Kontaktverfolgung

Überlastete Gesundheitsämter: Unterstützung für Bergedorf

Das Gesundheitsamt in Bergedorf hatte Mitarbeiter zur Kontaktverfolgung von Covid-19-Fällen gesucht. Nun haben sich mehr als 300 Menschen beworben (Symbolfoto).

Das Gesundheitsamt in Bergedorf hatte Mitarbeiter zur Kontaktverfolgung von Covid-19-Fällen gesucht. Nun haben sich mehr als 300 Menschen beworben (Symbolfoto).

Foto: Britta Pedersen / dpa

Mehr als 300 Bewerber, die bei der Nachverfolgung von Corona-Kontaktpersonen helfen wollen. Polizei löste Partys in Bergedorf auf.

Bergedorf. Die Hamburger Polizei löste, wie jetzt bekannt wurde, am Wochenende fünf große Feiern im Stadtgebiet auf, bei denen die Gäste eindeutig gegen geltende Corona-Regeln verstießen. Unter den aufgelösten Feiern waren auch eine Party im Gewerbegebiet Allermöhe und eine Hochzeit in Bergedorf. Am Wilhelm-Iwan-Ring feierten rund 100 Menschen in der Elite-Event-Hall, am Brookdeich waren es in einem Klubheim eines Kleingartenverein 70 Gäste. Es wurde ausgelassen getanzt, nicht ein Gast trug eine Maske, Gästelisten wurden nicht sorgfältig geführt. Nach dem Motto: „Corona – wen interessiert’s“?

Bergedorfer Gesundheitsamt beklagte Mangel an Nachverfolgern

Diese Einstellung erschwert die Arbeit der Gesundheitsämter, mögliche Infektionsketten nachzuvollziehen, und vor allem sie zu unterbrechen. Zudem beklagte das Bergedorfer Gesundheitsamt zuletzt einen Mangel an Nachverfolgern von Corona-Kontaktpersonen. Das ist Vergangenheit, denn die Resonanz auf den öffentlichen Aufruf des Teams um Dr. Jürgen Duwe, Chef des Bergedorfer Gesundheitsamtes, war überwältigend: Innerhalb von wenigen Tagen meldeten sich rund 300 Bergedorfer, die sich bereit erklärten, die Behörde bei der telefonischen Nachverfolgung zu unterstützen.

Das sind weit mehr, als benötigt. Wobei das Bezirksamt, wie zuletzt zu aktuellen Infiziertenzahlen in Bergedorf, mit präzisen Angaben geizt: „Wie viele Stellen besetzt werden, steht noch gar nicht fest“, sagt Gabriele Günter aus dem Bezirksamt. Zunächst sollen alle Daten der Bewerber gesichtet werden. Bisher kümmerten sich etwa 20 Mitarbeiter im Gesundheitsamt um diese Aufgabe. Diejenigen, die jetzt dazukommen, erhalten etwa 1200 Euro brutto bei einer 20-Stunden-Woche. Günter: „Wir bitten, von weiteren Bewerbungen abzusehen.“

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Im Bezirk Bergedorf haben sich seit Beginn der Pandemie im März 491 Personen mit dem Sars-CoV2-Virus infiziert. Vergangene Woche (13.-19. Oktober) kamen 79 Neuerkrankungen (Inzidenzwert 60,8) hinzu. In der Vorwoche waren es erst 55 Neuinfizierte gewesen. Somit ist der Bezirk Bergedorf der neue Bezirk-Hotspot. Dicht dahinter liegt der BEzirk Altona. Dort haben sich in den vergangenen sieben Tagen 163 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Der Inzidenzwert liegt bei 59,21 (Stand: 20. Oktober).