Trauer

Abschied von einem quirligen, musikalischen Sozialarbeiter

Thomas Rademacher war immer für Witze und Faxen zu haben.

Thomas Rademacher war immer für Witze und Faxen zu haben.

Foto: Anne Strickstrock / BGZ / Anne Strickstrock

Thomas Rademacher ist mit 60 Jahren gestorben. Er war allzeit engagiert, immer mittendrin und hatte stets einen Spruch auf den Lippen.

Hamburg.  Allzeit engagiert, immer mittendrin und stets einen Spruch auf den Lippen: So kannten nicht nur seine Nachbarn aus Bergedorf-Süd Thomas Rademacher. Und viele wussten, wie lang er mit seinen Krebs-Diagnosen zu kämpfen hatte. Schluss damit: Am 20. Dezember starb er im Alter von 60 Jahren im Bethesda-Krankenhaus.

„Er war ein bunter Hund und hat immer allen geholfen“, sagt Gerhard Heiland, den eine 23-jährige Freundschaft mit ihm verband – ausgehend von der Liebe zur Musik. Denn Thomas Rademacher hatte ein Studio an der Hassestraße, wo er als Sänger mit seiner Bergedorfer Band „Tempo Zoo“ probte. Zudem organisierten die beiden das „Bergedorfer Blues-Festival“ auf dem Bahnhofsvorplatz, das kleine „Fest Am Brink“ und das Soltaustraßenfest – viele Jahre nach Wutzrock, wo die Anfänge der Festival-Leidenschaft begründet lagen.

Thomas Rademacher ist im Alter von 60 Jahren verstorben

Auf der Altonale bespielte Thomas Rademacher stets die Kodrobs-Bühne, denn in seinem Hauptberuf war er ein gewissenhafter Sozialarbeiter. Für den Suchthilfeverein „Jugend hilft Jugend“ produzierte er zuletzt im Altonaer Konsumraum die „Gespräche aus dem Eimer“ – ein Podcast, der „witzig, unkonventionell, manchmal etwas entgleitend, pädagogisch wertvoll und am Rand des Irrsinns“ vor Drogenmissbrauch warnte.

Zuletzt hatte der Vater dreier Kinder die Idee, einen „Bergedorfer Tag der Schulen“ ins Leben zu rufen, um Jugendliche mit dem lokalen Handwerk zusammenzubringen. „Ich will doch noch was schaffen und produktiv in Erinnerung bleiben“, sagte er. Das indes hatte der verrückte Kerl ohnehin längst geschafft.

( stri )

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