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Wo in Bergedorf ein Mountainbike-Trail entstehen könnte

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Ulf-Peter Busse
Spaß an Pfaden, die möglichst abschüssig sind und zu Sprüngen einladen: Mountainbiker bei ihrem Sport.

Spaß an Pfaden, die möglichst abschüssig sind und zu Sprüngen einladen: Mountainbiker bei ihrem Sport.

Foto: Matthias Müller / Sachsenwaldpioniere

Politik sieht „Sympathie in der Bevölkerung“. Bezirksamt schlägt BTX-Strecke in Neuallermöhe vor. Sportler wollen anderes Terrain.

Hamburg.  Wer von der Kapelle I des Bergedorfer Friedhofs dem Fußweg hinab zur Holtenklinker Straße folgt, baucht im Steilhang nur nach links und rechts zu schauen: Hier kreuzt eine Mountainbike-Strecke , die den vielen Spuren nach sehr beliebt ist. Gut 400 Meter misst dieser sogenannte Flow-Trail, den die Anhänger des rasant wachsenden Freizeitsports hier parallel zum oben verlaufenden Wanderweg Schorrhöhe in den Hang gezogen haben.

Etliche Baumstämme sind zur Stabilisierung verbaut, diverse Wälle dienen für spektakuläre Sprünge im abschüssigen Gelände. Doch die Konstruktion ist illegal – und soll es nach dem Willen des Bezirksamts auch bleiben. So lautet das Ergebnis der Diskussion im jüngsten Umweltausschuss. Jedenfalls vorerst.

Bergedorf könnte einen offiziellen Mountainbike-Trail bekommen

Mit einem 20-minütigen Vortrag hatten Matthias Müller und Andree Schober vom Mountainbiker-Zusammenschluss „Sachsenwaldpioniere“ dafür geworben, diese Strecke in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt aufzuarbeiten und zur Nutzung „auf eigene Gefahr“ freizugeben. „Ein wichtiger Schritt gegen die vielen illegalen Pfade hier oder im Bergedorfer Gehölz. Und ein Bekenntnis des Bezirks zu diesem Sport, den immer mehr Kinder und Jugendliche betreiben und den in Corona-Zeiten auch eine wachsende Zahl von Erwachsenen für sich entdeckt“, berichtete Müller aus dem Bezirk Harburg, wo im Eißendorfer Forst längst ein Mountainbike-Trail freigegeben wurde.

Von Bergedorfs Grünchef Wolfgang Charles gab es unter Hinweis auf die bezirkliche Verkehrssicherungspflicht und Vorgaben des Senats aber für den Elbhang die schon seit Juni immer wieder vorgetragene Absage . Doch so pauschal wollen die Politiker nun nicht mehr die rote Karte zeigen: Neben Julian Emrich (CDU), der die Mountainbiker schon seit dem Sommer unterstützt, stellte auch Liesing Lühr (Grüne) fest: „Es gibt mittlerweile eine breite Sympathie für die Mountainbiker in der Bevölkerung. Wir sollten sehen, wie wir eine solche Strecke in Bergedorf hinkriegen können.“ Auch SPD-Fraktionschefin Katja Kramer und Stephan Meyns (FDP) sprachen sich dafür aus. Ergebnis: Das Thema wird nun in den ihren Fraktionen detailliert erörtert.

Freizeit-Sportler wollen lieber den Elbhang in Bergedorf nutzen

Ob der Wunsch der „Sachsenwaldpioniere“ erfüllt wird, den Elbhang unterhalb des Friedhofs auf gut 200 Metern Länge für einen Trail freizugeben, ist trotzdem völlig offen. Wolfgang Charles schlug dem Grünausschuss spontan vor, die alte BTX-Strecke am Westensee bei Neuallermöhe für die Mountainbiker neu herzurichten.

Andree Schober ist skeptisch: „Als zusätzliches Angebot wäre das durchaus zu begrüßen. Aber ein erster Trail für Bergedorf sollte unbedingt an einem Hang eingerichtet werden. Sonst ist er gerade für die vielen Jugendlichen nicht attraktiv.“

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