Verkehr

Nach Brückenabriss: Sperrung der A1 in Hamburg beendet

| Lesedauer: 4 Minuten
Ulf-Peter Busse

Wegen des Abbruchs der zweiten B-5-Brücke über die A1 war 58 Stunden lang kein Durchkommen. Seit Montagmorgen rollt der Verkehr wieder.

Hamburg. Das ganze Wochenende über droht Stau-Chaos auf der Autobahn 1 – aber gleichzeitig 58 Stunden lang ziemlich freie Fahrt für alle Nutzer der B5 zwischen Bergedorf und Hamburg. Grund für den ungleichen Verkehrsfluss ist der Auftakt zum Finale der Brückenbaustelle am Kreuz der beiden Straßen: Sonnabend fiel mit dem nördlichen Bauwerk die zweite der altersschwachen B-5-Brücken über die A1. Und diese Maßnahme führte entgegen aller Befürchtungen noch zu keinen größeren Verkehrsbehinderungen.

Damit der Abriss reibungslos klappte, wurde die Autobahn am Freitag, 23. Oktober, 20 Uhr, zwischen Hamburg-Moorfleet und Hamburg-Billstedt in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt und erst am Montag, 26. Oktober um 4.20 Uhr wieder freigegeben. Trotz durchschnittlich 120.000 Fahrzeugen täglich und einem Lkw-Anteil von bis zu 25 Prozent hat es laut Verkehrsleitzentrale keine erheblichen Behinderungen auch auf den Umleitungsstrecken gegeben. Allerdings gab es am Sonnabend einen Stau auf der Ausweichstrecke über die A7 vor dem Elbtunnel Richtung Süden auf einer Länge von acht Kilometern.

A1 voll gesperrt: "Auf unnötige Fahrten verzichten"

Der gesamte Verkehr wurde von Süden über die Anschlussstelle Moorfleet und den Ring 2 zur B5 geleitet, die die Blechlawine dann über den Zubringer Billstedt unter dem Brückenabriss hindurch wieder auf die A1 führte. Der Verkehr aus dem Norden nahm die umgekehrte Richtung.

Die A1 Bremen–Lübeck ist eine der wichtigsten Strecken zu den Ostseestränden in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Am Wochenende gingen in mehreren Bundesländern die Herbstferien zu Ende, darunter Niedersachsen und Bremen sowie Nordrhein-Westfalen.

Polizei Hamburg richtet Verkehrsinfotelefon ein

„Wir empfehlen den Nutzern der A1 dringend, auf unnötige Fahrten zu verzichten“, sagte Christian Merl von der für den Brückenabriss zuständigen Niederlassung Nord der Autobahn GmbH des Bundes. Wer nach Kiel, Lübeck oder über Fehmarn weiter nach Kopenhagen wollte, sollte über die A7 ausweichen und nördlich von Hamburg über die A215 oder die B206 fahren.

Wegen der massiven Einschränkungen im Straßenverkehr, richtete die Hamburger Polizei am Wochenende ein Verkehrsinformationstelefon ein. Unter der Telefonnummer 040 4286-56565 konnten Bürger aktuelle Informationen erhalten und Fragen stellen.

Brückenabriss sorgt für freie Fahrt auf der B5

Über die Anbindung Bergedorfs an Hamburgs City macht sich Merl, der selbst im Hamburger Osten lebt, keine Sorgen. Der Verkehr von der Autobahn könne allenfalls an der Horner Rampe für Autoschlangen auf dem Abbieger sorgen. Aber größere Behinderungen auf der B5 selbst wurden nicht erwartet.

Außerdem macht der Brückenabriss hier den Weg frei für die Wiederbelebung der beliebten „verkehrslastabhängigen Verkehrsführung“: Von der kommenden Woche an stehen dem Berufsverkehr auf der B5 im Baustellenbereich endlich wieder zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Dann kann die Schranken- und Ampeltechnik scharf geschaltet werden, die die mittlere Spur morgens in Richtung Hamburg und nachmittags nach Bergedorf freigibt. Eine Stauvermeidung, die bis zum Ende der Brückenbauarbeiten Mitte 2021 in Betrieb sein soll.

Grund für lange Arbeiten ist der schlechte Zustand der Bauwerke

So lange brauchen die Experten, um nach dem bereits fertigen südlichen auch das nördliche Bauwerk neu zu errichten. Und so lange bleiben dann auch sämtliche Zuführungen von der A1 auf die B5 gesperrt. Die Einfädelung von Lübeck wurde mit dem Ende der Umleitung am Montag direkt wieder geschlossen. Offen bleibt nur der Zubringer von Hamburgs City zur A1 in Fahrtrichtung Norden.

Lesen Sie auch:

Grund für die seit fast eineinhalb Jahren laufenden Arbeiten an der Überführung der B 5 ist der desolate Zustand der Bauwerke. Beide Brücken stammten aus dem Jahr 1956 und litten an einer chemischen Reaktion, dem sogenannten „Beton-Krebs“, der ihre Statik zerstört.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf