Neue Verkehrsführung

Bergedorfer Schlossstraße vorerst keine Durchgangsstraße

Aus dem Vinhagenweg nach links oder nach rechts in die Bergedorfer Schlossstraße: Die probeweise Verkehrsführung mit umgedrehter Einbahnstraße wird bis 15. März verlängert.

Aus dem Vinhagenweg nach links oder nach rechts in die Bergedorfer Schlossstraße: Die probeweise Verkehrsführung mit umgedrehter Einbahnstraße wird bis 15. März verlängert.

Foto: Thomas Voigt

Bezirkspolitik beschließt, die veränderte Einbahnstraßenregeln in der Schlossstraße im Winter beizubehalten. Erste Bilanz im November.

Bergedorf. Nun ist es beschlossen und verkündet: Die Bergedorfer Schlossstraße wird vorerst nicht wieder zur Durchgangsstraße. Stattdessen wird das Pilotprojekt der geänderten Verkehrsführung bis zum 15. März 2021 verlängert. Diesen Beschluss fasste Ende vergangener Woche der Hauptausschuss der Bezirksversammlung mit einer Gegenstimme der AfD. Vorangegangen war ein nahezu gleichlautender Antrag der CDU, das Pilotprogramm „bis auf Weiteres“ fortzusetzen, der aber nicht die Mehrheit der Koalition aus SPD, Grünen und FDP fand.

Seit dem Sommer läuft der Verkehr in der Bergedorfer Schlossstraße zwischen der Einmündung Vinhagenweg und der Chrysanderstraße nicht mehr Richtung Zentrum, sondern in Richtung Villengebiet. Auch der Vinhagenweg ist jetzt umgekehrt befahrbar, nämlich von der Chrysanderstraße aus. Ziel des ursprünglich bis 15. Oktober terminierten Versuchs war eine Verringerung des Durchgangsverkehrs auf der Bergedorfer Schlossstraße und eine höhere Aufenthaltsqualität in dieser Einzelhandelsstraße, die auch durch flankierende Maßnahmen wie vergrößerte Gastronomie-Außenflächen und eine Reduzierung der Parkplätze erreicht werden sollte. Letzteres wird von einer Reihe Einzelhändlern nach wie vor skeptisch betrachtet.

Geänderte Führung der Bergedorfer Schlossstraße bleibt

Laut CDU-Fraktion ist die geänderte Straßenführung eine Erfolgsgeschichte. „Spricht man mit privaten und gewerblichen Anliegern, dem WSB oder den Bürgern, wird die Neuerung im Großen und Ganzen gelobt“, so CDU-Verkehrsexperte Jörg Froh. Die Aufenthaltsqualität habe gewonnen, der Durchgangsverkehr sei verringert, was den Anliegern zugute komme. Auch von Bezirksamt und Polizeikommissariat 43 seien keine negativen Auswirkungen gemeldet.

Diese Einschätzung entspricht den Ergebnissen einer Umfrage, mit der sich der WSB im Spätsommer an rund 130 Geschäftsleute richtete. Von den 27 Teilnehmern hatten zwei Drittel die neue Verkehrsführung als „sehr gut“ oder zumindest „gut“ bezeichnet. „Nach diesen Angaben haben sich auch die Umsätze und die Kundenfrequenzen der Geschäfte überwiegend leicht verbessert“, sagt WSB-Geschäftsführer Marc Wilken. „Und die beiden Lokale haben von den erweiterten Außenplätzen deutlich profitiert.“

Politiker beraten Mitte November wieder über das Thema

In den bevorstehenden Wintermonaten werde sich herausstellen, ob die reduzierte Zahl der Parkplätze für den Kundenlauf problematisch sei. Sollte sich die jetzige Verkehrsführung auch im Winter bewähren, kann dies nach seinen Worten aber nicht alles gewesen sein für eine attraktivere Bergedorfer Schlossstraße: „Wir müssten dann auch über eine schöne Pflasterung, abgesenkte Bürgersteige und andere Gestaltungsmittel reden – ähnlich wie im Weidenbaumsweg zwischen Bahnhof und Kreisel.“

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Bergedorfs Politik befasst sich am 16. November wieder mit dem Thema: Dann sollen Bezirksamt und Polizei dem Verkehrsausschuss und dem Wirtschaftsausschuss über ihre Untersuchungen und Einschätzungen berichten.