Bergedorf

Per Trick zur 140-Plätze-Kita im Neubaugebiet Weidensteg

Blick auf das geplante Wohnquartier Weidensteg am Weidenbaumsweg mit 740 Wohnungen. Im Vordergrund: Das künftige Nahversorgungszentrum samt Kita, über dessen Rändern sich ein Ring aus Geschosswohnungsbau erhebt. Die Kita-Freifläche soll im Innenhof entstehen.

Blick auf das geplante Wohnquartier Weidensteg am Weidenbaumsweg mit 740 Wohnungen. Im Vordergrund: Das künftige Nahversorgungszentrum samt Kita, über dessen Rändern sich ein Ring aus Geschosswohnungsbau erhebt. Die Kita-Freifläche soll im Innenhof entstehen.

Foto: Bezirksamt Bergedorf / BGZ

Mit einer Änderung im Bebauungsplan soll der eigentlich zu knappe Platz im Neubaugebiet auf einmal doch ausreichen.

Hamburg. Wenn der Investor des Quartiers Weidensteg, Hans-Werner Maas, mitspielt, dann könnte dieses Neubaugebiet mit inzwischen geplanten 740 Wohnungen demnächst sichtbar werden. Konkret geht es um Veränderungen im Bebauungsplan zum geplanten Kindergarten und hinsichtlich der Gebäudehöhen im Norden des Quartiers, die auf Vorschlag des Bezirksamts Bergedorf vom Stadtentwicklungsausschuss abgesegnet wurden. Baudezernent Uwe Czaplenski glaubt für das Plangebiet Weidensteg jetzt zeitnah an einen Durchbruch im größten Streitthema.

Das soll geändert werden: Eigentlich sollte die geplante Kita mit 140 Plätzen mit einem Außengelände von 840 Quadratmeter versehen werden. Doch der Platz in der Quartiersmitte gibt diese Größenordnung nicht her, wie das Bezirksamt ermittelt hat: „Auf der an die Kindertagesstätte angrenzenden Fläche im Blockinneren kann lediglich eine Freifläche von maximal 600 Quadratmetern untergebracht werden.“

Zu wenig Platz – Kita-Spielplatz wird ausgelagert

Das liege daran, dass für die 200 Wohnungen im Baublock ebenfalls ausreichende Freiflächen geschaffen werden müssten. Der Kompromiss: Kinder im Vorschulalter sollen auf einem Teil der Grünfläche am Schleusengraben spielen und toben können. Diese liegt rund 150 Meter von ihrer Kita entfernt.

Diese Entfernung zum „Haupthaus“ erachtet die lokale Politik als zumutbar. Kleiner Einschub der Verwaltung: Noch sei zu klären, inwieweit die Spielfläche im Grünen außerhalb der Kitazeiten für Kinder zur Verfügung stehe.

Weniger Geschosse = mehr Sonne für die Nachbarn

Außerdem empfahl das Bezirksamt, das nördlichste Wohnhaus des Neubaugebiets maximal viergeschossig zu realisieren, um den Nachbarn in den Glasbläserhöfen nicht die Sonne zu klauen. Die wegfallenden Wohnungen sollen dann „an qualitativ vergleichbarer Stelle im Plangebiet“ umgesetzt werden.

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Czaplenski: „Einzelne Wohnungen hätten mit der bisherigen Bauweise bis zu fünf Stunden weniger Sonne am Tag.“ Auch für die Politiker ist die Geschossgrenze im Norden nachvollziehbare – fehlt eben noch das „Ja“ des Bauinvestors Maas zu den vom Ausschuss nun einstimmig beschlossenen Änderungen im B-Plan.

Weidensteg: "weiterführende Ergebnisse" im ersten Halbjahr 2021

Czaplenski ist optimistisch. „Herr Maas wird diesen Weg mitgehen. Meiner Einschätzung nach werden wir weiterführende Ergebnisse für den Weidensteg im ersten Halbjahr 2021 sehen.“ Auf Fortschritte setzt der Baudezernent auch im Hinblick auf eine Nachfrage von Bergedorfs FDP-Fraktionschefin Sonja Jacobsen, die sich für den Planungsstand der Fußgängerbrücke über den Schleusengraben zwischen den Neubaugebieten Weidensteg und Schilfpark interessiert: „Das ist doch, was junge Familien am meisten beschäftigt, weil sie sich bisher abgeschnitten fühlen.“

Auch da zeigt sich der Baudezernent zuversichtlich: „Der Vorhabenträger wartet auf das Petitum dieses Fachausschusses.“ Dann werde es mit diesem Verfahren weitergehen – nach mehrjähriger Verzögerung.