Corona-Panemie

Lockdown fegt Bergedorfs Shopping-Meilen leer

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Thomas Voigt
Kaum etwas los gestern Mittag im Sachsentor: Eine kleine Inline-Skaterin nutzt auf der großen, freien Fläche die Gunst der Stunde.

Kaum etwas los gestern Mittag im Sachsentor: Eine kleine Inline-Skaterin nutzt auf der großen, freien Fläche die Gunst der Stunde.

Foto: Thomas Voigt

Andrang gab es nur in den Apotheken. Hier waren die kostenlosen FFP2-Masken schnell vergriffen.

Bergedorf/Lohbrügge. Seit Mittwoch liegt wieder gespenstische Stille über den Einkaufs- und Flaniermeilen von Bergedorf und Lohbrügge. In großen Einkaufszentren wie CCB und Marktkauf-Center drehen leere Rolltreppen und Beförderungsbänder wie zum Trotz ihre Runden.

Auch wenn Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Optiker, Sanitätshäuser und Hörgeräteakustiker geöffnet haben, auch wenn eine ganze Reihe Geschäftsleute die Möglichkeit bietet, bestellte Ware an der Ladentür abzuholen: Nach dem großen Ansturm an den beiden Tagen vor dem zweiten harten Lockdown fällt der Einkaufsbummel für die meisten Bergedorfer nun erst einmal aus.

Bergedorfer holen noch bestellte Waren ab

„Es macht einfach keinen Spaß, ich gehe gleich wieder nach Hause“, bringt Elke Soltau (69) aus Lohbrügge es auf den Punkt. Sie wartet gerade vor der Ladentür von „Jay“ in der Alten Holstenstraße, wo ihrer Armbanduhr eine neue Batterie eingesetzt wird.

Gegenüber bei Optiker Hoeft ist Mitinhaber Andreas Langwagen zwar dankbar für eine ganze Reihe treuer Stammkunden. Doch spurlos ist Corona auch an ihm nicht vorübergegangen: Er beschäftigt kaum noch Personal, wechselt sich stattdessen mit seinem Geschäftspartner bei der Bedienung ab.

Auf Bargeld bei der Bezahlung verzichten

„Es ist doch auch Sinn der Beschränkungen, dass die Kunden sich nicht auf der Straße drängeln“, kommentiert Ulrike Kirschner von der Buchhandlung im Sachsentor die Lage. Bei ihr und ihren Kolleginnen hatten gestern Mittag schon mehr als 20 Kunden bestellte Bücher abgeholt und per Karte bezahlt: Bargeld wird hier vorsichtshalber nicht angenommen.

Auf mehr als 30 Abholungen brachte es in derselben Zeitspanne das Spielzeuggeschäft Hartfelder am Kupferhof: „Bei uns geht es auch ohne Vorbestellung“, erklärt dort Sylvia Weck. Auch sie bittet darum, nach Möglichkeit bargeldlos zu zahlen.

Herrenausstatterin Martina Willhoeft hatte gestern fünf Auslieferungen und Abholungen von Ware, eine Auslieferung durch den Lastenrad-Service „Bergedorf bringt’s“ der Initiative „Bergedorf im Wandel“. „Einige Kunden holen ihre bestellten Sachen aber auch hier im Sachsentor ab“, sagt Willhoeft, die den Service auch mit ihrem Damenmodengeschäft „Azul’“ anbietet. „Ich treffe die Kunden dann an der großen Tanne auf dem Bergedorfer Markt und überreiche ihnen ihre Bestellungen.“

Kostenlose FFP2-Masken sind mittags schon vergriffen

Hochbegehrte Mangelware waren am Mittwoch in den Apotheken die kostenlosen „Spahn-Masken“ für besonders corona-gefährdete Leute: „Die waren bei uns schon um 10 Uhr vergriffen“, sagt eine Mitarbeiterin der „Viva-Apotheke“ im Marktkauf-Center. „Aber wir bekommen eine neue Lieferung. Kommen Sie am besten gleich morgen um neun.“

Bei anderen Apotheken war es nicht anders, sie schrieben „Spahn-Masken vergriffen“ an ihre Türen. Andere wiesen höflich, aber bestimmt darauf hin, dass sie diese kostenlosen Masken nur noch an ihre Stammkunden abgeben.

Zahl der zugeteilten Masken von eingereichten Rezepten abhängig

„Das liegt daran, dass die Zahl der zugeteilten Masken von der Zahl der eingereichten Rezepte pro Quartal abhängig gemacht wird“, erklärt Gisela Wegner von der Linden-Apotheke, die etwa 3000 Masken geliefert bekam. „Wenn nun eine Apotheke in den ersten Tagen viel von ihrem Vorrat an Laufkundschaft herausgegeben hat, sind bald nicht mehr genügend Masken für die eigenen Stammkunden da.“

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