Bergedorf

Obdachloser macht Lagerfeuer in leerstehender Wohnung

Offenbar ist einem Mann in dem leer stehenden Haus an der Ecke Weidenbaumsweg/Sander Damm zu kalt geworden.

Offenbar ist einem Mann in dem leer stehenden Haus an der Ecke Weidenbaumsweg/Sander Damm zu kalt geworden.

Foto: christoph leimig / Christoph Leimig

Ein 39 Jahre alter Mann wird von Polizei und Feuerwehr aus dem Mehrfamilienhaus gerettet. Kurz darauf folgte der nächste Einsatz.

Hamburg. Gleich zwei heiße Einsätze mussten Bergedorfs Feuerwehrleute am Donnerstagabend meistern: Kurz nach 22 Uhr wurden die Retter zunächst zu einem leer stehenden Mehrfamilienhaus am Weidenbaumsweg 72 gerufen: „Person in Gefahr“, lautete die Meldung. Aus dem Erdgeschoss drang starker Rauch aus dem Fenster einer Wohnung. Und tatsächlich mitten in dieser Wohnung hatte ein obdachloser Mann (39) ein Lagerfeuer entfacht.

Der Notarzt aus Boberg sichtete den offenbar hilflosen Mann, doch der weigerte sich, sich in ein Krankenhaus bringen zu lassen. So wurde er zunächst der Polizei übergeben, während die Feuerwehren aus Bergedorf und Nettelnburg unter Atemschutz das Feuer löschten. Dazu mussten ein Metallgitter vor dem Fenster entfernt und die Scheibe eingeschlagen werden. Eine Druckbelüftung sorgte schließlich dafür, dass der Rauch aus dem leerstehenden Gebäude entweichen konnte. Unterdessen sperrten Polizisten die Straße an der Ecke zum Sander Damm ab.

Feuer wegen eines verbrannten Toasters auf dem Herd

Keine Stunde später, um 22.56 Uhr, folgte der nächste Einsatz: „Menschenleben in Gefahr“ hieß es diesmal, als die Rauchwarnmelder in dem fünfgeschossigen Wohn- und Geschäftshaus an der Bergedorfer Straße 124 piepten. Und erneut trafen die Retter einen Mann (83) in einem verqualmten Haus an, auch er verweigerte den Transport ins Krankenhaus.

Auf dem Weg durch verrauchte Flure und durch das Treppenhaus konnten die Feuerwehrleute schnell die Ursache des Brandes ausmachen: In einer Wohnung im dritten Obergeschoss brannte ein Toaster auf dem Herd. Nach dem Löschen mussten die beiden oberen Etagen des Hauses durchlüftet werden. Nach einer knappen halben Stunde war der Einsatz beendet. Die Polizei konnte die ab Vierlandenstraße für 15 Minuten voll gesperrte B 5 wieder freigeben.