Bergedorf

Wildtierstation des Vereins Looki am Pollhof ist gerettet

Sie dürfen am Pollhof bleiben: Sabine Dohrau-Schmidt (l.) und Vanessa Haloui von Looki. Momentan leben in der Wildtierstation 86 Igel, 14 Hühner, 10 Wachteln und 40 Tauben.

Sie dürfen am Pollhof bleiben: Sabine Dohrau-Schmidt (l.) und Vanessa Haloui von Looki. Momentan leben in der Wildtierstation 86 Igel, 14 Hühner, 10 Wachteln und 40 Tauben.

Foto: BGZ

Tierschützer dürfen bleiben. Areal liegt künftig im Grüngürtel des geplanten Forschungsparks an der Autobahn 25.

Bergedorf.  Seitdem Vanessa Haloui und ihre 38 Mitstreiter der Tierschützer von Looki im Februar 2017 ihre Wildtierstation beim Pollhof nahe der A 25 eröffneten, ist einiges passiert: Das Areal ist aktuell stattliche 1400 Quadratmeter groß geworden, hat zwölf Igelgehege, drei Volieren für Wachteln und Eichhörnchen, einen Hühnerstall, einen Taubenschlag, sowie je eine Kranken– und Quarantänestation Und natürlich viele Tiere, ein Vereinshaus, sogar einen Igelkindergarten und ein Seminarzelt.

Doch die Station schien lange Zeit der Erweiterung des Forschungs- und Innovationsparks durch das Bebauungsplanverfahren Bergedorf 99 im Wege zu stehen. Jetzt können alle Aktiven aufatmen: Die Tierschützer dürfen an ihrem Standort bleiben.

Bezirksamtsleiter konnte offenbar Eigentümer überzeugen

Dies vereinbarte Bezirksamtsleiter Arne Dornquast bei einem Vor-Ort-Termin mit Verantwortlichen von Looki. Dornquast konnte offensichtlich die Grundeigentümer überzeugen: „Wir werden einen großen Teil des Grünbestands im zu erstellenden Bebauungsplan festschreiben.“ Vanessa Haloui ist begeistert: „Auch wenn unsere Wildtierstation vielleicht nicht auf den Meter genau hier bleibt: Wir werden jetzt endlich in die weiteren Planungsschritte des Forschungs- und Innovationspark einbezogen.“

Eine mögliche Verschiebung der Wildtierauffangstation um maximal 100 Meter nach Norden könnte unausweichlich werden, weil eine Straße parallel zur Autobahn den künftigen Innovationspark erschließen soll. „So nah an der A 25 können wir auf keinen Fall einen Hochbau hinsetzen“, erläutert Arne Dornquast, und sieht sich augenzwinkernd selbst gern in dieser Rolle: „Ich habe die Igel gerettet.“

Tierschützerin trat eigens für die CDU in den Ausschuss ein

Solche Aussagen sind geeignet, bei manch Bergedorfer Tierschützern und Oppositionspolitikern Stirnrunzeln auszulösen: War es doch Dornquast, der wegen einer etwas ungeschickten Aussage in Bedrängnis geraten war. Er hatte bei einer öffentlichen Veranstaltung gesagt, dass die Entwicklung des B-Plans 99 bis an die Looki-Fläche heranreiche und somit in etwa fünf Jahren ein Umzug unausweichlich sein könne. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass insbesondere die Bergedorf-Koalition aus SPD, Grünen und FDP keine Standortzusage für Looki geben wollte – nun aber die Vereinbarung zwischen dem Bezirksamt und den Tierrettern begrüßt.

Vanessa Haloui hatte zuletzt immer wieder bei der Verwaltung nachgehakt, trat zwischenzeitlich für die CDU in den Umweltausschuss ein, um den Interessen ihres Vereins Nachdruck zu verleihen. Jetzt sagt die Igel-Mama: „Herr Dornquast kann sich gern Retter von Looki nennen. Hauptsache, er hält seine Versprechen.“

UK Boberg soll in den Innovationspark ziehen

Zudem könnte am künftig leicht verschobenen Standort die Ausstattung professioneller werden. Bisher setzt Looki weitgehend auf Holzbauten. Das könnte sich aber durch die neuen Möglichkeiten und eine finanzielle Unterstützung der Stadt ändern. Haloui träumt von einem „festen Haus“, mit einem Raum für Tier-OP’s, einem Seminarraum, eignen Toiletten, einer Möglichkeit zum Händewaschen und Stromanschluss.

Was die weitere Ausgestaltung des Forschungs- und Innovationsparks angeht, soll es Anfang 2021 mehr Klarheit geben. Das Unfallkrankenhaus Boberg – wichtigste geplante Ansiedlung auf dem Areal – arbeitet weiter an einer Machbarkeitsstudie für einen Umzug. Im Januar 2021, so das Ziel des Bezirksamts, soll ein Funktionsplan zu „Bergedorf 99“ vorliegen.