SV Bergedorf-West

Scheiben am Umkleidehaus zerschlagen: Sportler genervt

Zum wiederholten Mal musste Waldemar Meya die Polizei anrufen: Dieses Mal wurden am Umkleidehäuschen des SV Bergedorf-West die Scheiben zerschlagen. 

Zum wiederholten Mal musste Waldemar Meya die Polizei anrufen: Dieses Mal wurden am Umkleidehäuschen des SV Bergedorf-West die Scheiben zerschlagen. 

Foto: Jan Schubert

Der andauernde Vandalismus trifft den SV Bergedorf-West hart. Vereinschef hofft auf Zeugen und eine Reaktion aus der Politik.

Bergedorf-West. Es ist die freitägliche Routine von Waldemar Meya: Auf dem Sportplatz am Ladenbeker Furtweg, einem der letzten Grandplätze in Hamburg, kreidet der Vereinschef des SV Bergedorf-West die Linien, hängt die Tornetze auf, schaut in der Umkleidekabine nach dem Rechten – doch genau dort entdeckte er ein paar Stunden vor dem Punktspiel der BeWe-Fußballer in der Kreisklasse 2 gegen den SV Nettelnburg/Allermöhe II das Unheil: Unbekannte haben zehn Fensterscheiben des Umkleidehauses eingeschlagen, die Plastikscheibe zum Herren-WC wurde außerdem angekokelt. „Das ist reiner Vandalismus. Jetzt reicht’s allmählich“, ist Meya geladen und enttäuscht.

Denn dieser neueste Akt an Vandalismus ist die Fortsetzung einer Reihe von Taten, die sich immer gegen den Sportverein richteten. Im November 2016 brachen Unbekannte in den Schuppen neben den Umkleiden ein, sägten ein Loch in die Decke des Baus und nahmen Fußbälle, Trainingsjacken, Trikots, Getränke, Medizinkoffer und sogar einen Gettoblaster mit. Erst kürzlich brannte es vor den Umziehräumen, zündeten die Täter das Säuberungsbecken für Fußballschuhe an.

Klubchef verjagt Jugendliche – doch sie kommen wieder

Dazu gilt der Umkleidebungalow des SV Bergedorf-West schon seit Jahren als Treffpunkt von jugendlichen Kiffern. Ein Dauerproblem: „Drei bis zehn Jugendliche sitzen häufiger hier, hinterlassen Rauschgifttütchen und Jointreste. Das ist ein Treffpunkt und Umschlagsort für Drogen“, weiß Meya und fegt die Scherben zusammen, die teilweise in die Umkleideräume gefallen sind. Zum Teil hat er die Störenfriede auch schon vom Sportgelände gejagt – ohne nachhaltigen Erfolg.

Auf Dauer sei dieser Zustand an der in die Jahre gekommenen Sportstätte kein Zustand, koste dies dem Verein mit etwa 100 Mitgliedern (allein 30 Kicker) viel Geld. Meya: „Jetzt muss mal ein Signal aus der Bergedorfer Politik, sprich aus der Bezirksversammlung kommen.“ Der 54-Jährige verweist auf die Idee, die alten Umkleiden abzureißen und durch eine Art Bürgerhaus zu ersetzen. Zweistöckig, mit Mehrzweckhalle, kleinem Imbiss, neuen Umkleiden. Dazu könnte die marode Anlage am „LaFu“ auch auf Kunstrasen umgerüstet werden. Mit einem attraktiven, hellen und gut besuchten Neubau könnten „Wegelagerer“ vertrieben werden: „Es müssen mehr Angebote her, die Jugendlichen haben Langeweile“, sagt Waldemar Meya. Er wird die zertrümmerten Scheiben zunächst nur provisorisch abdecken. Wer in der Nacht zu Freitag Verdächtiges am Sportplatz Ladenbeker Furtweg beobachtet hat, meldet sich bei der Polizei: Telefon 040/428 65 43 10.