Stadtteil-Kultur

Neuer Verein macht das alte Bergedorf-Süd lebendig

Der Vorstand des Vereins „Bergedorf Südblick“ vor dem ältesten Schulgebäude Hamburgs, der 1856 gegründeten Brink-Schule. Sie ist seit 1983 Sitz der Rudolf-Steiner-Schule: Ute Becker-Ewe, Vorsitzender Ulrich Gerwe, Jan Krimson (als Stadtteilentwickler aus der Rise-Zeit nur noch Gast), Werner Omniczynski (2. Vorsitzender), Michael Solscher und Hans-Helmut Willers (v.l.). Schatzmeister Thomas Schramm fehlt.

Der Vorstand des Vereins „Bergedorf Südblick“ vor dem ältesten Schulgebäude Hamburgs, der 1856 gegründeten Brink-Schule. Sie ist seit 1983 Sitz der Rudolf-Steiner-Schule: Ute Becker-Ewe, Vorsitzender Ulrich Gerwe, Jan Krimson (als Stadtteilentwickler aus der Rise-Zeit nur noch Gast), Werner Omniczynski (2. Vorsitzender), Michael Solscher und Hans-Helmut Willers (v.l.). Schatzmeister Thomas Schramm fehlt.

Foto: Ulf-Peter Busse

„Bergedorf Südblick“ nimmt die Arbeit im Stadtteil auf. 47,7 Millionen Euro flossen in den vergangenen acht Jahren.

Hamburg. Sie stehen für ein neues Selbstbewusstsein des Stadtteils, der vor 60 Jahren durch den Bau der B 5 von der Bergedorfer City und dem Sachsentor abgetrennt wurde: 30 Bewohner und Unternehmer aus dem Gründerzeitquartier Bergedorf-Süd haben den Verein „Bergedorf Südblick“ gegründet. Das Ziel: Ihr 120 Jahre altes Kleinod, das sich mit mehr als zwei Kilometern Länge, aber mit kaum 200 Metern Breite wie ein Schlauch von Süden an die B 5 schmiegt, als lebendiges Schmuckstück in den Köpfen der Bergedorfer zu verankern.

Zu bieten hat Bergedorf-Süd tatsächlich eine ganze Menge – nicht zuletzt weil es in den vergangenen acht Jahren mit stattlichen 47,7 Millionen Euro aus Hamburgs „Rahmenprogramm integrierte Stadtteilentwicklung“ (Rise) herausgeputzt worden ist. Insgesamt 64 Projekte wurden so gefördert, darunter das Pflaster vieler alter Straßenzüge, die Restaurierung der Hasse-Aula und der historischen Brink-Schule. Kulturelles wie die Biergartenlesung in der Kneipe BeLaMi erfuhr Unterstützung, dazu diverse Projekte zur Belebung des Sachsentors. Die Einkaufsstraße ist in großen Abschnitten selbst Teil von Bergedorf-Süd.

Schwerpunkt sollen vielfältige Kulturangebote bilden

„Jetzt geht es darum, dieses Selbstbewusstsein und die vielen angeschobenen Projekte dauerhaft mit Leben zu füllen“, sagt der Vorsitzende Ulrich Gerwe stellvertretend für den sechsköpfigen „Südblick“-Vorstand. Den Schwerpunkt sollen vielfältige Kulturangebote bilden. So gibt es, wenn die Corona-Beschränkungen es wieder zulassen, die lebendige „Geschichts- und Kultur-AG“ mit Stadtteilrundgängen, Filmvorführungen und Literaturcafé – plus in Zukunft die sanierte Hasse-Aula und das auch in Bergedorf-Süd liegende Körber-Haus als prominente Veranstaltungsorte.

Zudem will der Verein weiter an der Zukunft des Sachsentors mitarbeiten. Dazu sollen in Initiativen wie dem Runden Tisch Einzelhandel künftig auch Vertreter aus Bergedorf-Süd sitzen.

Dritter, und für das Wir-Gefühl im Stadtteil wichtigster Schwerpunkt der Vereinsarbeit, ist die Vernetzung in Bergedorf-Süd selbst. Dort soll es weiter Straßenfeste wie das in der Soltaustraße geben, ferner Pflanzaktionen und Festivals wie das auf der Straße Am Brink. „Für die Finanzierung können jährlich bis zu 10.000 Euro aus dem Verfügungsfonds fließen“, sagt Hans-Helmut Willers, der als Beirat Kultur und Geschichte Mitglied im Vorstand ist. Ausführlich stellt sich der Verein in der jüngsten Ausgabe der Stadtteilzeitung „Südblick Bergedorf“ vor. Künftig informiert er auf seiner Homepage www.bergedorf-sued.de .