Wegen Corona

Mehr Bedürftige: Bergedorfer Tafel benötigt Spenden

Übergabe der 1000-Euro-Spende mit (v.l.) Petra Hoffmann und Birgit Helmrich von der Buhck-Gruppe, Christian Steffens, „Tour de France“-Leiter das Hauni Radsportgruppe, und Bergedorfer-Tafel-Chef Peter Kuczora.

Übergabe der 1000-Euro-Spende mit (v.l.) Petra Hoffmann und Birgit Helmrich von der Buhck-Gruppe, Christian Steffens, „Tour de France“-Leiter das Hauni Radsportgruppe, und Bergedorfer-Tafel-Chef Peter Kuczora.

Foto: Thomas Voigt

Wegen Corona gibt es mehr Bedürftige in Bergedorf. Zusätzlich steigen die Kosten. Die Firma Buhck hat nun 1000 Euro ausgehändigt.

Bergedorf. „Wir sind sehr dankbar für diese großzügige Spende, aber wir haben sie auch bitter nötig“, sagt Peter Kuczora. Einen Scheck in Höhe von 1000 Euro hat die Firma Buhck dem Vorsitzenden der Bergedorfer Tafel ausgehändigt. Es ist die Prämie, die das Unternehmen eigentlich an die Hauni Radsportgruppe ausschütten wollte, deren Aktive im Spätsommer 760 Kilometer Strecke der „Tour de France“ absolvierten. Für jeden Kilometer spendete das Unternehmen einen Euro, die restlichen 240 Euro legte es für die Tafel selbst noch drauf.

Normalerweise versorgt die Bergedorfer Tafel jede Woche mehr als 2000 Bedürftige mit gespendeten Lebensmitteln. Auch wenn die 140 Mitarbeiter ehrenamtlich tätig sind, schlagen dafür jährlich 70.000 Euro an Sprit-, Büro und Mietkosten zu Buche. Ein Finanzbedarf, der ausschließlich aus Spenden finanziert werden muss.

Bergedorfer Tafel muss strenge behördliche Auflagen erfüllen

Im Corona-Jahr 2020 dürfte der Bedarf noch höher sein: „Von März bis Juni hatten wir unsere vier Ausgabestellen geschlossen und die Lebensmittel stattdessen wöchentlich auf dem Lohbrügger Markt und vor St. Petri und Pauli verteilt“, erinnert Kuczora. „Dafür gab es einen Wust von behördlichen Auflagen zu erfüllen, und das hat Kosten verursacht. Sei es für die Pylone, mit denen Zu- und Abgänge markiert sein mussten, oder für Hygieneartikel wie Desinfektionsmittel und Handschuhe.“

Zudem konnten beim Lockdown keine oder nur wenige Lebensmittel von den spendenden Unternehmen eingesammelt werden. „Die meisten Sachen haben wir gekauft“, berichtet Kuczora, der selbst über den großen Andrang bei den Suppenküchen erstaunt war. Auf den Lohbrügger Markt kamen bis zu 250 Kunden, vor St. Petri und Pauli sogar mal 280.

„Die standen die Alte Holstenstraße hinauf bis zum Kreisel am Weidenbaumsweg.“ Mehrfach hätten Freunde und Bekannte ihn angesprochen und gesagt: „Ich hätte nie gedacht, dass es so viele bedürftige Leute in Bergedorf gibt.“

Viele neue Gesichter unter den Bergedorfer Tafel-Kunden

Unter den Tafel-Kunden seien da tatsächlich etliche neue Gesichter gewesen, weiß Peter Kuczora: „Corona hat bei vielen zu Jobverlust oder Kurzarbeit geführt. Da ist dann ganz schnell Ebbe in der Haushaltskasse und jede Tüte voll kostenloser Lebensmittel sehr wichtig.“

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Die Buhck-Gruppe hat schon mehrfach die Tafel Bergedorf unterstützt. Etwa mit einer Kunden-Umfrage, bei der für jeden Teilnehmer ein Euro, am Ende mehrere hundert Euro zusammenkamen. Die Hauni Radsportgruppe wird nach Worten ihres Tourleiters Christian Steffens übrigens wohl 2022 wieder zur „Tour de France“ starten.