sie wechseln von Nettelnburg kommend hier auf die Nordseite der Eisenbahntrasse und folgen ihr über Bergedorf-West weiter nach Hamburg.

  • 7. Gift in den Fleeten:

Eine Reinigungsanlage soll helfen, das aus dem Grundwasser eintretende Vinylchlorid aus Neuallermöhes Gewässern zu filtern. Es handelt sich um Rückstände der Entfettungsbäder, mit denen die Hauni - wie alle Maschinenbau-Unternehmen - ihre Produkte bis in die 1980er-Jahre vor der Auslieferung behandelt hat. Die Giftkonzentration in den Fleeten gilt bisher als ungefährlich für Wassersport, Baden und sogar den Verzehr der Fische.

  • 8. Zukunftskonzept Lohbrügger Hochschulkomplex:

Nur noch sieben Jahre, dann zieht die Hochschule für Angewandte Wissenschaften von Lohbrügge nach Oberbillwerder. Was dann aus dem mittlerweile denkmalgeschützten Altbau aus den frühen 1970er-Jahren werden soll, ist offen. Bergedorfs Grüne haben versprochen, nun „schnell“ mit den Lohbrüggern Ideen für die künftige Nutzung des über 30.000 Quadratmeter Nutzfläche großen Komplexes zu entwickeln.

9. Nachfolger für BMW:

Vorerst nur mit Werkstatt und Gebrauchtwagen-Handel setzt das Autohaus B+K die BMW-Tradition an der Kreuzung Bergedorfer Straße/Sander Damm schon seit Anfang Januar 2021 fort. Doch der Großhändler plant weiter: Um nach dem Weggang der BMW-Niederlassung auch Neuwagen anbieten zu können, wird bereits ein größerer Standort in Bergedorf gesucht.

  • 10. Umbau Straßenzug Sander Damm/ Lohbrügger Markt:

Schon am Montag soll es losgehen: Als dritter und letzter Teil des Umbaus der Lohbrügger Hauptstraße vom Binnenfeldredder bis zur Feuer- und Polizeiwache sind die rund 800 Meter vom Lohbrügger Markt bis zur Kreuzung Bergedorfer Straße an der Reihe. Gebaut wird bis zum Advent, wobei die Autofahrer auch hier mehr Platz an Radler, Fußgänger und die Linienbusse abgeben müssen.

  • 11. „Markthaus Lohbrügge“:

Ein markanter Neubau folgt auf den jahrelangen Leerstand des ehemaligen Edeka-Marktes Linow. Das Planverfahren für das fünfstöckige „Markthaus Lohbrügge“ mit viel Platz für Geschäfte im Erdgeschoss und zwei weitere Gebäude mit zusammen rund 100 Wohnungen läuft seit September. Die Abrissbagger könnten also im Herbst dieses Jahres anrücken.

  • 12. „Ekelhaus“ vor Versteigerung:

Es ist ruhig geworden um den markanten weißen Gründerzeitbau an der Ecke Alte Holstenstraße/Reetwerder. Wegen massiver Überbelegung und gefährlichen Schädlingsbefalls hatte das Bezirksamt die Immobilie vor zwei Jahren räumen lassen. Weil die geforderte Grundsanierung bisher unterblieb, wird im Hintergrund die Zwangsversteigerung vorbereitet. Eine Termin gibt es bisher aber noch nicht.

  • 13. Gleis 6 für Bergedorfs Bahnhof:

Die aktuelle Machbarkeitsstudie lässt hoffen, dass noch innerhalb dieses Jahrzehnts der Bahnbetrieb nach Geesthacht realisiert wird. Neben dem Direktanschluss an den Hauptbahnhof würde eine Art Straßenbahn auch auf dem neuen Gleis 6 am Bergedorfer Bahnhof halten. Sie käme vom Sander Damm und könnte weiter durch Lohbrügge fahren.

  • 14. Vorfahrt für Radler:

Bergedorfs Koalition treibt den Umbau der Fußgängerzone zwischen City-Kreisel und Kirche St. Petri und Pauli zu Fahrradstraße voran. Finden sich Fördertöpfe, könnte schon in diesem Jahr gebaut werden. Unklar ist derzeit, ob dabei das ungeliebte Kopfsteinpflaster verschwindet oder nur abgerundet wird.

  • 15. Sanierung alter Hafenkran:

Die Woolworth-Baustelle steht kurz vor dem Abschluss und damit kann in diesem Jahr der Umbau der alten Kaistraße am Bergedorfer Hafen zur gemütlichen Restaurant-Meile starten. Die Pflasterung der Serrahnstraße wird dafür dem historischen Vorbild nachempfunden, der Hafenkran von 1902 wieder funktionsfähig gemacht - aber auch die 19 Platanen der Uferstraße sollen gefällt werden.

  • 16. Rettung vor dem Abrissbagger:

In diesem Jahr muss sich zeigen, ob die Retter ihr Versprechen halten: Die Inhaber des Maklerbüros Pipping hatten im Sommer das 300 Jahre alte Fachwerkhaus neben Kaffee Timm im Sachsentor vor dem Abrissbagger gerettet, um es zum neuen Sitz ihres Unternehmens zu machen. Von Restaurierungsarbeiten ist bisher nichts zu sehen.

  • 17. Was folgt auf Karstadt?

Ende Januar wird Karstadt Bergedorf endgültig verlassen - vermutlich ohne bis dahin nochmal zu öffnen. In diesem Jahr geht es nun um Konzepte für die Folgenutzung der beiden Häuser. Als wahrschein - lich gilt, dass die kleinere Immobilie am Bergedorfer Markt durch einen Neubau ersetzt wird. Für das große Haus im Sachsentor wird über einen Mix aus Wohnen und Einzelhandel nachgedacht.

  • 18. Umzug Polizeiwache:

Ende des Jahres packen Bergedorfs 200 Polizisten ihre Sachen und ziehen um - zumindest vorübergehend. Weil die Wache am Ludwig-Rosenberg-Ring umfangreich erweitert wird, geht es für zwei Jahre in die ehemalige Handelsschule Wentorfer Straße. Deren Umbau zur Interims-Polizeiwache beginnt bereits im September. Ende 2023 soll dann der Neubau in Lohbrügge bezugsfertig sein.

  • 19. Nachfolge-Duo vom Haus im Park:

In diesem Jahr müssen das Hospiz und das „Begegnungszentrum im Park“ ihre Pläne für die Nutzung des Areals am Gräpelweg im Villengebiet konkretisieren. Wenn die Körber-Stiftung das Areal Anfang 2022 endgültig verlässt, sollen hier der bereits aktive Seniorentreff mit seinem vielfältigen Programm samt physikalischer Therapie sowie Wohnprojekt und das Hospiz auch baulich realisiert werden.

  • 20. Platz am Lui:

Im April soll er fertig sein, der fast zwei Millionen Euro teure Platz zwischen Luisen-Gymnasium und Billtal-Stadion. Aus der wilden Parkplatzfläche wird mit viel Grün, interessanter Möblierung und abwechslungsreichem Pflaster ein attraktiver Treffpunkt mit nur noch gut 20 Parkplätzen.

  • 21. Neubau der Pionierbrücke:

Das Holz der beliebten Bille-Querung für Radfahrer und Fußgänger vom Bergedorfer Gehölz hinüber in den Krähenwald in Reinbek wird am April durch eine neue Konstruktion ersetzt, die zu großen Teilen aus Aluminium besteht. Mit etwa einem halben Jahr Bauzeit plant der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer. Den Sommer über bleibt die Pionierbrücke also voraussichtlich gesperrt.

  • 22. Weltkulturerbe Sternwarte:

Die wichtigsten Sanierungen sind abgeschlossen, ein neuer „Planetenpfad“ eingerichtet und sogar das Besucherzentrum der Sternwarte für die Nach-Corona-Zeit gerettet. Eine gute Grundlage für den wichtigsten Schritt: 2021 will der Senat das über 100 Jahre alte Observatorium auf dem Gojenberg erneut auf den Weg zum Weltkulturerbe schicken.

  • 23. Bergedorfs Ostumgehung:

Aus den Plänen der Bergedorf-Koalition aus SPD, Grünen und FDP für eine Ostumgehung über den Elbhang bei Börnsen wird wohl nichts. Aber 2021 soll zumindest eine kleine Alternative angeschoben werden: Neue Ampeln und Vorfahrtsregelungen im Umfeld der A 25-Anschlussstelle Curslack könnten den Dauerstau im Berufsverkehr auflösen.

  • 24. Pilotprojekt Eichhörnchenbrücke:

Bergedorf wird im Frühjahr Hamburgs Vorreiter in Sachen Lebensrettung für Eichhörnchen. Damit sie auf der vielbefahrenen Straße nicht mehr unter die Räder kommen, wird in gut fünf Metern Höhe über der Straße Pollhof ein Seil gespannt. Das Pilotprojekt wird vom Bezirk finanziert und vom Tierschutzverein Looki betreut.

  • 25. Abriss Penndorf-Parkhaus:

Autos stehen im alten Penndorf-Parkhaus an der Rektor-Ritter-Straße schon seit fast drei Jahren nicht mehr. Im Herbst dieses Jahres will Investor Karl-Dieter Broks nun die Abrissbagger anrücken lassen. Sie sollen Platz schaffen für einen Komplex mit rund 90 Wohnungen.

  • 26. Einweihung Körber-Haus:

Geht es nach dem Bezirksamt, soll schon Ende des Jahres alles fertig sein. Doch wann genau Bücherhalle, Theaterbetrieb, Café sowie die Seniorenarbeit von Körber-Stiftung und Awo im neuen Körber-Haus starten, ist bisher noch offen. Immerhin: Am 25. Januar feiert der gut 25 Millionen Euro teure Neubau Richtfest.

  • 27. Mega-Bauprojekt Bergedorfer Tor:

Nach einigen Jahren Verzögerung scheint es nun rund zu laufen beim Mega-Bauprojekt Bergedorfer Tor zwischen CCB-Fachmarktzentrum und EisenbahnbrückeWährend die Genossenschaft Bergedorf-Bille schon den Hochbau ihres neuen Verwaltungssitzes hochzieht, geht es auch in der Baugrube nebenan voran. Das ist auch wichtig: Bis 15. Januar muss gemäß Vertrag mit dem Bezirksamt mit dem Schütten der Bodenplatte begonnen worden sein.

  • 28. Stuhlrohr-Quartier:

Es ist still geworden, um das 1000 Wohnungen und 15.000 Quratmeter Geschäftsfläche große Stuhlrohrquartier. Hintergrund: Nachdem es 2018 per Bürgerbe gehren deutlich geschrumpft worden war, musste das Bebauungsplan-Verfahren neu gestartet werden. In diesem Jahr darf Investor Buwog aber voraussichtlich mit den ersten Abrissesen beginnen. Am Ende bleiben nur die historischen Stuhlrohrhallen stehen.

  • 29. Wohnungsbau wo Opel Dello war:

Noch mehr moderne Wohnblocks am Schleusengraben: Auch auf dem ehemaligen Autohaus-Areal von Dello am Sander Damm wird es wohl kein Gewerbe mehr geben. Rund 150 Wohnungen will ein Investor hier bauen. Die Abrissgenehmigung für die alte Werkstatt dürfte er im Herbst erhalten.

  • 30. Wohngebiet Weidensteg:

Für Mitte 2021 wird die Einigung mit Investor Hans-Werner Maaß auf alle Details des 744 Wohnungen und ein Nahversorgungszentrum großen Neubaugebiets Weidensteg zwischen Schleusengraben und Kampbille erwartet. Dann können nach jahrelanger Verzögerung endlich die Genehmigungsverfahren starten - und nebenbei auch die Schleusengraben-Brücke gebaut werden.

  • 31. UK Boberg kommt nach Bergedorf:

Die Chancen auf einen Umzug des Unfallkrankenhauses Boberg an den Curslacker Neuen Deich stehen gut. Ob es dazu kommt, entscheidet sich vermutlich im Frühjahr. Die renommierte Klinik mit ihren rund 2800 Mitarbeitern ist auf Expansionskurs und platzt auf ihrem angestammten Standort schon jetzt aus allen Fugen.

  • 32. Umzug Recyclinghof:

Bergedorf wächst rasant, aktuell auf über 130.000 Einwohner, doch sein einziger Recyclinghof bleibt seit Jahren 4600 Quadratmeter klein. Das soll sich jetzt endlich ändern: Im Februar wird der Kaufvertrag für 8000 Quadratmeter nahe der Krapphofschleuse unterzeichnet - rund einen Kilometer südlich der heutigen Adresse am Kampweg. Offen ist, ob der Umzug noch in diesem Jahr klappt.

  • 33. Neubau Stadtteilschule Kirchwerder:

Nach Planung von Schulbau Hamburg wird der Bau der neuen Stadtteilschule Kirchwerder im Frühjahr starten. Die Übergabe an Schüler und Lehrer ist für 2023 geplant.

  • 34. Straßensanierung:

Der Süderquerweg bekommt auf einer Länge von gut drei Kilometern zwischen Kirchwerder Landweg und Durchdeich eine neue Fahrbahndecke. Angedacht sind die Arbeiten für die Märzferien.

  • 35. Wohnen auf dem Seehof:

Der Bau von Seniorenwohnungen auf dem Seehof-Gelände am Lauweg in Fünfhausen komme gut voran, teilt die ewp-Gruppe mit. Der Bauherr rechnet damit, dass die ersten seniorengerechten Wohnungen Mitte 2021 bezugsfertig sind.

  • 36. Jugendstrafanstalt Billwerder:

Das Bebauungsplanverfahren für die Jugendstrafanstalt geht weiter voran. Die öffentliche Auslegung des Planentwurfs ist abgeschlossen. Der Baubeginn ist für den Sommer vorgesehen. Das Gefängnis wird frühestens im Jahr 2026 in Betrieb gehen.

  • 37. Billwerder Insel:

Die 11,6 Millionen Euro teure Ausgleichsmaßnahme für die Elbvertiefung auf der Billwerder Insel wird bis Februar abgeschlossen. Seit zwei Jahren werden hier ehemalige Absetzbecken der Wasserfiltrationsanlage umgebaut zu einer natürlichen Insellandschaft, in der sich der Schierlings-Wasserfenchel wohlfühlt.