Bis Ende des Jahres

Grundstückseigentümer müssen Abwasserrohre checken

Bis zum Jahresende 2020 muss eine Überprüfung aller privaten Abwasseranlagen erfolgt oder zumindest beauftragt sein – sonst droht ein Bußgeld.

Bis zum Jahresende 2020 muss eine Überprüfung aller privaten Abwasseranlagen erfolgt oder zumindest beauftragt sein – sonst droht ein Bußgeld.

Foto: picture alliance/ ZB

Die Frist für Hauseigner in Hamburg läuft bis zum 31. Dezember. Dann muss zumindest der Auftrag stehen. Ansonsten droht ein Bußgeld.

Bergedorf. Die Grundstückseigentümer in Hamburg sind gesetzlich verpflichtet, bis Ende dieses Jahres zu überprüfen, ob die auf ihrem Grund laufenden Abwasser- und Entwässerungsrohre dicht sind. Darauf hat die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) jetzt noch einmal hingewiesen.

„Durch beschädigte Abwasserleitungen kann Schmutzwasser, das zur Kläranlage transportiert werden soll, in den Boden und ins Grundwasser gelangen“, sagt Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). „Das Hamburger Grundwasser ist eine wichtige Ressource zum Erhalt unserer Trinkwasserversorgung.“ Hamburg habe in den vergangenen Jahren den Großteil des öffentlichen Sielnetzes geprüft und saniert. Das sei aber nur zweckmäßig, wenn auch private Entwässerungsanlagen nachweislich dicht sind.

Prüfung der Abwasserrohre ist für Hauseigentümer Pflicht

Ursprünglich war die Frist einmal bis zum 31. Dezember 2015 gesetzt, wurde dann aber um fünf Jahre verlängert. „Viele Hauseigentümer haben die Sache dann aus den Augen verloren“, sagt Entwässerungsexperte Eduard Rot von der Firma „Rohr Jumbo“, eine Tochter der Buhck-Gruppe. Die Folge: Nun wird die Zeit knapp. „Aufgrund des nahenden Fristendes stellen wir zur Zeit natürlich ein erhöhtes Anfrageaufkommen fest. Dementsprechend ist terminlich ein höherer Vorlauf spürbar als üblich. In enger Abstimmung mit unseren Kunden finden wir dennoch für fast jede Anfrage eine individuelle Lösung.“

„Liegt Ihnen noch ein altes Prüfzeugnis vor, so müssen Sie jetzt nichts unternehmen, sondern erst 25 Jahre nach dem Datum der letzten Prüfung“, sagt Matthias Schrader, Vorsteher beim Wasserverband Boberg-Heidhorst. Und: Sollte bis Ende Dezember kein Nachweis der Dichtheit im Erdreich erbracht werden können, wird nach Worten von Andreas Müller vom Bürgerverein Dorfanger Boberg nicht gleich ein Bußgeld verhängt. „Es reicht aus, wenn man noch in diesem Jahr ein Fachunternehmen mit der Überprüfung schriftlich beauftragt."

Fast alle Firmen sind bis Herbst 2021 ausgebucht

„Aktuell sind fast alle Firmen bis Herbst 2021 voll ausgelastet“, sagt auch Matthias Schrader. Für diejenigen unter seinen Nachbarn, die eine Bescheinigung brauchen, hat der Wasserverband aber ein vergünstigtes Sammelangebot eingeholt. Bei einer gemeinsamen Beauftragung mehrerer Eigentümer von Einfamilien- oder Reihenhäusern setzt die Firma „Abfluss Ass Dröge“ bei der Abrechnung den Gesamtmeterpreis an.

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Das bedeutet, dass bei einer Gesamtlänge der untersuchten Leitungen von mehr als 100 Metern ein deutlich günstigerer Meterpreis in Rechnung gestellt wird, auch wenn der einzelne Eigentümer etwa nur 30 Meter Leitungen untersuchen lässt. Schrader: „Die Abrechnung erfolgt für jeden Eigentümer nach Aufmaß, auch die An- und Abfahrten werden aufgeteilt.“ Das Bestellformular gibt es hier: www.dorfanger-boberg-ev.de.