In Corona-Zeiten

Bethesda Krankenhaus: Werdende Väter weiterhin willkommen

Chefarzt Dr. Martin Neuß hat in zweieinhalb Jahren vieles angestoßen: Das Bethesda Krankenhaus ist zum Beispiel gerade dabei, sich als „babyfreundliches“ Krankenhaus zertifizieren zu lassen.

Chefarzt Dr. Martin Neuß hat in zweieinhalb Jahren vieles angestoßen: Das Bethesda Krankenhaus ist zum Beispiel gerade dabei, sich als „babyfreundliches“ Krankenhaus zertifizieren zu lassen.

Foto: BGZ

Trotz Besuchsverbot in Bethesda-Klinik dürfen werdende Väter bei der Geburt dabei sein. Ein negativer Corona-Test ist aber Pflicht.

Hamburg.  Darauf mögen die Geburtshelfer aus dem Bethesda-Krankenhaus kaum verzichten. Dabei galten Väter lange Zeit als Störenfriede, die reihenweise beim Moment der Momente in Ohnmacht fielen. Das hat sich geändert: „Die Anwesenheit der Väter bei der Geburt ist heutzutage hochgradig wichtig“, sagt Dr. Martin Neuß, Chef der Gynäkologie und Geburtshilfe: „Alles hilft uns, was schwer gestresste Mütter bei der Geburt emotional unterstützt.“

Das gilt in diesen schwierigen Zeiten mehr denn je: Die Klinik am Glindersweg ermöglicht es t rotz Corona-Pandemie und dem zum zweiten Mal eingeführten Besuchsstopp, dass Eltern gemeinsam ihre Kinder auf der Welt begrüßen können. Väter sind äußerst gerngesehen und können im so genannten Familienzimmer die ersten Tage des neuen Glücks genießen.

Im Bethesda Krankenhaus gelten strenge Corona-Regeln

Seit Anfang März, als sich das fatale Virus hierzulande stark ausbreitete, haben Neuß und sein Team aus vier Fachärzten, sechs Assistenzärzten, Hebammen und Schwestern 490 gesunde Babys zur Welt gebracht. „In 99 Prozent der Fälle war der Vater dabei“, weiß der 55-jährige Chefarzt. Die Vorgaben der Gesundheitsbehörde machen es möglich: Sie erlauben zurzeit, dass Angehörige von sterbenden Menschen in deren letzten Momenten ebenso dabei sein dürfen wie eine Begleitperson bei der Geburt.

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Natürlich ist das Dabeisein an Vorbedingungen geknüpft. „Väter werden wie Patienten behandelt, wir wollen zum Wohle aller die Risiken minimieren“, benennt Dr. Neuß die Hausphilosophie während Corona. Das bedeutet, dass der Bald-Papa einen Antigen-Schnelltest bei der Aufnahme absolvieren muss. Sollte er gar corona-ähnliche Symptome zeigen, wird ein PCR-Schnelltest durchgeführt. Bisher waren jedoch alle werdenden Papas negativ.

Bisher drei Schwangere bei Entbindung mit Corona infiziert

Nun der Clou: Wer gleich länger und somit die ersten Tage mit dem neuen Babyglück im Bethesda-Familienzimmer – davon gibt es acht auf der Station – mit Schlafplatz und Verpflegung verbringen möchte, braucht zwingend einen negativen PCR-Schnelltest. Und muss weitere Regeln stringent befolgen: Dazu zählen strenge Kontaktminimierung und Daueraufenthalt auf Station und Zimmer. „Wir möchten, dass Familien zu dritt unser Krankenhaus verlassen, weil es wichtig ist, dass die ganze Familie von Anfang an zusammen ist“, sagt Klinik- Sprecherin Conny Gudert. Miete muss übrigens nicht bezahlt werden – aber das Essen und die Tests.

Bei drei Schwangeren wurde die Entbindung für Martin Neuß & Co zuletzt noch herausfordernder: Die Frauen waren jeweils corona-positiv. Für derartige Situationen hat das Bethesda noch zwei Extra-Zimmer für Infizierte eingerichtet. Der Ablauf im Kreißsaal hat sich nicht dramatisch geändert, zumeist sind vier Menschen (Mutter, Vater, Arzt und Hebamme) und nach wenigen Minuten im Optimalfall eine kleine fünfte Person anwesend – alles mit Maskenschutz, aber natürlich auch mit Händchenhalten.

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