Neuer Stadtteil

Oberbillwerder: BahnQuartier wird bis zu acht Geschosse hoch

So wie diese Visualisierung könnte ein Häuserkomplex im BahnQuartier direkt am Grünen Loop aussehen: mit akzentuiertem, achtstöckigem Eckgebäude und flachem Kita-Bau zur grünen Achse hin.

So wie diese Visualisierung könnte ein Häuserkomplex im BahnQuartier direkt am Grünen Loop aussehen: mit akzentuiertem, achtstöckigem Eckgebäude und flachem Kita-Bau zur grünen Achse hin.

Foto: IBA Hamburg / Jan Schubert

IBA Hamburg stellt ersten Funktionsplan für das Quartier in dem neuen Stadtteil vor. Es wird flächenmäßig das größte sein.

Hamburg. Vielfältig, mit unterschiedlichen Gebäudehöhen, modern: So stellen sich die Planer der IBA Hamburg das BahnQuartier vor, eines von vier Quartieren in Oberbillwerder. Es soll den Zukunftsstadtteil mit der S-Bahnstation Allermöhe und dem Fleetplatz in Neuallermöhe verbinden.

Zuletzt haben die Projektentwickler ihre Visionen zur „Mobilität von Morgen“ in der für 20.000 Einwohner ausgelegten Retorten-Siedlung im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Nun ging es um die Funktionsplanung des Bahnquartiers, das die städtebauliche Leiterin der IBA, Sabine de Buhr, erläuterte.

De Buhr sprach über die Gestaltung zentraler Freiräume, Regeln für die Vielfalt der Gebäudetypologie, soziale Einrichtungen und die verkehrliche Erschließung. „Von der Fläche gesehen ist das Bahnquartier das Größte“, so Sabine de Buhr mit Blick auf die weiterhin geplanten GartenQuartier, Grünes und Blaues Quartier.

Es gibt unterschiedlichen Wohntypologien in den Häuserblöcken

Am interessantesten sind die Regeln für die dichte Bebauung: Die einzelnen Gebäude in den Häuserzeilen sollen durch unterschiedliche Höhe eine bewusste, kleinteilige Heterogenität herstellen. In den Häuserblöcken sind unterschiedliche Wohntypologien gewollt, Mehrfamilien- und Stadthäuser wie auch Reihenhäuser. „Die Blöcke sehen nicht alle gleich aus“, verspricht Sabine de Buhr.

Reihenhäuser sollen grundsätzlich gerahmt werden, im Stadtbild nie für sich stehen. Außerdem sollen sie sich nie gegenüber stehen und immer zwischen zwei und vier Geschossen hoch errichtet werden. Sonstige Gebäude dürfen zwischen drei und fünf Geschossen in die Höhe schießen.

Der Grüne Loop führt durch den gesamten Stadtteil

Als „städtebauliche Akzentuierung“ (Sabine de Buhr) sollen die jeweiligen Eckgebäude bis zu acht Geschosse hoch werden. Für nebenstehende Häuser ist bei fünf Geschossen Schluss. Weitere Vorgabe: Bis zu zwei Öffnungen bieten Bewohnern und Besuchern Zugang zu den jeweiligen Innenhöfen der Häuserblocks.

Weiteres signifikantes Element soll der Grüne Loop werden, eine 36 Meter breite Kfz-freie Verbindungsachse durch den gesamten Stadtteil. Neben Grün- und Wasserflächen ist ein fünf Meter breiter Parkweg geplant. „Hier stellen wir uns unterschiedliche Formen der Fortbewegung vor“, sagt Sabine de Buhr. Sie meint damit vor allem Radfahrer und Fußgänger.

Hochbaustart ist für das Jahr 2025 avisiert

Auch wenn die Projektentwickler der IBA gegenüber den Bezirkspolitikern im Stadtentwicklungsausschuss vermieden, Angaben zur Anzahl der Wohnungen für das vorgestellte BahnQuartier zu nennen: Die bis zu achtgeschossigen Wohnblocks könnten den Zukunftsstadtteil Oberbillwerder für mögliche Bauinvestoren attraktiver machen: Der Hochbaustart ist für das Jahr 2025 avisiert, erste Wohnungen sollen dann 2027 bezugsfertig sein.

IBA-Referentin Sabine de Buhr ging zudem auf das Thema Kindergärten ein. Insgesamt werde es in Oberbillwerder 14 Kitas geben. Deren Außenflächen sollten ursprünglich in den Grünen Loop hineinreichen. Davon sei mittlerweile Abstand genommen worden, so Sabine de Buhr: Die Umweltbehörde habe gegen das Konzept interveniert. Stattdessen sollen die Spielflächen nun nur noch an den Loop grenzen.

Drop-Off-Zonen für Eltern, die Kinder mit dem Auto bringen

Hierzu wollte Jörg Froh von der CDU wissen: „Wird es für Eltern möglich sein, mit einem Pkw ihre Kinder zur Kita zu bringen beziehungsweise vor der Schule abzusetzen?“ Ja, das werde gehen, so de Buhr: Dafür würden sogenannte Drop-Off-Zonen, also fest definierte Räume zum Ein- und Aussteigen, geschaffen. Wie viele es im Endeffekt werden, ermittle die IBA noch.

Allerdings widersprächen diese Transporte der eigentlichen autofreien Philosophie Oberbillwerders, befand Sabine de Buhr: „Eigentlich sollen Eltern und Kinder ja lieber zu Fuß kommen oder mit dem Rad.“ Der Autoverkehr in Oberbillwerder solle in zwölf Mobility-Hubs verschwinden, Parkplätze am Straßenrand werde es gar keine geben.

Im Stadtentwicklungsausschuss am 19. November will die IBA zu den Bauvorbereitungen für Oberbillwerder referieren: „Transportlogistik und Sandmanagement für den ersten Bauabschnitt“ lautet das Thema. Die IBA arbeitet außerdem an den Konzepten zu Verkehr, Entwässerung, Einzelhandel- und Gewerbefläche, am Thema Schwimmbad und der westlichen Straßenanbindung an den Mittleren Landweg.

Die Verkehrsanbindungen für Oberbillwerder sollen stehen, bis die ersten Sand-Lkw rollen, fordert Bergedorfs Politik. Im ersten Quartal 2021 sollen jedoch bereits die ersten Bauabschnitte terminiert werden.